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12. Februar 2004  38/04

Bologna und die Folgen für die Hochschulen
Symposium an der Universität Oldenburg

Oldenburg. Bislang wird die europäische Hochschulreform und deren in der "Bologna-Erklärung" festgehaltenen Vereinbarungen vorwiegend unter bildungspolitischen Gesichtspunkten diskutiert. Vorherrschendes Thema ist zumeist die flächendeckende Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge. Aber es kommen weitere, in ihrer Bedeutung derzeit noch unterschätzte Veränderungen auf die Hochschulen zu. Die Konsequenzen dieser Neuerungen stehen im Mittelpunkt des internationalen Symposiums "Bologna und die Folgen für die Hochschulen", das am 27. und 28. Februar 2004 an der Universität Oldenburg stattfindet. Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Dezernenten und Personen aus dem Planungsstab von Universitäten und Fachhochschulen. Das Symposium wird von dem Arbeitsbereich Weiterbildung unter Leitung von Prof. Dr. Anke Hanft in Kooperation mit dem Bund Norddeutscher Universitäten veranstaltet.

Neue Hochschulzugangsmöglichkeiten
Mit der Einführung von Bachelor- und Masterstrukturen werden auch die Verfahren für die Zulassung zum Hochschulstudium neu geregelt. Neben der Auswahl geeigneter Studierender kommt auch der Anerkennung von Vorleistungen und beruflichen Erfahrungen eine besondere Bedeutung zu. Die neue Durchlässigkeit zwischen Hochschule und anderen Bildungssystemen erfordert eine aktive Gestaltung der Übergänge zwischen den Bildungssystemen durch die Hochschulen. Damit eng verbunden ist die Entwicklung von Standards für die hochschul- und institutionenübergreifende Anrechnung von Credit Points und Vorleistungen. Die Aussagekraft z. B. von Kreditpunktesystemen wie dem ECTS sagen etwas über erlernte Studieninhalte, jedoch kaum etwas über erworbene Handlungskompetenzen aus. Die qualitative Dimension des Gelernten zum Ausdruck zu bringen und hierfür Standards zu definieren, ist eine weitere Herausforderung für die Hochschulen.

"Employability"
Die Einführung von Bachelor- und Masterabschlüssen bedeutet auch, die Ausrichtung von Studiengängen neu zu diskutieren. Zentraler Diskussionspunkt ist die "Employability": die Hochschulen sollen nicht nur für die wissenschaftliche Qualifikation sorgen, sondern auch die Beschäftigungsfähigkeit ihrer Studierenden im Blick haben. Studiengänge müssen stärker auf die Erfordernisse des Arbeitsmarktes abgestimmt und fortlaufend angepasst werden. Eine hochschulübergreifende Qualitätssicherung des Lehrangebots und die Berücksichtigung von Veränderungen des Arbeitsmarktes sollten gewährleistet sein.

Hochschulexperten diskutieren
An dem Symposium nehmen zahlreiche Hochschulexperten aus Deutschland und den europäischen Nachbarländern teil - darunter der Leiter der internationalen Abteilung der Hochschulrektorenkonferenz, Christian Tauch, der Leiter des Ressorts Strategieentwicklung des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie der Schweiz, Dr. Andri Gieré, der Präsident der Universität Hamburg und Vorsitzende des Verbundes Norddeutscher Universitäten , Dr. Dr. Jürgen Lüthje, die Grazer Expertin für Hochschulmanagement, Prof. Dr. Ada Pellert, der Generalsekretär der Konferenz der Schweizer Fachhochschulen, Dr. Fredy Sidler, die Expertin für Bildungsplanung, Evaluation und Beratung, Prof. Dr. Karen Sonne Jakobsen (Universität Roskilde), und der Projektleiter "Quality Management Research" der Universität Twente, Dr. Don F. Westerheijden. Sie bringen ihre länderspezifischen Erfahrungen bei der Umsetzung der "Bologna-Erklärung" ein und stellen diese mit Blick auf das deutsche Hochschulsystem zur Diskussion.

Das Symposium ist eingebettet in das Modul "Hochschulpolitik" des neuen internetgestützten Studiengangs "Master of Business Administration in Educational Management" der Universität Oldenburg, der bereits auf die neuen europäischen Standards ausgerichtet ist: Er richtet sich an Personen, die in Bildungsein-richtungen und Hochschulen beschäftigt sind und sich über ihr bereits absolviertes Studium hinaus qualifizieren wollen.

Infos: http://web.web.uni-oldenburg.de/symposium.html

Kontakt: Prof. Dr. Anke Hanft, Tel.: 0441/798-2743,
E-Mail:

(Stand: 20.04.2022)