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7. März 1996   66/96

Daxner: "Bildung und Wissenschaft sind keine Luxusgüter"

Oldenburg. Als verständlich und berechtigt hat der Oldenburger Universitätspräsident Prof. Dr. Michael Daxner die Kritik des Vorsitzenden der Landeshochschulkonferenz, Prof. Dr. Rainer Künzel (Osnabrück), an der Niedersächsischen Landesregierung bezeichnet. Es sei an der Zeit, deutliche Worte zu sprechen, um das Ausmaß der Probleme angesichts der Sparpläne der Landesregierung kenntlich zu machen. Wörtlich sagte er: "Man kann mit den wichtigsten Ressourcen, über die eine Industrienation verfügt, nicht umgehen wie mit einem Luxusartikel, den man sich nur in fetten Jahren leistet. Die Zukunft unserer Gesellschaft steht und fällt mit ihren Leistungen in Bildung, Wissenschaft und Forschung."

In diesem Zusammenhang bezeichnete Daxner den Kabinettsbeschluß, wonach das Wissenschaftsministerium seinen Etat um 452 Millionen Mark kürzen soll, als abwegig und nicht realisierbar. Schon ein Viertel dieser Summe würde die in den vergangenen zwei Jahren bereits arg gebeutelten Universitäten in eine tiefe Krise stürzen. Bereits jetzt seien die Hochschulentwicklungspläne quasi Makulatur.

Daxner betonte nochmals die Notwendigkeit zu einer Hochschulreform, die auch zum Ziel haben müsse, Studium und Lehre effektiver zu gestalten. Allerdings sei Reformwille bei den Hochschulen nicht zu erreichen, wenn jede materielle Grundlage dafür entzogen würde. Die Regierung müsse sich besinnen und dürfe nicht allein der Buchhalterpolitik des Finanzministers folgen. Wer in schwierigen Zeiten Politik machen wolle, brauche Visionen und Mut.

(Stand: 09.06.2021)