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23. Januar 2006   025/06   Veranstaltungsankündigung

„Im Vertrauen“: Hannah Arendt in Texten und Briefen
Lesung, Festakt und Tag der offenen Tür

Oldenburg. In diesem Jahr jährt sich der Geburtstag von Hannah Arendt (1906–1975) zum hundertsten Mal. Aus diesem Anlass wird unter dem Titel „Im Vertrauen“ am Montag, 30. Januar 2006, 20.00 Uhr, im Kleinen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters eine Lesung aus Arendts Texten und Briefen angeboten. Vor der Lesung findet um 19.00 Uhr im Foyer des Theaters ein öffentlicher Festakt zur Auszeichnung des Oldenburger Hannah Arendt-Zentrums (Raum: Bibliothek Ebene 3, B 313) statt. Von 10.00 bis 18.00 Uhr präsentiert das Zentrum an einem „Tag der offenen Tür“ zudem sein Archiv und seine Arbeitsvorhaben.
Die Lesung ist eingebunden in die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“, die von der Bundesregierung und der Wirtschaft zur Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland ins Leben gerufen wurde. Die Organisatoren haben aus etwa 1.200 Bewerbungen für jeden Tag des Jahres einen Ort ausgewählt, der mit einem Ereignis der deutschen Geschichte oder einer herausragenden Aktivität verbunden ist. Bei dem Wettbewerb ist das Hannah Arendt-Zentrum für den 30. Januar ausgewählt worden. Mit dem Datum wird an die Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahre 1933 erinnert, deren entschiedene Gegnerin die jüdische Publizistin und Philosophin Hannah Arendt von der ersten Stunde an war.
Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident der Universität, und Prof. Dr. Jürgen Heumann, Dekan der Fakultät IV Human- und Gesellschaftswissenschaften, werden Grußworte sprechen. In dem öffentlichen Festakt wird Tilmann Bertzbach, FC Deutschland GmbH/Deutsche Bank AG, der Leiterin des Hannah Arendt-Zentrums, Prof. Dr. Antonia Grunenberg, die Auszeichnung der Initiative überreichen.
Die eigentliche Lesung beginnt um 20.00 Uhr. Julia Ribbeck und Guido Wachter, SchauspielerInnen aus dem Ensemble des Staatstheaters, werden Auszüge aus Arendts frühen zionistischen Texten lesen sowie aus ihrer Korrespondenz mit Karl Jaspers (1883–1969), Martin Heidegger (1889–1976) und Heinrich Blücher (1899-1970). Mit Jaspers, bei dem sie im Alter von 22 Jahren promovierte, pflegte Arendt eine lebenslange Freundschaft; mit Heidegger verband sie eine Liebe; sie blieb ihm trotz seiner zeitweiligen Affinität zum Nationalsozialismus zeitlebens verbunden. Mit dem Kommunisten und späteren Philosophieprofessor Blücher war Arendt in zweiter Ehe verheiratet.
Das Hannah Arendt-Zentrum bietet seit 1999 der wissenschaftlichen und allgemeinen Öffentlichkeit Zugang zum Nachlass der bedeutenden jüdischen Publizistin und Gelehrten. Zu den Arbeitsvorhaben des Zentrums zählen u.a. die Herausgabe einer kritischen Edition und eines Jahrbuchs. Für das Arendt-Jahr sind an der Universität Oldenburg weitere Aktivitäten geplant. Im Sommersemester 2006 findet unter dem Titel „Ich will verstehen ...“ eine gemeinsame Ringvorlesung des Instituts für Politikwissenschaft und des Instituts für Philosophie statt.

ⓘ www.uni-oldenburg.de/arendt-zentrum
 
ⓚ Kontakt:
Prof. Dr. Antonia Grunenberg, Tel.: 0441/798-2943, E-Mail: antonia.grunenberg(Klammeraffe)uni-oldenburg.de
 
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