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13. Dezember 2002   367/02

Richard von Weizsäcker Kuratoriumsmitglied des Hannah Arendt-Zentrums

Oldenburg. Heute tritt erstmals das Kuratorium des an der Universität Oldenburg angesiedelten Hannah Arendt-Zentrums zusammen, dem u.a. der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker und die ehemalige Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth angehören. Das Kuratorium hat die Aufgabe, die Arbeit des von der Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Antonia Grunenberg geleiteten Zentrums kritisch zu begleiten.

Das 1999 eröffnete "Hannah Arendt-Zentrum" verfügt in seinem Archiv über den Hauptteil des Nachlasses der Philosophin, Politologin und Publizistin, der aus den umfangreichen Briefwechseln, aus Notizen, Vorlesungsmanuskripten, Tagebüchern und den verschiedenen Druckfassungen ihrer Werke besteht. Die "Hannah Arendt Papers" aus der Library of Congress in Washington D.C. liegen im Oldenburger Hannah-Arendt-Archiv komplett vor, ergänzt durch zahlreiche Mikrofilme aus der University of Memphis (Tennessee). Der Bestand wird laufend erweitert. Seit 2001 hat das Archiv als einziges in Europa Zugang zur digitalisierten Version des Nachlasses und ist damit Anziehungspunkt für viele internationale ForscherInnen.

Zu den Arbeitsvorhaben des Hannah Arendt-Zentrums zählt die Herausgabe einer kritischen Edition der Werke Arendts in 18 Bänden. Darüber hinaus gibt das Zentrum zusammen mit dem Institut für Politikwissenschaft der Universität Hannover zweimal jährlich den "Hannah Arendt Newsletter" heraus und hält internationale Kongresse und Workshops ab - auch in Zusammenarbeit mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen wie der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Mitglieder des Kuratoriums sind neben Richard von Weizsäcker und. Rita Süssmuth der bisherige Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Prof. Dr. em. Christian Meier, der Generalsekretär der Stiftung Niedersachsen, Dr. Dominik Frhr. von König, der Präsident der Universität Oldenburg, Prof. Dr. Siegfried Grubitzsch, der ehemaliger Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, Prof. Dr. Reimar Lüst, der stellv. Direktor des Forschungsinstitutes Arbeit, Bildung und Partizipation, Prof. Dr. Bernd Faulenbach, sowie der Soziologe und ehemalige Präsident der Universität Oldenburg, Prof. Dr. Michael Daxner.

Hannah Arendt, 1906 in Hannover geboren, in Königsberg aufgewachsen, Schülerin von Martin Heidegger, Karl Jaspers und Rudolf Bultmann, arbeitete nach ihrer Flucht aus Deutschland 1933 zunächst in Frankreich als Leiterin einer Organisation, die jüdische Waisenkinder auf ihre Übersiedelung nach Palästina vorbereitete, bevor sie 1941 in die USA emigrierte. Dort lehrte sie als Professorin für politische Theorie u.a. an der New School for Social Research in New York sowie an Universitäten in Chicago und Princeton. Zu den Büchern, die sie weltweit bekannt gemacht haben, gehören u.a. "Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft", "Vita Activa", "Über die Revolution", "Eichmann in Jerusalem". Für ihr Werk und Wirken erhielt sie zahlreiche Preise. Sie starb im Alter von 69 Jahren am 4. Dezember 1975 in New York.

Weitere Informationen: www.uni-oldenburg.de/arendt-zentrum

Kontakt: Hannah Arendt-Zentrum, Prof. Dr. Antonia Grunenberg, Tel.: 0441/798-2943,
E-Mail: antonia.grunenberg@uni-oldenburg.de

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