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8. Mai 2003  124/02

Als Weber "Wunderlich" war
Lesung von Hermann Weber zum 17. Juni 1953



Oldenburg. Am 17. Juni 2003 jährt sich der Volksaufstand gegen die SED-Herrschaft zum fünfzigsten Mal. Die Arbeitsstelle "DEFA-Filme als Quellen zur Politik und Kultur der DDR" an der Universität Oldenburg will zusammen mit der Landeszentrale für politische Bildung Verlauf und Hintergründe des Aufstands beleuchten. Prof. Dr. Dr. em. Hermann Weber, unter dem Decknamen Wunderlich einst Schüler der SED-Parteihochschule "Karl Marx" und heute Nestor der DDR-Forschung, wird am Dienstag, 13. Mai 2003, 20.00 Uhr, im Vortragssaal der Bibliothek aus seinen Erinnerungen lesen. Mitveranstalter sind die Konrad Adenauer Stiftung e.V. Oldenburg und die Carl von Ossietzky Buchhandlung. Der Eintritt ist frei.

Der 1928 geborene Weber war Ordinarius für Politische Wissenschaft und Zeitgeschichte an der Universität Mannheim und Leiter des Arbeitsbereichs DDR-Geschichte. Weber ist Verfasser von Werken wie " Die Wandlung des deutschen Kommunismus. Die Stalinisierung der KPD in der Weimarer Republik" (1969), "Geschichte der DDR" (1985) und "‚Weiße Flecken' in der Geschichte - die KPD-Opfer der Stalinschen Säuberungen und ihre Rehabilitierung" (1989) sowie Herausgeber des Jahrbuchs für Historische Kommunismusforschung. Er ist Mitglied des Stiftungsrates "Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur" und der Deutsch-Russischen Historikerkommission. In dem gemeinsam mit seiner Frau Gerda Weber verfassten Buch "Damals, als ich Wunderlich hieß" beschreibt Weber einfühlsam und kenntnisreich die Wandlungen eines jungen Kommunisten zu einem kritischen Sozialisten.

Darüber hinaus wird Weber am Mittwoch, 14. Mai 2003, im Rahmen der Tagung "Der 17. Juni 1953 in der DDR - Freiheit und Einheit als Aufgabe" im Vortragssaal der Universitätsbibliothek einen Vortrag zum Thema "Die Krise der SED-Diktatur und der 17. Juni 1953 in der deutschen Arbeiterbewegung" halten. Der Oldenburger Historiker Prof. Dr. Karl-Ludwig Sommer skizziert in seiner Vorlesung zur "Freiheit und Einheit in der deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts" die historischen Entwicklungslinien bis zum Jahr 1989. Der Politikwissenschaftler Klaus Finke gibt einen Einblick in den Bestand an Zeugnissen zum Juni-Aufstand und führt ein in seine Deutungs- und Rezeptionsgeschichte. Im Mittelpunkt der Sektionsarbeit am Nachmittag steht die vergleichende Analyse der politischen Reaktionen und der medialen und die Bearbeitung im historisch-politischen Raum. Ein Podiumsgespräch um 17.00 Uhr schließt die Tagung der Arbeitsstelle "DEFA-Filme" ab.

www.uni-oldenburg.de/defa

Kontakt: Gebhardt Moldenhauer, Tel.: 0441/798-2177, E-Mail:
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(Stand: 09.06.2021)