Presse & Kommunikation

Inhalt 2/2012

Studium & Lehre

78 Mal ein platter Reifen

Fahrrad-Weltreise: Uni-Absolventen legen 50.000 km in 1001 Tagen zurück

Machten auch Station im vietnamesischen Hanoi: Tobias Pieper und Nicole Franke. Foto: Privat

Genau 1001 Tage haben Nicole Franke und Tobias Pieper gebraucht, um mit dem Fahrrad die Welt zu umrunden. Im März 2009 waren die AbsolventInnen der Universität Oldenburg gestartet, im Dezember 2011 trafen sie unter großem Jubel wieder in Oldenburg ein. Ihre Bilanz: 31 Länder, knapp 50.000 Kilometer Fahrt und 78 Mal ein platter Reifen.

„Die Idee zu einer Fahrrad-Weltreise kam von Tobias“, sagt Nicole Franke. „Er hatte schon 2000 eine Europa-Tour mit dem Rad gemacht.“ Bis Griechenland war Tobias Pieper damals geradelt – und der Gedanke, mit dem Fahrrad einmal die Welt zu umrunden, hatte ihn danach nicht mehr losgelassen. Im Studiengang Landschaftsökologie lernte er mit Nicole Franke dann die „richtige“ Freundin für einen solchen Plan kennen. „Erst einmal hatte das Studium Vorrang“, blickt Franke zurück, „doch als es auf das Ende zuging, war klar, dass wir die Weltreise machen wollen.“

Bereits während des Schreibens ihrer Diplomarbeiten begannen die beiden, sich um neue Fahrräder, Impfungen und Visa zu kümmern. Ihre Reiseplanung führte von Europa aus südlich von Kaspischem und Schwarzem Meer zunächst bis nach China. Die weitere Route über Südostasien, Australien, Neuseeland, Südamerika und die USA legten Franke und Pieper erst später fest. In Australien blieben die beiden für einen dreimonatigen Arbeitsaufenthalt, um die Reisekasse wieder zu füllen – Franke jobbte auf einem Campingplatz, Pieper als Baumpfleger.

Das eine oder andere ungute Gefühl mussten die beiden Weltenbummler sowohl bei der Planung als auch bei der Reise selbst verdrängen: „Wir hatten uns gerade für unsere Route entschieden, als Russland in Georgien einmarschierte“, sagt Franke. Als die beiden Radler Georgien durchquerten, waren die Kämpfe bereits vorbei – „doch mir war schon mulmig, als ich vor einer zerstörten Brücke stand, von der ich vorher in den Nachrichten gehört hatte“, erinnert sich Nicole Franke.

Beeindruckt waren Franke und Pieper von der Herzlichkeit in den muslimischen Ländern, die alle Ängste und Vorurteile hinwegfegte. „Diese Teekultur ist schon einzigartig, man wird da von Wildfremden von der Straße weggewunken und zum Tee eingeladen“, sagt Franke. Fast unangenehm war den beiden dagegen die Gastfreundschaft in Laos und Kambodscha. „Dort herrscht auf dem Land große Armut, und trotzdem teilen die Leute ihren Reis mit dir, weil es keinen Supermarkt in der Nähe gibt“, berichtet Franke. Überhaupt ist das „Allgemein-Menschliche“ die wichtigste Erkenntnis, die Franke und Pieper von ihrer Weltreise mitgebracht haben: „Uns hat immer wieder beeindruckt, wie viele Menschen uns ihr Haus geöffnet haben, uns im Garten haben zelten lassen, ein Bett oder Essen angeboten haben“, sagt Franke.Erschütternd fanden die Radler dagegen die zerstörte Natur und Umweltverschmutzung in vielen Ländern.

Nach 1001 erlebnisreichen Tagen, die die beiden in ihrem Blog mit dem Titel „Reise zum Horizont“ festgehalten haben, bereiteten ihnen im Dezember Eltern, Freunde und Bekannte einen begeisterten Empfang in Oldenburg. Nun orientieren sich Franke und Pieper neu und wollen erst einmal in der Bonsaigärtnerei von Tobias Piepers Eltern in Enger (Nordrhein-Westfalen) mitarbeiten.

