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02. Juli 2003  225/03

In Erinnerung verloren
Vortrag zum Galizien-Mythos des polnischen Schriftstellers Andrzej Kus'niewicz

Oldenburg. Unter dem Titel „In Erinnerung verloren“ thematisiert der Bremer Kulturhistoriker Dr. Dirk Uffelmann im Rahmen der Ringvorlesung „Habsburg und die Slavia“ am Dienstag, 8. Juli 2003, 18 Uhr, im Vortragssaal der Universitätsbibliothek den Galizien-Mythos des polnischen Schriftstellers Andrzej Kus'niewicz (1904-1993).

Für die polnische Nachkriegskultur spielen die 1945 verlorenen Gebiete, die heute zur Ukraine, Weißrussland und Litauen gehören, eine bedeutende Rolle. Vor allem das früher zum Habsburgerreich gehörende Galizien wird in der Literatur mythisiert. Uffelmann, der als Assistent an der Universität Bremen Kulturgeschichte Ost- und Ostmitteleuropas lehrt, stellt Kus'niewicz als einen Autor vor, der zur untergegangenen multiethnischen Welt Galiziens eine gespaltene Stellung einnimmt: Einerseits schreibt auf eine extrem vergangenheitsbezogene Weise und andererseits vertritt er die postmoderne Skepsis gegen den dokumentarischen Wert von Erinnerung. An Kus'niewicz‘ Roman „Lektion in einer toten Sprache“ demonstriert der Referent diese Spannung von Mythisierung und Simulation, von Konstruktion und Dekonstruktion.

Kontakt: Dr. Gun-Britt Kohler,
Tel.: 0441/798-2309,
E-Mail:

(Stand: 20.04.2022)