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Hanna Kiper

Wolfgang Mischke

 

8. November 2001   331/01

Welche Zukunft hat die Lehrerausbildung? Kongress mit 300 Teilnehmern

Oldenburg. Die gesellschaftliche Öffentlichkeit ist - auch angesichts der Herausforderung der Verjüngung und Erneuerung der Schulen - an gut ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern interessiert. Wie werden Lehrerinnen und Lehrer ausgebildet? Was müsste verändert werden? Welches Wissen aus dem Studium sollen Absolventen eines Lehrerstudiums in die Schulen mitbringen? Diese Fragen stehen am 9. und 10. November im Mittelpunkt des Kongresses "Welche Zukunft hat die Lehrerausbildung in Niedersachsen?" in der Universität Oldenburg. Erwartet werden 300 TeilnehmerInnen. Organisatoren sind die Erziehungswissenschaftlerinnen Dr. Renate Hinz und Prof. Dr. Hanna Kiper sowie der Psychologe Dr. Wolfgang Mischke.

In den letzten Jahren wurde eine Vielzahl von Gutachten zur Verbesserung der grundständigen Lehrerausbildung in verschiedenen Ländern (Hessen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg), aber auch von der Kultusministerkonferenz (KMK) vorgelegt. Diese Gutachten setzen unterschiedliche Akzente. So werden u.a. eine Anpassung der Inhalte der Lehrerbildung an ein verändertes Berufsleitbild, die Teilung des Studiums in ein Grund- und Hauptstudium (mit Zwischenprüfung), eine Modularisierung des Studienangebots, verstärkte Praxisphasen, eine andere Studienorganisation (Projekte, interdisziplinäre Studien), Studiensemester im Ausland und neue Inhalte (Organisationswissen, Informationstechnologisches Wissen) gefordert.

Der Kongress will den ExpertInnen ein Gesprächsforum über die Verbesserungsvorschläge einer grundständigen Lehrerbildung bieten.

Unabhängig davon wird auf der Veranstaltung auch über die Abschaffung der eigenständigen Lehrerbildung diskutiert. So gibt es Bestrebungen, die grundständige Lehrerbildung durch Bachelor- und Masterstudiengänge zu ersetzen. Die BefürworterInnen argumentieren, dass auch im europäischen und außereuropäischen Ausland derartige Ausbildungsgänge bestehen und dass diese Studierenden eine Vielfalt von Berufsfeldern erschließen. Außerdem erlaube das Modell, aus einer großen Zahl studierter junger Menschen diejenigen auszuwählen, die für den Lehrerberuf besonders geeignet seien. Das Modell sieht vor, in einem ersten Studium mit dem Abschluss Bachelor zwei Fächer zu studieren und in einer darauf aufbauenden Master-Phase die Grundwissenschaften (Pädagogik, Psychologie) und die Fachdidaktiken zu studieren. Unabhängig von den kritischen Voten einer Vielzahl von ProfessorInnen wird in Nordrhein-Westfalen die Ablösung bzw. Ergänzung der grundständigen Lehrerbildung durch Bachelor- und Master-Studiengänge zum Wintersemester 2001/02 umgesetzt.

Angesichts dieser Entwicklungen wird es auf dem Kongress um die Frage gehen, welche Chancen und Probleme in einer anders organisierten Lehrerbildung liegen, aber auch darum, wie das Pädagogik-Studium (mit Abschluss BA, MA und Diplom) mit der Lehrerbildung besser koordiniert werden kann, so dass Doppelqualifikationen möglich werden.

Da alle Ländergutachten und das KMK-Gutachten von der Notwendigkeit ausgehen, Lehrerbildung als "lebenslanges Projekt" zu verstehen und der Berufseinstiegsphase, aber auch der Fort- und Weiterbildung eine wichtige Aufgabe zuweisen, soll auch erörtert werden, wie die Universität sich verändern muss, um einen Beitrag zum lebensbegleitenden Lernen und zur Fort- und Weiterbildung zu leisten.

Weitere Informationen: www.uni-oldenburg.de/lb_kongress

Kontakt: Dr. Wolfgang Mischke, Tel.: 0441/798-2046,
E-Mail:

(Stand: 20.04.2022)