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Jürgen Rullkötter

 

16. Mai 2002   137/02

Bakterieller Abbau von Schadstoffen Internationales Expertentreffen mit israelischen und palästinensischen Wissenschaftlern

Oldenburg. Zum Thema "Abbau von Schadstoffen durch Cyanobakterienmatten" treffen sich am 17. und 18. Mai 2002 im Hanse-Wissenschaftskolleg in Delmenhorst auf Initiative der Universität Oldenburg etwa 25 Wissenschaftler aus Dänemark, Frankreich, Israel, den Niederlanden, Palästina, Spanien, den USA und Deutschland. Sie werden die Ergebnisse eines deutsch-israelisch-palästinensischen Forschungsprojekts zur Reinigung von Abwässern und verunreinigtem Meerwasser durch Cyanobakterienmatten, das seit vier Jahren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird, diskutieren und mit einem thematisch ähnlich gelagerten Forschungsprojekt der Europäischen Union vergleichen.

Prof. Dr. Jürgen Rullkötter vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg, der das trilaterale DFG-Projekt leitet, verspricht sich von dem Gedankenaustausch Aufklärung über den aktuellen Stand des Wissens zu Funktion und Fähigkeiten der außerordentlich komplexen Lebensgemeinschaft der Bakterienmatten beim Schadstoffabbau. Die Wissenschaftler werden auch der Frage nachgehen, ob sich kultivierte Cyanobakterienmatten in Ländern mit nur gering ausgebauter Infrastruktur, aber einer hohen Sonneneinstrahlung, die für ihr Wachstum äußerst günstig ist, technisch zur Sanierung verschmutzter Gewässer einsetzen lassen. Besonders die palästinensischen Projektpartner sind an einer derartigen Entwicklung sehr interessiert.

Das mit viel Elan ins Leben gerufene deutsch-israelisch-palästinensische Gemeinschaftsprojekt leidet seit dem Beginn der jüngsten Intifada im September 2000 erheblich unter den politischen Spannungen im Nahen Osten. Die Anreise der Wissenschaftler aus Gaza zu den gemeinsamen Treffen in Deutschland ist nur unter größten Schwierigkeiten und mit massiver Unterstützung ihrer israelischen Kollegen zu erreichen. Gemeinsame Arbeiten vor Ort sind mittlerweile nicht mehr möglich. Indem die palästinensischen Wissenschaftler jedoch nach wie vor die Experimentierbecken vor den Toren der Stadt Gaza betreiben, bringen sie ihren Anteil weiterhin in das Projekt ein. Es gelingt zudem immer wieder, Probenmaterial nach Deutschland zur Untersuchung zu schleusen, auch wenn den Kurieren nicht immer klar ist, welchen wissenschaftlichen Wert ihre Mitbringsel haben.

Kontakt: Prof. Dr. Jürgen Rullkötter, Tel.: 0441/798-5359, E-Mail:

(Stand: 20.04.2022)