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Lydia Potts

 

3. Dezember 2002   358/02

Geschlechter(un)gleichheiten in muslimischen Gesellschaften Internationaler Workshop an der Universität Oldenburg

Oldenburg. Die muslimische Frau ist dem Manne unterlegen und wird unterdrückt - ein Klischee, das sich nur allzu oft in unseren Köpfen findet. Die vielfältigen Geschlechter-Diskurse in den Gesellschaften Nordafrikas, des Nahen Ostens oder Südostasiens sind weitgehend unbekanntes Terrain, sowohl an westlichen Universitäten als auch in der breiten Öffentlichkeit.

Der internationale Workshop "Negotiating Power, Contesting Violence, and Assessing Perspectives for Transcultural Approaches: Gender and Nation State in Muslim Societies" ("Macht verhandeln, Gewalt eindämmen und Perspektiven transkultureller Ansätze entwickeln: Geschlecht und Nation in muslimischen Gesellschaften"), der vom 12. bis 15. Dezember 2002 an der Universität Oldenburg stattfindet, sucht den in der Wissenschaft längst überfälligen Dialog. Mehr als 20 ExpertInnen aus Nordafrika, Südostasien, dem Mittleren Osten, Nord- und Osteuropa und Nordamerika werden zu Gast in Oldenburg sein, um ihre Arbeiten zu Geschlechter- und Gewaltkonstruktionen in der muslimischen Welt zu diskutieren.

Im Mittelpunkt stehen Themen wie "Geschlechter(un)gleichheit und nationalstaatliche Entwicklung", "Strategien gegen Gewalt: Handlungsmöglichkeiten innerhalb nationaler Rechtssysteme", "Maskulinität und Nationalstaat im Nahen Osten" und "Im Namen der Nation: zwischen Opferbereitschaft und selbstbestimmtem Handeln". Dabei soll z. B. die Frage beantwortet werden, welche Konzepte von Männlichkeit sich in der irakischen Öffentlichkeit finden.

Dem interdisziplinären Ansatz folgend, erwartet das gastgebende Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Oldenburg HistorikerInnen, PolitologInnen, KriminologInnen, PsychologInnen und SoziologInnen, wie auch Islam-, Medien und RechtswissenschaftlerInnen. Der Workshop wird durch den Deutsche Akademische Austauschdienst und die Universität Oldenburg gefördert.

Informationen und Programm
www.uni-oldenburg.de/zfg/konferenz/konferenz.htm

Kontakt: Dr. Lydia Potts, Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung, Universität Oldenburg, Tel.: 0441/798-2530 und 0170/4101791, E-Mail:

Hinweis für die Kolleginnen und Kollegen der Presse:
Auf Wunsch können Sie unter der mobilen Rufnummer 0170/4101791 (Dr. Lydia Potts) einen telefonischen oder persönlichen Gesprächstermin mit den beteiligten ExpertInnen vereinbaren. Zu Gast in Oldenburg werden u.a. sein:

Dr. Mohammed Awadh Baobaid, der an der Universität Erlangen-Nürnberg in Psychologie und Kriminologie promovierte, ist Jemenit und lehrte in den neunziger Jahren an der Universität San´a (Jemen). Dort gründete er das "Center for Youth Research and Development" und war zeitweise Leiter des Instituts für Frauenstudien. Nach einem politischen Konflikt um das Zentrum ging er nach Kanada und arbeitet seither dort als "men's counselor". Baobaid legte Untersuchungen zur Gewalt gegen Frauen im Jemen und zu Frauen in Gefängnissen vor und brach damit das Schweigen. In seinem Workshop-Beitrag wird er sich mit der Beziehung von Maskulinität und geschlechtsspezifischer Gewalt im Jemen beschäftigen.

Pinar Ilkkaracan arbeitet als Psychotherapeutin und Geschlechterforscherin in Istanbul/Türkei. Die deutschsprechende Frauenrechtlerin begründete und leitet das Netzwerk "Women for Women´s Human Rights", dem es im Jahr 2001 gelang, im türkischen Familienrecht mehr Gleichheit zwischen Mann und Frau zu verankern. Ilkkaracan ist Herausgeberin des Buches "Women and Sexuality in Muslim Societies", (Istanbul, 2000).

Dr. Azza Karam ist ägyptische Muslimin und leitet die Abteilung für Frauen der "World Conference on Religion and Peace" (WCRP) in New York. Sie lehrte u.a. in Deutschland, den USA, Dänemark, den Niederlanden, Ägypten, Schweden und Indien. Im Mittelpunkt ihrer Forschungen steh

(Stand: 20.04.2022)