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14. Oktober 1999   277/99

Arbeit muss früh zum Thema gemacht werden

Oldenburg. Eine frühe Konfrontation mit dem Thema Arbeit bei der Behandlung von Alkoholabhängigen hält der Vorsitzende der Arbeitsstelle "Sucht und Drogenforschung (SAUS)" an der Universität Oldenburg, Prof. Dr. Rüdiger Meyenberg, für notwendig. Die mit hohen Kosten verbundenen Entwöhnungsbehandlungen könnten so deutlich optimiert werden. Zudem sei für den Erfolg von Rehabilitationsmaßnahmen die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den therapeutischen Einrichtungen mit den Arbeitsämtern, Bildungseinrichtungen und Betrieben wünschenswert. Meyenberg äußerte sich auf einer Expertentagung "Neue Wege in der Rehabilitation Alkoholabhängiger", die heute in der Universität Oldenburg stattfand.

Die Arbeitsstelle SAUS überprüft zur Zeit, mit finanzieller Förderung der Landesversicherungsanstalt Oldenburg/Bremen, die Effektivität von Behandlungen Alkoholabhängiger. Bei ihren Untersuchungen fanden die Wissenschaftler heraus, dass am Ende stationärer Aufenthalte nicht nur Therapeuten und Ärzte die Leistungsfähigkeit ihrer Patienten zumeist positiv einschätzen, sondern auch die Patienten selbst zuversichtlich ihrer Zukunft entgegensehen. Insofern könne man konstatieren, so Meyenberg, daß sich die Situation der Alkoholabhängigen durch Entwöhnungsbehandlungen verbessere, und die stationären Einrichtungen ihrem Rehabilitationsziel, der Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit, im Grundsatz nachkämen. Allerdings würden im ersten Jahr knapp ein Drittel rückfällig. Zudem zeigten sich bei einem erheblichen Teil der Patienten Probleme bei der sozialen Integration, die einen dauerhaften Rehabilitationserfolg gefährden. Hier müsse angesetzt und neu nachgedacht werden. Voraussetzung dafür sei, daß die an der Integration beteiligten Einrichtungen kooperierten und sich mehr als bisher aufeinander abstimmten. Diese Verbesserung könne durch die Einführung eines Casemanagers ermöglicht werden, der Alkoholabhängige von der Diagnose über die stationäre Therapie bis hin zur Kontaktaufnahme in einer Selbsthilfegruppe betreut und bei der beruflichen Integration Unterstützung bietet.

Kontakt: Arbeitsstelle "Sucht- und Drogenforschung (SAUS)", Fachbereich 3 Sozialwissenschaften, Prof. Dr. Rüdiger Meyenberg, Wiss. Mitarb. Knut Tielking, Tel. 0441/798-5156, Fax –5180, E-Mail:

(Stand: 09.06.2021)