Kontakt

Presse & Kommunikation

Pressemitteilungen

21. Juni 2005   254/05   Veranstaltungsankündigung

Lebensunwert – zerstörte Leben
Ausstellung zur Euthanasie und Zwangssterilisierung im Nationalsozialismus
 

Oldenburg. „Lebensunwert – zerstörte Leben“ – unter diesem Titel wird vom 1. Juli bis zum 11. August 2005 in der Bibliothek der Oldenburger Universität am Uhlhornsweg eine Wanderausstellung des „Bundes der ‚Euthanasie’-Geschädigten und Zwangssterilisierten“ e.V. (BEZ) gezeigt. Veranstalter ist das Institut für Sonderpädagogik, Prävention und Rehabilitation. Prof. Dr. Karen Ellwanger, Kulturwissenschaftlerin und Vizepräsidentin für Lehre, spricht anlässlich der Eröffnung um 14.00 Uhr über die Einbindung des Themas in die Forschung und Lehre der Universität.
Die Ausstellung erinnert an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltmedizin. Von 1936 bis 1945 wurden etwa 250.000 körperlich und geistig Behinderte im Rahmen der NS-Euthanasie ermordet, etwa 400.000 Menschen wurden auf der Grundlage des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ vom 14. Juli 1933 zwangssterilisiert.
Durch die Schilderung konkreter Lebensschicksale und die Berichte von Opfern und Hinterbliebenen lenkt die Ausstellung den Blick auf die individuellen Geschichten hinter den anonymen Zahlen und verweist zugleich auf die oft vergeblichen Bemühungen der Betroffenen um Anerkennung und Entschädigung als Opfer des NS-Regimes.
Die Ausstellung informiert auch über die im April 2004 eröffnete Gedenkstätte „Alte Pathologie“ auf dem Gelände des heutigen Niedersächsischen Landeskrankenhauses Wehnen, die auf Anregung von Angehörigen von Opfern der NS-Euthanasie in der früheren Heil- und Pflegeanstalt Wehnen gegründet wurde.
Unterstützung erfährt diese Initiative nun durch die geplante Einrichtung eines Forschungsprojekts an der Oldenburger Universität. Eine Forschergruppe unter Leitung von Prof. Dr. Klaus Klattenhoff soll die NS-Gesundheits- und Sozialpolitik in Oldenburg umfassend untersuchen und die Angehörigen der Opfer bei ihrer oft belastenden familiengeschichtlichen Aufarbeitung begleiten. Eine erste Lehrveranstaltung zu dem Projekt hat in diesem Sommersemester begonnen.

ⓘ www.gedenkkreis.de
 
ⓚ Kontakt:
Prof. Dr. Klaus Klattenhoff, Institut für Sonderpädagogik, Prävention und Rehabilitation, Tel. 0441/798-3188; Gedenkstätte „Alte Pathologie“ Wehnen, Tel.: 0441/9615-396
 
(Stand: 20.04.2022)