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05. Januar 2005   004/05   Forschung

Fans von Black und Death Metal
Auszeichnung für Magisterarbeit
 

Oldenburg. Die Musikrichtung Black und Death Metal wird von den Musikern und Fans zwar als „aggressiv“ eingestuft, die HörerInnen sind aber keine aggressiven Menschen – eher im Gegenteil. Dies ist das Resümee der Magisterarbeit „Black und Death Metal - Eine empirische Untersuchung zu Gewalt, Religion und politischer Orientierung“, die im vergangenen Jahr am Institut für Musik der Universität Oldenburg entstanden ist. Die Autorin Sarah Chaker (25) studierte von 1999 bis 2004 Musik und Germanistik in Oldenburg. Die Ergebnisse der Arbeit, die von dem Musikwissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Martin Stroh und der Lehrbeauftragten Dr. Inge Karger betreut wurde, basieren auf einer Befragung von Szenemitgliedern (176 Fragebögen) sowie auf Interviews mit Mitgliedern einer Death Metal Band.
Häufig würden von Außenstehenden charakteristische symbolische Handlungen dieser Szene verkürzt gedeutet, so Chaker. Die Musikfans konstruierten dagegen eigene Bedeutungen aus der verwendeten satanischen Symbolik: „Sie gehen mit den Symbolen eher spielerisch um. Von Satanismus im strengen Sinn ist kaum die Rede und das Interesse an Satanismus ist relativ gering.“
Nach Ansicht von Stroh wirft die Arbeit „über die bloßen Ergebnisse hinaus Licht auf wichtige Fragen der aktuellen Diskussion um Verarbeitung von Gewaltphantasien durch symbolische Handlungen, und zwar nicht nur durch Musik“. Direkte Konsequenzen hätten die Ergebnisse auf Sozial- und Jugendarbeit, auf Gewaltprävention, Pädagogik und Kulturförderung.
Chaker arbeitet zurzeit an der Humboldt- Universität Berlin an ihrer Promotion. Sie hat längere Zeit als Discjockey für alternative Rockmusik gearbeitet. Für ihre Magisterarbeit wurde sie im Dezember 2004 mit dem dritten Weser-Ems-Wissenschaftspreis 2004 der Oldenburgischen Landesbank ausgezeichnet.
Die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit sind auf einer CD-ROM zusammengefasst, die bei der Autorin angefordert werden kann. E-Mail: .

ⓚ Kontakt:
Prof. Dr. Wolfgang Martin Stroh, Institut für Musik, Tel. 0441/798-2314, privat: 83645, E-Mail: ;
Sarah Chaker, Tel. 030/34347780, E-Mail:
 
(Stand: 20.04.2022)