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18. Juli 2000   213/00

Gäste aus Südafrika ziehen Bilanz nach ihrem vierwöchigen Aufenthalt

Oldenburg. Am Ende ihres vier- bis fünfwöchigen Studien- und Arbeitsaufenthalts in Niedersachsen (in Oldenburg, Cloppenburg, Wilhelmshaven, Jever, Varel, Syke, Dorum und Midlum) haben die insgesamt 24 TeilnehmerInnen einer Gästegruppe von Lehrkräften und Theaterpäda-gogen aus der niedersächsischen Partner-Region Eastern Cape Province (Südafrika) eine positive, aber auch nachdenkliche Bilanz ihres Besuchs gezogen, zu dem sie die Universität Oldenburg eingeladen hatte.
Persönliche Schicksale und Sichtweisen
Arnold Jordaan, der Schulleiter der Westville High School in Port Elizabeth, und Zolani Mofu, Mitarbeiter eines Tourismus-Unternehmens Shamwari Game Reserve haben als Sprecher der Gruppe über ihre Eindrücke und ihre Einschätzungen zur weiteren Kooperation mit Schulen und Jugendgruppen berichtet. "Wir müssen unsere falschen Bilder über einander korrigieren. Afrika darf nicht nur mit Ethno-Musik, Drogenhandel, Aids, Hunger und Kriminalität assoziiert werden und Deutschland nicht nur mit Ausländerhass, Sauberkeit, Kälte, Wohlstand und technischer Perfektion," so Jordaan.
Die Familie von Arnold Jordaan wurde Opfer der Vertreibungs- und Enteignungsmaßnahmen des Apartheid-Regimes (ähnlich der "Arisierung"). Ihnen wurde ihr Land weggenommen und sie wurden als sogenannte "Farbige" auf Land verwiesen, von dem zuvor "Schwarze" vertrieben worden waren. Heute bemüht er sich zusammen mit verantwortungsbewußten "weißen" Schulleitern um eine Zusammenarbeit zur Förderung benachteiligter nicht-weißer SchülerInnen und Erwachsener ohne Schulabschluß. Zolani Mofu lebt in einer ländlichen Armutsregion (in Paterson) und ist froh, einen Arbeitsplatz als einer der wenigen nicht-weißen Ranger in einem Tourismus-Wildpark-Unternehmen zu haben, das die umliegenden Dorf- und Farm-Schulen mit Umweltbildungsangeboten unterstützt.

Dank an Sponsoren und ehrenamtliche Helfer
Namens der Gästegruppe haben sie sich bei der Landesregierung, der Universität Oldenburg, der Stadt Oldenburg (die mit ihrem Kulturzentrum Rennplatz beteiligt ist), den beteiligten 14 Schulen über die freundliche Aufnahme und Unterstützung ebenso bedanken wie bei den Spendern und Sponsoren (die etwa 7500 DM aufgebracht haben) und den vielen ehrenamtlichen Helfern und Studierenden sowie den Lehrerinnen und Lehrern, die viel zusätzliche Arbeit in das Gelingen des Programms investiert haben.

Kontaktangebote der Stadt Port Elizabeth
Insbesondere die Region Port Elizabeth (u.a. Standort des VW-Werks) in der Partnerprovinz Eastern Cape hätte unserer Region vieles zu bieten, falls die Kontaktangebote auf Interesse sto-ßen. Der Bürgermeister der City of Port Elizabeth, einer der ersten schwarzen Großstadt-Bürgermeister in Südafrika, hat der Stadt Oldenburg in einem ausführlichen Brief die Entwicklungsmöglichkeiten für Tourismus, Wirtschaftsunternehmen und kulturelle Projekte erläutert. Diese Botschaft wurde am 19. Juni bei dem offiziellen Empfang für die Gästegruppe im Alten Rathaus von einer Lehrerin vorgetragen und wird von Oberbürgermeister Dr. Poeschel beant-wortet werden. Mit der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer wurden Gespräche über eine Zusammenarbeit mit Berufsschulen und der Chamber of Commerce Port Elizabeth begonnen.

Gabriel persönlich interessiert
Ministerpräsident Siegmar Gabriel, der im Oktober 1999 mit der SPD-Landtagsfraktion die Eastern Cape Province und auch die Projektkoordinatoren in Port Elizabeth besuchte, informierte sich nach seiner Rückkehr mehrmals persönlich über die weitere Unterstützung eines Jungendzentrums im Township Walmer, das zu dem entstandenen Fortbildungs- und Kooperationsnetz gehört.
Südafrikanische Lehrerinnen und Pädagogen in niedersächsischen Schulen und Jugendzentren
Während ihres vierwöchigen Aufenthaltes haben die Jugendtheater-Mitarbeiter aus Walmer und die LehrerInnen aus den Township- und Farm-Schulen wichtige weiterwirkende Beiträge zur Jugendarbeit und zum Unterricht in den Fächern Englisch, Geschichte, Gemeinschaftskunde, Geographie und Musik

(Stand: 20.04.2022)