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Inhalt Juli 2002

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Universität Oldenburg beim eLearning vorn

Erstes Pilotprojekt für Academic Network Niedersachsen

Die Universität Oldenburg wird beim Aufbau des so genannten eLearning Academic Network Niedersachsen (ELAN) eine große Rolle spielen. Das Wissenschaftsministerium teilte jetzt mit, dass das unter Federführung des Informatikers Prof. Dr. Hans-Jürgen Appelrath beantragte Projekt epolos (eLearning-Pilot Oldenburg-Osnabrück) als erstes genehmigt sei und zunächst bis Ende 2004 mit 2,43 Millionen E gefördert werde. Partner ist die Universität Osnabrück.

Mit ELAN will das Land bis 2006 den Ausbau des Multimediaeinsatzes in Lehre, Studium und Weiterbildung niedersächsischer Hochschulen sicherstellen. Dafür stehen insgesamt bis zu 25 Millionen E zur Verfügung. Aus den bisher eingereichten Anträgen werden neben dem Oldenburger Projekt noch ein bis zwei weitere Pilotprojekte von einer fünfköpfigen Expertengruppe ausgewählt.

Als eine Bestätigung der hervorragenden Forschungs- und Entwicklungsarbeit im Bereich eLearning an der Universität Oldenburg bewertete Präsident Prof. Dr. Siegfried Grubitzsch das grüne Licht für epolos. Im Bereich eLearning werde in Oldenburg Pionierarbeit geleistet, die sich auch in weit überdurchschnittlichen Zuweisungen von Fördermitteln des Bundes und anderer Drittmittelgeber ausdrücke. Es entstehe ein profilbildender Schwerpunkt von großer Bedeutung für die Zukunft nicht nur für die Universität Oldenburg selbst, sondern für die gesamte Region. Das Projekt epolos wird den Einsatz von eLearning-Angeboten für die Aus- und Weiterbildung an Hochschulen beschleunigen und nach Tests in Oldenburg und Osnabrück für alle Hochschulen Niedersachsens neuartige Lehr-Lern-Inhalte, technische und organisatorische Infrastrukturen sowie Beratungs- und Betreuungsdienstleistungen bereitstellen. Diese erlauben es Lehrenden, eLearning-Konzepte und -Content in ihre Veranstaltungen und virtuellen Angebote Beim eLearning zu integrieren. Die Funktionsfähigkeit der gewählten Infrastruktur wird durch den Einsatz in beispielhaften Contentproduktionen und virtuellen Lehrveranstaltungen demonstriert. In einem weiteren Schritt werden die gewonnenen Erfahrungen und entwickelten Dienstleistungen evaluiert und an Netzträger/-partner von ELAN sowie weitere Bildungseinrichtungen vermittelt.

Mit epolos sei der lang ausstehende qualitative Sprung in der wissenschaftlichen Weiterbildung sichergestellt, da eLearning berufsbegleitend und zu dem zeit- und ortsunabhängig erfolgen könne, sagte Grubitzsch dazu.

In Oldenburg wird epolos in das 2001 gegründete CDL (Center for Distributed eLearning) eingebettet. Dessen Direktor Prof. Dr. Hans Kaminski ist sicher, dass mit dieser Förderung und inzwischen weiteren bewilligten Projekten das CDL auf dem Weg sei, nicht nur in Niedersachsen eine Spitzenstellung zu erlangen. Das für das eLearning unverzichtbare interdisziplinäre Arbeiten werde durch epolos gestärkt, die bis zur CDL-Gründung überwiegend als “Einzelkämpfer” arbeitenden Akteure könnten nun verstärkt Synergien entwickeln.

Zunächst bis Ende 2004 werden 25 WissenschaftlerInnen in epolos engagiert sein, davon 15 in Oldenburg und 10 in Osnabrück. Eine Verlängerung der Förderung bis 2006 ist nach positiver Evaluation möglich. In Osnabrück wird epolos von Prof. Dr. Uwe Hoppe geleitet, der Stellvertreter Appelraths im Gesamtprojekt ist. Beide gehören auch dem Strategischen Beraterkreis Multimedia des Landes an.

