Presse & Kommunikation
Studium & Lehre
- Wissenschaft „verclickert“
Universität setzt erstmals Audience Response Systeme in der Lehre ein
- Lernen durch Engagement
Neues Modul fördert ehrenamtliche Tätigkeit - Talente fördern, Faszination nahe bringen
Fünf Jahre Frühstudium / Bisher 80 Studierende
- Energieexperten mit Blick für das große Ganze
Konzept für exzellente Oldenburger Energielehre
- Lob und Kritik
Wissenschaft „verclickert“
Universität setzt erstmals Audience Response Systeme in der Lehre ein
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| Axel Hahn teilt vor seiner Vorlesung Clicker-Geräte aus. Foto: Daniel Schmidt |
"Wer hat das neue Buch von Jeff Jarvis gelesen?“ Solche Fragen eröffnen in manchem Seminar die Diskussion. In einem gut besuchten Vorlesungssaal funktioniert das schlecht: Um Kontakt mit den Hörern aufzunehmen, sie einzubinden und ihre Aufmerksamkeit zu steigern, müssen Lehrende zu anderen Mitteln greifen. Zum Beispiel zu Audience Response Systemen (ARS): Kleine handliche Geräte, die Fernsehzuschauer bestens kennen – aus Günther Jauchs Rateshow „Wer wird Millionär?“.
„Clicker“ nennt man die Fernbedienungen, deren Einsatz an Hochschulen noch die Ausnahme ist. Der Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Axel Hahn hat sie nun an der Universität Oldenburg eingeführt. Die Vorteile: Per Clicker beantworten Studierende Fragen anonym. Die Technik bereitet die „Umfrageergebnisse“ grafisch so auf, dass der Lehrende sie sofort nutzen kann. Doch die Geräte lassen sich über das reine Frage-Antwort-Spiel hinaus einsetzen. So bestimmen Studierende zum Beispiel mit, ob ein Sachverhalt an einem weiteren Beispiel erläutert werden sollte, ob die Lehrgeschwindigkeit zu hoch oder zu niedrig ist.
„Hat eLearning früher häufig Lehrende und Studierende entfremdet, so sind die Clicker ein gutes Beispiel dafür, wie die Kommunikation in klassischen Vorlesungen verbessert werden kann“, sagt Prof. Dr. Gunilla Budde, Vizepräsidentin für Studium und Lehre.
„Die Lehre lässt sich mit Einsatz der Clicker besser auf die Hörerinnen und Hörer zuschneiden. Und jeder Lehrende kann die Geräte nutzen“, ist auch Hahn überzeugt. Er hat die Geräte im Projekt Niedersächsisches Netzwerk für E-Assessments & E-Prüfungen (N2E2) eingeführt, das das Land Niedersachsen und die Universität Oldenburg finanzieren, zum Teil aus Studiengebühren. „Das Projektteam war überrascht von der großen Resonanz unter den Lehrenden. Die ersten Erfahrungen waren so positiv, dass die Fakultäten nun weitere Geräte anschaffen. Die vorhandenen sind ständig im Einsatz.“ Innerhalb des Projekts N2E2 würden nun weitere Einsatzszenarien entwickelt, so Hahn. „Die Ideen reichen von Lernspielen bis hin zu elektronischen Prüfungen.“ (me)
Lernen durch Engagement
Neues Modul fördert ehrenamtliche Tätigkeit
Ehrenamtliches Engagement von Studierenden fördern und mit universitärem Lernen verknüpfen – dieses Ziel verfolgt das Modul „Service Learning“, das die Universität seit dem Wintersemester für Studierende aller Fachrichtungen angebietet. Ermöglicht wird es durch eine Kooperation der Universität, der Agentur :ehrensache der Stadt Oldenburg und der Oldenburgischen Bürgerstiftung. Bei der Auftaktveranstaltung Ende Oktober unterzeichneten Universität und Stadt die Kooperationsvereinbarung.
„Unsere Studierenden schärfen durch das neue Modul ihre zivilgesellschaftliche Verantwortungsbereitschaft und ihre Gemeinwesensorientierung. Das entspricht dem Anspruch, der gesellschaftlichen und sozialen Tradition der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg“, erklärt Vizepräsidentin Prof. Dr. Gunilla Budde. Zudem könnten die Studierenden durch die Teilnahme wichtige Sozialkompetenzen erwerben, die in der heutigen Berufs- und Arbeitswelt immer wichtiger würden.