Wer einen genaueren Eindruck von der Reise gewinnen will, hat dazu Ende Februar im Kulturzentrum PFL Gelegenheit. Nicole Franke und Tobias Pieper fassen dann ihre Weltreise in einem rund anderthalbstündigen Fotovortrag mit Musik zusammen. (mb)

Wann: 28. Februar, 19.00 Uhr
Wo: Kulturzentrum PFL, Eintritt 6 Euro

Arbeitsplatz Zukunft

Jobmesse für Erneuerbare Energien im März

Über 375.000 Personen arbeiten heute schon im Berufsfeld „Energieerzeugung aus Erneuerbaren Quellen“, Tendenz steigend. Bis zum Jahr 2030 werden voraussichtlich über einen halbe Million Menschen in dem Sektor tätig sein. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Job- und Bildungsmesse zukunftsenergien nordwest eine besondere Bedeutung. Auf 2.000 Quadratmeterr informieren mehr als 90 Aussteller über Jobangebote und Berufschancen. Damit ist die Messe, die bereits zum dritten Mal von der Universität Oldenburg und ForWind veranstaltet wird, die größte Job- und Bildungsmesse für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Deutschland.

Das Angebot umfasst Branchenworkshops, Vorträge von Personalverantwortlichen zu den beruflichen Anforderungen sowie Schulungen rund um die Bewerbung. Jobwände mit bis zu 500 Jobangeboten informieren über freie Stellen. Exkursionen während der Messe zu Anlagen und Firmen in der Region bieten konkrete Einblicke in das Arbeitsfeld der Erneuerbaren Energien.

Zusätzlich veranstaltet die Job- und Bildungsmesse den Videowettbewerb „Clip for Energy“ zu Berufsperspektiven in den Erneuerbaren Energien. Brancheninteressierte können ihre Motivation und Berufsperspektiven sowie Erwartungen an Beruf und Karriere in dieser Zukunftsbranche im Videoclip darstellen. Die „Clips for Energy“ werden online auf den Portalen der zukunftsenergien nordwest 2012, dem YouTube-Kanal und der Facebook-Fanseite der Messe gezeigt. Die besten Clips werden prämiert. Die Preisverleihung findet auf der zukunftsenergien nordwest statt.

Wann: 9. und 10. März
Wo: EWE-Arena
www.zukunftsenergien-nordwest.de

Im Gedächtnis der Stadt

Studierende untersuchen Erinnerungsorte

Universität als Erinnerungsort: Ehrentafeln im Hörsaalgebäude. Foto: Philipp Herrnberger

Was haben Graf Anton Günther, Grünkohl und der VFB Oldenburg gemeinsam? Es sind Erinnerungsorte, die Studierende der Geschichtswissenschaft an der Universität Oldenburg untersucht haben. Die Ergebnisse sind nun in einem Sammelband erschienen: „Oldenburger Erinnerungsorte. Vom Schloss bis zur Hölle des Nordens, von Graf Anton Günther bis Horst Janssen“ heißt er, herausgegeben von der Historikerin Mareike Witkowski.

Erinnerungsorte sind Orte im topographischen Sinn, aber auch Personen, Ereignisse, Ideen oder Rituale, die sich ins kollektive Gedächtnis eingeschrieben haben. Insgesamt 17 solcher Kristallisationspunkte haben die Studierenden in Stadt und Region zusammengetragen. Es sind Kristallisationspunkte, die im Bewusstsein der OldenburgerInnen eine Rolle spielen und eine identitätsstiftende Funktion für die Stadtbevölkerung haben.

Die Idee zu dem Buch geht zurück auf ein Geschichtsseminar im Wintersemester 2009/2010, in dem die Studierenden zahlreiche BürgerInnen der Stadt befragt hatten, aber auch ExpertInnen aus der Region, HistorikerInnen und Museumsfachleute. 200 Erinnerungsorte wurden so gesammelt, 17 ausgewählt und für das Buchprojekt verarbeitet – darunter auch die Universität Oldenburg. Erstmalig sei damit das Konzept der Erinnerungsorte lokal, auf eine Stadt, angewandt worden, so Seminarleiterin Witkowski. (mr)

www.erinnerungsorte.uni-oldenburg.de

OLELA: Forschen und experimentieren

Lehr-Lern-Labore laden zum Tag der offenen Tür

Die Oldenburger Lehr-Lern-Labore (OLELA) der Universität stellen bei einem Tag der offenen Tür im Februar ihr vielfältiges Angebot vor: Kinder, Jugendliche und Erwachsene können in den Schülerlaboren Grüne Schule, Sinnesschule, CHEMOL, physiXS und HistoLab experimentieren und die Angebote der Informatikdidaktik und der Technikdidaktik nutzen. Ein kostenfreier Shuttleservice erleichtert den Ortswechsel zwischen den Uni-Standorten Haarentor und Wechloy sowie dem Botanischen Garten.