Ehrendoktorwürde für Physiker

Der Fachbereich Physik hat dem Stuttgarter Physiker Prof. Dr. Wolfgang Eisenmenger den Titel “Doctor rerum naturalium honoris causa” verliehen. Er ehrt damit einen der herausragenden Physiker der Gegenwart für seine großenVerdienste in der Experimentalphysik und für die Anwendungen seines Ultraschall-Stoßwellenverfahrens zur Lithotripsie, einer neuen Methode zur sanften, akustischen Zerstörung von Nierensteinen. Eisenmenger war bis zu seiner Emeritierung Direktor des 1. Physikalischen Instituts der Universität Stuttgart. Ende der 60er Jahre gelang ihm erstmals die Erzeugung ultrahochfrequenter Schallwellen, die ein wichtiges Hilfsmittel zur Untersuchung von Festkörpereigenschaften geworden sind.

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Hanse Law School wird wahrscheinlich im Herbst starten

Mit endgültiger Genehmigung wird im September gerechnet / Bewerbungen um Studienplätze schon jetzt für das Wintersemester 2002/03 möglich

Obwohl noch nicht endgültig genehmigt, können sich StudentInnen bereits um einen Studienplatz in der Hanse Law School zum Wintersemester 2002/2003 bewerben. Spätestens im September wird mit dem Startschuss durch die Ministerien und der Akkreditierung durch die Zentrale Evaluations- und Akkreditierungsagentur Hannover (ZEFA) für das Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Bremen, Oldenburg und Groningen gerechnet.

Zum ersten Mal haben sich in der EU drei Universitäten zweier Mitgliedsstaaten zusammengeschlossen, um zwei juristische Studiengänge mit einem gemeinsamen Doppelabschluss anzubieten. Das Studium zeichnet sich durch die rechtsvergleichend-integrierte Lehre des deutschen und niederländischen Rechts sowie durch wirtschaftsrechtlich besonders relevante Anteile des englischen Rechts bei einem ausgeprägten EU-rechtlichen Schwerpunkt aus. Sprachkenntnisse werden durch Lehrveranstaltungen in verschiedenen Sprachen (Deutsch und Englisch sowie Niederländisch) und durch fachspezifische Sprachkurse vertieft. Mindestens ein Sechstel der Leistungsnachweise der ersten sechs Semester und mindestens ein Drittel der Leistungsnachweise des letzten Studienjahres müssen an einer ausländischen Partneruniversität erbracht werden; Praktika im internationalen Umfeld runden die Internationalisierung ab.

Das Studium wird nach drei Jahren mit dem „Bachelor of Comparative and European Law (LLB)“ abgeschlossen, der von den Universitäten Bremen und Oldenburg gemeinsam verliehen wird; die Rijksuniversiteit Groningen verleiht ebenfalls den Titel LLB. Das einjährige Masterstudium “Hanse Law School” führt mit dem “Master of Comparative and European Law / meester in de rechten” zu einem gemeinsamen Doppelabschluss aller drei Universitäten und soll zum WS 2005/2006 beginnen.

Die Hanse Law School verstehe sich als Teil einer Idee, die auch durch die Neue Hanse Interregio als regionale Kooperation in einer sich erweiternden EU verkörpert werde, sagte dazu die Sprecherin der Oldenburger Gruppe und Expertin für Europäisches Wirtschaftsrecht, Prof. Dr. Dagmar Schiek (Bild). Das erste wirklich europäische Rechtsstudium, das Rechtsvergleichung, Europäisches Recht und Mehrsprachigkeit in den Mittelpunkt stelle und nicht nur zusätzlich zu einem national verankerten Curriculum anbiete, sei nicht zufällig in der Grenzregion entstanden: Gerade hier hänge eine ausgewogene ökonomische und kulturelle Entwicklung auch von der Überwindung der Unterschiede in der Rechtswissenschaft ab.

Den AbsolventInnen der Hanse Law School werden gute Berufsmöglichkeiten eingeräumt. Der Studiengang sei eine Studienalternative für alle, die gezielt die Karrieremöglichkeiten für Juristen im internationalen Bereich nutzen wollten, sagte Schiek. Die hochqualifizierte Ausbildung richte sich an alle, die in internationalen Organisationen, europäischen Behörden, im diplomatischen Dienst, in multinationalen Wirtschaftsunternehmen und Verbänden oder der Wissenschaft tätig sein wollten.

Die sich dem Studium anschließende praktische Ausbildung zum „advocaat“ nach niederländischem Recht unter Beteiligung deutscher Sozietäten eröffnet aber auch – unter Berücksichtigung des Gesetzes über die Tätigkeit der europäischen Rechtsanwälte in Deutschland (EuRAG) - den Weg zur deutschen Anwaltschaft.