Oberbürgermeister Schwandner ergänzte: „Mit der Einrichtung der kommunalen Agentur :ehrensache fördert die Stadt seit 2004 gezielt bürgerschaftliches Engagement. Es freut uns sehr, jetzt auch gemeinsam mit der Universität und der Bürgerstiftung Studierende näher ans Ehrenamt heranführen zu können.“
Studierende lesen in Altenheimen oder Kindergärten vor, gestalten Spielplätze, verbringen Freizeit mit beeinträchtigten Menschen oder begleiten Kulturveranstaltungen – das sind nur einige Möglichkeiten, wie sich die TeilnehmerInnen des Moduls „Service Learning“ bei gemeinnützigen Einrichtungen, Vereinen oder Projekten in Oldenburg engagieren können. In Workshops unter Leitung des Oldenburger Pädagogen Prof. Dr. Karsten Speck und in Zusammenarbeit mit Monika Engelmann-Bölts von der Agentur :ehrensache werden die Studierenden an das Ehrenamt herangeführt und reflektieren dieses anhand wissenschaftlicher Inhalte. Auf diese Weise erhalten die TeilnehmerInnen einen Einblick in soziale Bereiche, lernen ihre Stärken kennen und erwerben soziale Kompetenzen, auf die sie im späteren Berufsleben zurückgreifen können. (tk)
www.paedagogik.uni-oldenburg.de/fgmethoden/51227.html
Talente fördern, Faszination nahe bringen
Fünf Jahre Frühstudium / Bisher 80 Studierende
Fünf Jahre Frühstudium an der Universität Oldenburg und 13 neue Frühstudierende: Vier Mädchen und neun Jungen im Alter von 14 bis 18 Jahren begrüßte Prof. Dr. Katharina Al-Shamery, Vizepräsidentin für Forschung und Initiatorin des Projekts, bei einer Feierstunde im November. Den Festvortrag mit dem Titel „Eine Reise ins Ewige Eis“ hielt der Polarforscher Dr. Gert König-Langlo vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven.
„Es erfüllt mich in jedem Jahr mit großer Freude, begabte und hoch motivierte Schülerinnen und Schüler an unserer Universität begrüßen zu dürfen“, erklärte Al-Shamery. „Unser Ziel ist es, den jungen Menschen die Faszination von Wissenschaft nahe zu bringen und ihre besonderen Talente zu fördern. Sowohl für uns als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als auch für unsere regulären Studierenden ist die gemeinsame Arbeit mit unseren Frühstudierenden eine Bereicherung.“
Sechs der neu eingeschriebenen Frühstudierenden beginnen ihre wissenschaftliche Laufbahn in der Fakultät V – Mathematik und Naturwissenschaften – vier von ihnen studieren Physik, zwei Chemie. Sechs Gymnasiasten belegen Veranstaltungen am Department für Informatik, eine weitere Schülerin studiert Geschichte.
Das Frühstudium startete 2006 mit elf SchülerInnen in den naturwissenschaftlichen Fächern (Biologie, Chemie, Physik), der Mathematik und der Informatik. Später wurde das Angebot um die Fächer Evangelische Theologie und Religionspädagogik, Geschichte, Pädagogik und Sport erweitert. Insgesamt konnten bisher über 80 Frühstudierende an der Universität begrüßt werden. Zu den jüngsten gehört Jakob Spiegelberg, der im Wintersemester 2006/07 seine erste Chemievorlesung an der Universität Oldenburg hörte: als 13-jähriger Schüler der Liebfrauenschule in Jaderberg (Wesermarsch). In diesem Jahr hat Jakob Spiegelberg sein Abitur gemacht, nun ist er als regulärer Student im Fach Chemie eingeschrieben. In den letzten Jahren erwarb er sieben Scheine, die auf sein jetziges Studium angerechnet werden. Bereits im kommenden Jahr wird er seine Bachelor-Arbeit schreiben. (tk)
Energieexperten mit Blick für das große Ganze
Konzept für exzellente Oldenburger Energielehre
Die Energieversorgung der Zukunft steht vor schwierigen Aufgaben: Künftige Technologien müssen umweltverträglich, effizient, bezahlbar und in der Bevölkerung akzeptiert sein. Um diese Aufgaben zu lösen, braucht es EnergieexpertInnen, die über ihre eigene Fachdisziplin hinausschauen und dadurch einen Blick für das Ganze entwickeln. Einen solchen interdisziplinären und systemischen Ansatz in der universitären Lehre wollen nun die Universität und die Arbeitsgruppe Energie- und Halbleiterforschung am Institut für Physik gemeinsam mit dem Hanse-Wissenschaftskolleg erarbeiten. Das Projekt „Entwicklung eines fachübergreifenden Konzepts für Exzellenzstrukturen in der Oldenburger Energielehre“ ist auf drei Jahre angelegt und wird von der Stiftung „Innovationspool“ des EWE-Forschungszentrums für Engergietechnologie e.V. (NEXT ENERGY) unterstützt. Gestartet ist das Projekt im November mit dem Seminar „Teaching Energy Experts for our Future“. ExpertInnen aus Physik, Windenergieforschung und Politikwissenschaft aus den USA, Niederlanden und Deutschland diskutierten mit Lehrenden und Studierenden über Windenergie, Energiegerechtigkeit, vergleichende Studien zu Klimaschutzinitiativen und politische Implikationen der erneuerbaren Energien.
Lob und Kritik
Das Beschwerdemanagement des Dezernats 3 Studentische und akademische Angelegenheiten der Universität hat seinen Service erweitert: Neben der Möglichkeit für Studierende, ihre Anregungen, Lob oder Kritik per E-Mail einer zentralen Stelle mitzuteilen, ist nun auch der telefonische Kontakt möglich. Montags und mittwochs zwischen 16.00 und 17.00 Uhr hat Anna Rozwadowska, Beauftrage für das Beschwerdemanagement, ein offenes Ohr für die Anliegen der Studierenden. Selbstverständlich ist, dass alle Kontakte vertraulich behandelt und möglichst innerhalb von zwei Werktagen beantwortet werden. Das Beschwerdemanagement soll dazu beitragen, Verbesserungspotenziale mit Blick auf Studium, Lehre und Prüfung zu erkennen und zu nutzen.
www.uni-oldenburg.de/dezernat3/46146.html
@ feedback@uni-oldenburg.de
Tel. 0441/798-4872


