Kontakt

Presse & Kommunikation

Pressemitteilungen

 

» Druckversion

 

» April 2002
» Gesamtübersicht

 

24. April 2002   117/02

"Schöne neue Gewalt" Abschiedsvorlesung von Rudolf zur Lippe

Oldenburg. Prof. Dr. Rudolf zur Lippe, Philosoph an der Universität Oldenburg, hat heute im Rahmen einer akademischen Feier Abschied von der Universität genommen und ist in den Ruhestand getreten. Der Wissenschaftler, der sich zeitlebens "gegen die Zerstörungen des Lebens im Namen der Realität" einsetzte, hielt seine Abschiedsvorlesung zum Thema "Schöne neue Gewalt".

Zur Lippe war Schüler der Philosophen Max Horkheimer und Theodor W. Adorno und auch des Meditiationslehrers Karlfried Graf Dürckheim. Die Bewegung in Gegensätzen war und ist Kennzeichen seines Lebensweges. Nach dem Studium der Nationalökonomie in Bonn und Göttingen, der mittleren und neueren Geschichte in Heidelberg und Paris promovierte er 1965 mit einer Dissertation zu der französischen Deutschlandpolitik während der Weimarer Republik. Nach freiberuflichen Jahren u.a. als Übersetzer, Lektor und Bühnenarbeiter nahm er 1969 die Arbeit an einer Habilitaton bei Adorno in Frankfurt auf, die er 1973 mit der venia legendi für Sozialphilosophie und Ästhetik abschloss. Nach Erscheinen seiner zweibändigen Habilitationsschrift "Naturbeherrschung am Menschen" wurde er 1974 auf einen Lehrstuhl für Ästhetik an der Universität Oldenburg berufen.

Der Philosoph hat stets für ein "Sinnenbewusstsein" geworben, das zu einer gelasseneren und offeneren Denkweise und Lebenspraxis ermutigt. Da Lektüre und universitäres Studium allein diesen Anspruch kaum einlösen können, rief er 1990 die "Karl Jaspers Vorlesungen zu Fragen der Zeit" ins Leben, die Wissenschaftler und Denker aus aller Welt zu interdisziplinären und interkulturellen Gesprächen in Oldenburg und seinem Wohnort Hude zusammen gebracht haben, um gemeinsam über Lösungen für Probleme unserer Epoche nachzudenken. Zu den Gästen gehörten u.a. Lew Kopelew, Hans-Georg Gadamer, Ivan Illich (Mexiko), J.P.S. Uberoi (Indien), Humberto Maturana (Chile), Marcel Tshiamalenga-Ntumba (Nigeria), Jeannne Hersch (Schweiz) und Eveline Goodman-Thau (Israel).

Kontakt: Dr. Reinhard Schulz, Tel.: 0441/798-4402,
E-Mail:

Klicken für Druckvorlage

Druckvorlage

(Stand: 09.06.2021)