 

 

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Das Meer zum Greifen nah

ICBM bietet mit Aktionen zum "Jahr der Geowissenschaften" für jeden etwas

Vom 8. bis 10. Juni war richtig etwas los an der Oldenburger Hafenpromenade. Über 5000 BesucherInnen kamen, um einen Blick in das „Schaufenster Meeresforschung“ zu werfen. Und zu sehen gab es viel dank der Initiative von Prof. Dr. Hans-Jürgen Brumsack und Dr. Thomas Klenke (ICBM) und einer studentischen Praktikumsgruppe des Studiengangs „Marine Umweltwissenschaften“.

Die Oldenburger Meeresforschung präsentierte sich anschaulich und bot neben dem Blick durch Mikroskope, dem Füttern von Wattwürmern und Informationen zur Forschergruppe „BioGeoChemie des Watts“ den BesucherInnen auch Trinkwasser-Analysen, Algenbrötchen, Vorführungen der Forschungstaucher und die Besichtigung des Forschungsschiffs „Senckenberg“. Als Publikumsmagnet erwies sich außerdem das Geoschiff „Jenny“ mit seiner 650 Quadratmeter großen Meeresausstellung. Bei einem Malwettbewerb zum Thema „Wasser“ kamen auch die Grundschüler auf ihre Kosten. Sie erhielten als Preis Eintrittskarten für das Bremer „Universum“.

Die insgesamt 15.000 E teure Veranstaltung konnte nur durch Spenden der OLB, EWE-Stiftung und der Universitätsgesellschaft verwirklicht werden. Der Erfolg der drei Tage am Stau wurde bei einer Besucherbefragung deutlich: „So etwas muss wiederholt werden“, hörten die Veranstalter immer wieder.

Dass geowissenschaftliche Forschung spannend ist und Spaß macht, hatten SchülerInnen sechs Oldenburger Schulen bereits im Mai erfahren, als das „rollende Labor“ und Infomobil der studentischen Praktikumsgruppe bei ihnen Halt machte. Im Gepäck hatten die StudentInnen eine Schulausstellung zum Thema Wattenmeer.

Was auf den ersten Blick wie eine einheitliche und strukturlose Fläche wirkt, ist ein vielschichtiger und spannender Lebensraum, der zudem noch fast vor der Haustür liegt: das Watt. Ein eigens gebautes Modell zeigte anschaulich die Zonierung des Lebensraums in Salzwiese, Sandwatt, Mischwatt und Schlickwatt mit den jeweiligen tierischen und pflanzlichen Bewohnern. Dass Schlick dabei nicht gleich Schlick ist, konnten die SchülerInnen mit Experimenten selbst erkunden: Anschaulich dargestellt wurden auch die Abläufe im Watt, die nicht auf den ersten Blick sichtbar sind: Computersimulationen und Modelle brachten den SchülerInnen die Stoffkreisläufe im Ökosystem nah.

Mit den Schulbesuchen, der Ausstellung am Stau und einer Vortragsreihe (Termine unter www.icbm.de/planeterde) leistet das ICBM einen regionalen Beitrag zum offiziellen „Jahr der Geowissenschaften 2002“ - einem gemeinsamen Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Initiative „Wissenschaft im Dialog“ des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft sowie der grossen Forschungsorganisationen.

 

 

Wirtschaft live

Wirtschaftskunde hautnah erlebten Studierende und SchülerInnen bei der Hauptversammlung der Oldenburgischen Landesbank (OLB), die Ende Mai in der Weser-Ems-Halle stattfand. Neben SchülerInnen aus der Region verfolgten die Studierenden der Oldenburger Universität, wie die Aktionäre den Geschäftsbericht des Vorstandes entgegennahmen und den Jahresabschluss diskutierten. Dabei konnten sie ihren Dozenten für Investitionen und Finanzierung, Dr. Stephan Kaulvers, in seiner Haupttätigkeit als Vorstandssprecher der OLB erleben.

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HRK geht online

Seit Juni gibt die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) einen elektronischen Newsletter für alle Hochschulmitglieder heraus. „HRK online“ erscheint in zwei Ausgaben: die eine richtet sich vorrangig an Studierende, die andere besonders an HochschullehrerInnen und den wissenschaftlichen Nachwuchs. Neben aktuellen Informationen zur Hochschul- und Bildungspolitik werden auch praktische Hinweise gegeben, z.B. über die Auslegung des Hochschulrechts. Der Newsletter kann kostenlos abonniert werden und ist direkt mit einem Diskussionsforum verlinkt, in dem die AbonnentInnen ihre Meinungen austauschen können: www.hrk.de