Die Lehr-Lern-Labore sind fester Bestandteil der Oldenburger Lehrerbildung. Unter Anleitung von Studierenden der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) können hier SchülerInnen forschen und erste wissenschaftliche Erfahrungen sammeln. Die angehenden LehrerInnen bekommen auf diese Weise einen theoretisch fundierten und praxisnahen Einblick, wie Lernprozesse funktionieren. Der Aktionstag findet mit Unterstützung der Landessparkasse zu Oldenburg und weiterer Förderer statt.

Wo: Campus Haarentor & Wechloy, Botanischer Garten
Wann: 4. Februar, 13.00 bis 17.00 Uhr
www.olela.uni-oldenburg.de/55967.html

Arbeit alsAusstellungsobjekt

Arbeit ist ein allgegenwärtiges Thema. Sie prägt das Leben von Gesellschaft und Individuen – aber was genau bedeutet Arbeit? Studierende des Studiengangs „Museum und Ausstellung“ haben sich dieser Frage angenommen und einen Ausstellungsparcours konzipiert. Der Titel: „alles ist ARBEIT ist alles“. Entstanden sind Exponate an verschiedenen Orten der Oldenburger Innenstadt, in Schaufenstern oder Vitrinen, die neue künstlerische und kulturwissenschaftliche Sichtweisen eröffnen und Passanten mit dem Thema Arbeit konfrontieren sollen. Die Ausstellung zeigt Meinungen und Erfahrungen und gibt Raum für individuelle Sichtweisen.

Wann: Eröffnung: 20. April,
Ausstellung: 21.4. bis 4.5.
Wo: Oldenburger Innenstadt
www.allesistarbeitistalles.uni-oldenburg.de/index.html

 

"Balu und Du"

Mentorenprojekt startet in nächste Runde

Stu

 

 

Geschenk der Wüste

William Abu Dayyeh-Köhne hat seit 1989 etwa 250 Studierenden und Interessierten an der Universität die arabische Sprache und Kultur vermittelt. Im Sprachenzentrum gab er Arabischkurse für AnfängerInnen und Fortgeschrittene, dabei stand auch die Behandlung literarischer Texte auf dem Programm. Abu Dayyeh-Köhne wusste zu begeistern: Oft wurde an ihn der Wunsch herangetragen, Studienreisen in arabische Länder zu unternehmen. Diesen Wunsch erfüllt Abu Dayyeh-Köhne, inzwischen aus dem aktiven Dienst ausgeschieden, nun: Vom 20. bis 29. Oktober bietet er Interessierten eine Reise in den Oman an.

Oman − Sultanat zwischen Tradition und Moderne, so lautet der Arbeitstitel der Reise in das Land im Osten der Arabischen Halbinsel. Omanis beherrschten einst weite Teile Ostafrikas. Ohne omanische Seefahrer und Kaufleute ist die Islamisierung Südostasiens nicht vorstellbar. Die TeilnehmerInnen besichtigen Ausgrabungen, Befestigungsanlagen, alte Friedhöfe, Ruinen früherer Wohnsiedlungen und Museen. Sie lernen so die wechselvollen Geschichtsepochen des Omans kennen, die bis heute die Kultur und das gesellschaftliche Leben des Landes bestimmen.

Die Reise beginnt an der Nordostküste in der Hauptstadt Muscat, führt durch die ursprüngliche Landschaft des Hajargebirges mit seinen bis zu 3.000 Meter hohen Gipfeln, durch Wadis und Oasen in die Wüste, wo in einem Camp übernachtet wird. Getreu dem arabischen Sprichwort: „Allah hat aus der Wüste alles Überflüssige entfernt, damit wir Menschen das wahre Wesen der Dinge erkennen können. Das ist das Geschenk der Wüste.“

William Abu Dayyeh-Köhne, Tel.: 0441/73122, w.abudayyeh@gmx.de

 

"Balu und Du"

Mentorenprojekt startet in nächste Runde

Stu