Presse & Kommunikation

Inhalt 2/2012

Tagungen

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NS-Volksgemeinschaft: Konstrukt oder Realität?

Tagung zu Nationalsozialismus in niedersächsischen Städten und Regionen

"Volksgemeinschaft‘ vor Ort?“ Mit dieser Fragestellung beschäftigt sich eine Tagung, die vom 23. bis 25. Februar im EWE-Forum Alte Fleiwa stattfindet. Veranstalter ist das niedersächsische Forschungskolleg „Nationalsozialistische ‚Volksgemeinschaft’? Konstruktion, gesellschaftliche Wirkungsmacht und Erinnerung vor Ort“, an dem die Universitäten Oldenburg, Göttingen, Hannover und Osnabrück beteiligt sind. Tagungsleiter sind Prof. Dr. Dietmar von Reeken und Jun.-Prof. Dr. Malte Thießen, die zusammen mit ihrem Team vom Institut für Geschichte die Veranstaltung organisiert haben. Ziel sei es, „den Blick auf die sozialen Kontexte und Prozesse zu schärfen, in denen sich die NS-Gesellschaft konstituierte“, so die beiden Historiker.

„Volksgemeinschaft“ ist die zentrale Propagandaformel der nationalsozialistischen Ideologie, die gleichermaßen soziale Gerechtigkeit und nationale Erneuerung verspricht. Mit der Parole gelang es den Nazis, erhebliche Schubkräfte in der deutschen Gesellschaft freizusetzen und große Teile der Bevölkerung zu mobilisieren. Wie inszenierten die Nazis diese „Volksgemeinschaft“ und wie wurde sie von den „Volksgenossen“ wahrgenommen und erfahren? Welche sozialen, kulturellen, ökonomischen und regionalen Rahmenbedingungen spielten eine Rolle? Welche Folgen hatte die Vorstellung einer Volksgemeinschaft für die Gesellschaft zurzeit der Naziherrschaft? In welchem Verhältnis standen Propaganda und soziale Praxis, nationale und lokale Handlungsebenen?

Es sind Fragen wie diese, denen die Tagung in Fallstudien exemplarisch nachspüren will. In sechs Panels thematisieren WissenschaftlerInnen aus Deutschland, Österreich, Israel und Großbritannien die soziale Praxis in Städten und Regionen Niedersachsens. Dabei geht es um die NS-Justiz am Beispiel Bremens, um Konstrukte der „Volksgemeinschaft“ im Umfeld der Konzentrationslager Bergen, Esterwegen und Moringen, um die Machtrepräsentation in Gauhauptstädten wie Hannover, Oldenburg und Lüneburg, um ländliche Lebenswelten im Nationalsozialismus, um Rüstungsmobilisierung in Wilhelmshaven und Salzgitter sowie um Sport und konfessionelle Milieus unter dem Hakenkreuz. (mr)

www.foko-ns.de

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Infiziertes Europa

Tagung zu Seuchen im 20. Jahrhundert

Seuchen machen Geschichte: Pest-, Pocken- und Cholera-Züge haben die Menschen in Europa bis zum 19. Jahrhundert ebenso in Atem gehalten wie Typhus, Tuberkulose oder die Syphilis. Aber wie hat sich die Geschichte der Seuchen seither entwickelt? Wie haben Seuchen und Infektionskrankheiten das 20. Jahrhundert geprägt? Und welche Probleme und Möglichkeiten ergeben sich für die ForscherInnen, Seuchen als zeitgeschichtliche Phänomene zu erkunden? Diesen Fragen geht eine internationale Tagung nach, die das Institut für Geschichte am 23. und 24. März an der Universität veranstaltet. Ihr Titel „Infiziertes Europa: Seuchen in der Sozial- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts“. Tagungsleiter Dr. Malte Thießen, Juniorprofessor für Deutsche und europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts, erwartet rund 40 TeilnehmerInnen aus sechs Nationen.

Ziel der Tagung ist es, die Umrisse einer Sozial- und Kulturgeschichte von Seuchen im 20. Jahrhundert zu entwerfen und in Fallstudien und Vergleichen thematisch zu vertiefen. Nach Überblicksvorträgen erproben die ReferentInnen – ExpertInnen und NachwuchswissenschaftlerInnen – in fünf Panels unterschiedliche thematische Zugriffe auf das Tagungsthema. Dabei geht es um Seuchen als Gefühls-, Medien- und Wissenschaftsgeschichte in vergleichender, beziehungsgeschichtlicher oder in Gender-Perspektive. Die Tagung wird gefördert durch das Programm PRO*Niedersachsen und die Gerda Henkel Stiftung. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung bis zum 4. März per E-Mail: anke.berding@uni-oldenburg.de

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