nach oben Raus aus dem Studierstübchen

Förderung in den Geistes- und Sozialwissenschaften

Der erste Forschungstag der Geistes- und Sozialwissenschaften hat es offen gelegt: Geisteswissenschaftliche Forschung ist oft genug bloß eine „Zwei-Augen-Forschung“. Eine „Kultur des intellektuellen Austauschs“ (s. UNI-INFO 4/02) muss erst noch entwickelt werden. Dass es dazu auch Fördermittel gibt, war auf der Veranstaltung „Förderung und Vernetzung in den Geistes- und Sozialwissenschaften” Mitte Juni an der Universität Oldenburg zu erfahren. Dr. Vera Szöllösi-Brenig, Referentin der VolkswagenStiftung, gab Auskunft über bestehende und neue Programme und Förderungsschwerpunkte.

Geisteswissenschaftliche Forschung stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, sei, so Szöllösi-Brenig, ein wesentliches Anliegen der Förderinitiativen. Als Beispiele für die Schwerpunkte führte sie an: „Zukunftsfragen der Gesellschaft“, „Innovationsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft“, das „Tandemprogramm für Post-Docs“ und die „Schlüsselthemen in den Geisteswissenschaften“ (Informationen unter www.volkswagen-Stiftung.de). Interdisziplinarität spiele dabei eine wesentliche Rolle, sowohl als fächerübergreifende Forschung innerhalb der geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen als auch im Verbund mit naturwissenschaftlichen Fächern. Die VolkswagenStiftung wolle mit ihren Förderinitiativen „die Geisteswissenschaftler aus dem sprichwörtlichen ‘Studierstübchen’ locken“.

Im Jahr 2001 bewilligte die VolkswagenStiftung insgesamt 465 Anträge. Fast die Hälfte (214) waren geisteswissenschaftliche Projekte. Bei frühzeitiger Kontaktaufnahme mit der Stiftung und genauer Informationen über die Konditionen der einzelnen Förderinitiativen erhöhten sich die Erfolgschancen spürbar, sagte Szöllösi-Brenig. Eine Ablehnung bei einer anderen Förderinstitution sollte kein Hinderungsgrund für einen Antrag bei der VW-Stiftung sein: Wenn der Antrag zu einem Fördertopf „passe“, dann gebe es eine reelle zweite Chance. Die Referentin ermunterte die ForscherInnen, Anträge einzureichen: „Wenn ich keine Anträge auf den Tisch bekomme, können auch keine Bewilligungen ausgesprochen werden, und mein Förderetat kann nicht im gleichen Maße aufrecht erhalten werden.“

Zweites Fazit: Vernetzung und Kooperation bleiben wichtige Voraussetzungen, um Förderanträge erfolgreich zu platzieren. Die geisteswissenschaftlichen Disziplinen der Universität Oldenburg werden daher ihre Internet-Seite www.uni-oldenburg.de/fog weiterführen und allen Interessierten die Möglichkeit bieten, hier Projektbeschreibungen einzubringen. Dazu genügt eine E-Mail an: fog@uni-oldenburg.de. Im Wintersemester 2002/2003 soll die Reihe der Veranstaltungen zur geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschung weitergeführt werden.

nach oben Kongress-Stipendien der Universitätsgesellschaft vergeben

 

Die Universitätsgesellschaft Oldenburg (UGO) hat in diesem Jahr zum zweiten Mal die Stipendien der Oldenburger Bankleiter vergeben. Mit der Pädagogin Sylke Bartmann, der Geographin Anja Blume, dem Biologen Tobias Dittmann und dem Physiker Michael Pientka zeichnete Dr. Joachim Peters, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) und Vorstandsmitglied der UGO, die PreisträgerInnen des Jahres 2002 aus.
Von links: Karl-Heinz Blankemeyer (Sprecher der Oldenburger Bankleiter), Heiko Büsing (UGO-Vorstandsmitglied), die StipendiatInnen Sylke Bartmann, Anja Blume, Tobias Dittmann, Michael Pientka und Dr. Joachim Peters (stellv. Geschäftsführer der IHK Oldenburg und UGO-Vorstandsmitglied)

Die Stipendien geben den NachwuchswissenschaftlerInnen die Möglichkeit, ihre Forschungsergebnisse auf einem international bedeutenden Kongress vorzustellen. Die Fördermittel in Höhe von je 1.278 E stammen aus einer Gemeinschaftsspende der Bremer Landesbank, der Commerzbank AG, der Deutschen Bank AG, dem Bankhaus Fortmann & Söhne, der Landessparkasse zu Oldenburg, der Oldenburgischen Landesbank AG und der Volksbank Oldenburg e. G.

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