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Jürgen Rullkötter

 

19. Februar 2007   063/07   Forschung

DFG-Förderung für Forschergruppe Watt verlängert
Im Blickpunkt: „Hungrige“ Bakterien, die Meerwasser reinigen

Oldenburg. Die Forschergruppe BioGeoChemie des Watts wird für zwei weitere Jahre mit 1,9 Mio. Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Dies ist das Ergebnis der Ende letzten Jahres erfolgten Begutachtung. Die Forschergruppe steht unter der Federführung des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg, ihr Sprecher ist der Geochemiker Prof. Dr. Jürgen Rullkötter (ICBM). Die Förderung über die üblichen sechs Jahre hinaus für nun insgesamt acht Jahre, die nur in seltenen Fällen gewährt wird, sei eine Würdigung der bisher geleisteten Arbeit und der erzielten Erfolge, sagte Rullkötter. Er freue sich auch, so der Geochemiker, dass sich inzwischen die Universität Oldenburg und das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur bereit erklärt hätten, Mittel für die von den Gutachtern geforderte Verbesserung der Grundausstattung der beteiligten Arbeitsgruppen bereitzustellen,
In den kommenden beiden Jahren wollen sich die WissenschaftlerInnen vor allem auf die Erforschung der mikrobiellen und geochemischen Prozesse in den Porenräumen der Sandbank Janssand (bei Spiekeroog) konzentrieren. Im Mittelpunkt des Interesses stehen Bakterien, die dafür sorgen, dass das Meerwasser nicht mit Sauerstoff zehrenden Stoffen überlastet wird, was zu einem „Umkippen“ des Watts führen könnte. Der Mechanismus: Zweimal täglich leitet der Druck der auflaufenden Flut das Meerwasser mit den darin enthaltenen Überresten abgestorbener Planktonorganismen tief in die Porenräume hinein. In diesem „Klärwerk“ des Watts befinden sich Heerscharen von hungrigen Bakterien, die das Meerwasser von diesen Überresten reinigen. Die Abbauprodukte werden bei Ebbe wieder in das Prielwasser eingeleitet und dienen als Nährstoffe für die dort lebenden Organismen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Forschungsarbeiten wird die mathematische Modellierung von Prozessen im Watt wie Strömung, Sedimenttransport, Nährstoffverteilung und biologischen Umsetzungen sein. Die Ergebnisse dieser Rechnungen tragen wesentlich zum Verständnis des gesamten Wattsystems und seiner ökologischen Besonderheiten bei. Sie sollen es auch ermöglichen, einen Blick in die Zukunft zu werfen, um mögliche Veränderungen im Watt in Zeiten der Klimaerwärmung und eines steigenden Meeresspiegels abschätzen zu können.
Zur Forschergruppe gehören neun Arbeitsgruppen des ICBM. Weitere Beteiligte sind die Arbeitsgruppe Meeresphysik am Institut für Physik der Universität Oldenburg, das Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie in Bremen, die Wilhelmshavener Abteilung für Meeresforschung des Senckenberg-Instituts, das Forschungszentrum TERRAMARE, das Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) und das GKSS Forschungszentrum. Eigens für die Forschergruppe war im Jahr 2002 vor Spiekeroog ein Messpfahl errichtet worden, mit dem auch bei stürmischem Wetter der Sedimenttransport im Wattwasser gemessen werden kann.
Bildunterschrift 1:
Informationen bei Wind und Wetter rund um die Uhr: Seit Herbst 2002 ist bei Spiekeroog eine Messstation für die Aufnahme hygrographischer Daten im Einsatz.
Bildunterschrift 2:
Prof. Dr. Jürgen Rullkötter, Sprecher der Forschergruppe BioGeoChemie des Watts.

ⓚ Kontakt:
Prof. Dr. Jürgen Rullkötter, Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM), Universität Oldenburg, Tel. 0441/798 5359, E-Mail: J.Rullkoetter(Klammeraffe)icbm.de
 
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(Stand: 20.04.2022)