Kontakt

Presse & Kommunikation

Pressemitteilungen

26. April 1996   94/96

Gemeinsame Studiengänge in Groningen, Oldenburg und Bremen?

Oldenburg. Am 25. April 1996 fanden Gespräche zwischen einer Delegation des Niederländischen Bildungs- und Wissenschaftsministerium unter Leitung von Staatssekretär Dr. Ferdinand Mertens und den Leitern der Universitäten Bremen, Groningen und Oldenburg statt - mit dem Ziel, die regionale Zusammenarbeit in der sich entwickelnden Wissenschaftslandschaft zu vertiefen. Dabei ging es u.a. um die Einrichtung gemeinsamer Studiengänge in den Bereichen Chemie, Europäische Studien, Rechtswissenschaften. Nachfolgend der Wortlaut der von Mertens und den Leitern der Universitäten, Prof. Dr. M. A. Kooijmann (Groningen), Prof. Dr. Jürgen Thimm (Bremen) unterzeichneten Erklärung:

Die regionale Neuordnung Europas hat nach der Öffnung zum Osten veränderte Koordinaten geschaffen, an denen sich die Wissenschaft im Nordwesten Deutschlands und in den Niederlanden orientiert. Das Europa der Regionen darf kein leeres Wort bleiben. Bereits 1995 wurde ein Abkommen zwischen den Niederlanden, Flandern sowie den Ländern Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen geschlossen.

Die Zusammenarbeit im Bereich der Hochschulen findet bereits einen aufgeschlossenen und fruchtbaren Boden: Neben dem genannten Vertrag müssen die Aktivitäten der Neuen Hanse Interregio, des Nordverbundes der Universitäten, der bestehenden Partnerschaften, des Hanse Wissenschaftskollegs und einzelner Kooperationsprojekte koordiniert werden.

Die Teilnehmer an dem Gespräch haben neben dem allgemeinen Informationsaustausch und einer Bewertung des Standes der Regionalisierung konkrete Teilbereiche der Kooperation angesprochen:

  • Gemeinsame Anstrengungen in der Hochschulreform sollen zu koordinierten Verfahren führen. Dafür ist die Evaluation des Nordverbundes ein gelungenes Beispiel.

  • Über den bestehenden Studentenaustausch hinaus sollen gemeinsame Studiengänge mit gemeinsamen Abschlüssen geplant und erprobt werden: Hierzu finden Vorarbeiten in den Bereichen Chemie, Europäische Studien, Rechtswissenschaften u.a. statt.

  • Synergetische Effekte sollen darin erzielt werden, daß die Erfahrungen mit Globalhaushalten, erweiterter Finanzautonomie und gemeinsamen Dienstleistungseinrichtungen erprobt werden.

  • Die bestehende Zusammenarbeit in der Forschung soll ausgebaut werden, gemeinsame Antragsverfahren , z.B. gegenüber der Europäischen Union , sollen erprobt werden.

  • Niederlandeschwerpunkte im Bereich Bremen/Oldenburg sollen geplant werden.

Die Teilnehmer sind sich bewußt, daß diese Gespräche vor dem Hintergrund ernsthafter finanzieller Restriktionen in allen beteiligten Ländern stattfinden. Sicherlich sind viele Reformen nicht durch zusätzliche Gelder, sondern durch Umschichtung vorhandener Ressourcen zu erbringen. Es ist aber für alle beteiligten Regierungen unabweislich, daß Investitionen in eine Regionalstruktur von Wissenschaft geleitet werden müssen, ohne die ganze Wissenschaftsbereiche von der sich abzeichnenden Entwicklung abgehängt werden.

Die weitere Entwicklung der Zusammenarbeit wird davon abhängen, wieweit es gelingt, Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten sachgerecht und konkret zu verteilen."

(Stand: 20.04.2022)