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01. Juni 2006   183/06   Veranstaltungsankündigung

Leben, um den Standort Deutschland zu sichern?
Jesuit und Sozialethiker Friedhelm Hengsbach im PFL

Oldenburg. Zum Abschluss der von der Universität Oldenburg u. a. angebotenen Vortragsreihe „Kapitalismus und Demokratie im Zeitalter des Globalismus“ referieren der Sozialethiker Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach und der Bremer Politikwissenschaftler Prof. Dr. Frank Nullmeier am Donnerstag, 8. Juni 2006, 20.00 Uhr, im Kulturzentrum PFL der Stadt Oldenburg. Die Moderation übernehmen Prof. Dr. Heinz-Dieter Loeber (Institut für Soziologie der Universität Oldenburg) und Klaus Hagedorn (Katholische Hochschulgemeinde Oldenburg, KHG).
Friedhelm Hengsbach ist Mitglied des Jesuitenordens; er hat Philosophie, Theologie und Wirtschaftswissenschaften studiert und ist Professor für Christliche Gesellschaftsethik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main sowie Leiter des Oswald von Nell-Breuning Instituts für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik.
„Wie sozial bleibt die Demokratie?“ lautet der Vortrag des streitbaren Kirchenmannes, der sich den neoliberalen Glaubenssätzen entschieden widersetzt. In den aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten, so Hengsbach, gewinne man den Eindruck, „wir lebten, um den Standort Deutschland zu sichern“. Dabei gerieten wesentliche Fragen aus dem Blick: Wie sozial bleibt die Marktwirtschaft in allen Umstrukturierungsprozessen? Schwinden nicht die sozialen Grundlagen der Demokratie, wenn Armut, Arbeitslosigkeit und soziale Unsicherheit steigen?
Mögliche politische Konsequenzen des Globalisierungsprozesses spricht Frank Nullmeier an. Der Professor für Politikwissenschaft an der Universität Bremen und Leiter der Abteilung „Theorie und Verfassung des Wohlfahrtsstaates“ des Zentrums für Sozialpolitik, geht der Frage nach, ob die westlichen Demokratien sich schleichend von der demokratischen Kultur entfernen, auch wenn sie weiterhin an den Grundinstitutionen demokratischer Politik festhalten: „Auf dem Weg in eine postdemokratische Zukunft“, lautet der Titel des Vortrags, in dem Nullmeier grundlegende Tendenzen und Gegentendenzen europäischer Demokratien untersucht und der Frage nachgeht, ob das aufkommende Zeitalter einer in sich gefährdeten Demokratie zutreffend mit dem Begriff „Postdemokratie“ zu bezeichnen ist.

ⓚ Kontakt:
Prof. Dr. Stefan Müller-Doohm, Tel.: 0441/798-2932, E-Mail: stefan.mueller.doohm(Klammeraffe)uni-oldenburg.de
 
(Stand: 20.04.2022)