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Anke Hanft

 

07. Mai 2007   158/07   Forschung / Weiterbildung

Deutschland kann viel vom Ausland lernen
Internationale Vergleichstudie zur Struktur und Organisation der wissenschaftlichen Weiterbildung

Oldenburg. Die Hochschulen in Deutschland setzen die Möglichkeiten für ein Angebot in der wissenschaftlichen Weiterbildung nicht effektiv genug ein. Das Angebot ist im internationalen Vergleich oft wenig transparent, die Nachhaltigkeit der Angebote ist nur teilweise gegeben, die Öffnung der Hochschulen nicht-traditionellen Lernenden gegenüber ebenso wie die Durchlässigkeit der Weiterbildungsprogramme ist sehr gering, die Bemühungen um die Anrechnung informellen Lernens stecken noch in den Kinderschuhen, die Qualitätssicherung ist wenig prozess- und outcomeorientiert, professionelle Kooperationen zu Wirtschafts- und/oder Forschungsbetrieben unterbleiben in den meisten Fällen und nach wie vor dominiert die Angebots- die Bedarfsorientierung.
Zu diesem Ergebnis kommt die „Internationale Vergleichsstudie zur Struktur und Organisation der Weiterbildung an Hochschulen“, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Auftrag gegeben und federführend vom Arbeitsbereich Weiterbildung und Bildungsmanagement (Prof. Dr. Anke Hanft und Dr. Michaela Knust) der Universität Oldenburg geleitet und koordiniert wurde. Die Ergebnisse der Studie, die jetzt im Internet abgerufen werden können, wurden durch die Universität Oldenburg sowie durch Kooperationspartner anderer Bildungs- und Forschungseinrichtungen erhoben. Insgesamt wurde ein Vergleich über sechs Länder (Deutschland, Großbritannien, Finnland, Frankreich, Österreich und Vereinigte Staaten von Amerika) durchgeführt.
Wissenschaftliche Weiterbildung ist im Interesse der Entwicklung des Fachkräftepotentials wichtig, wird jedoch noch nicht im erforderlichen Maße umgesetzt: Zu diesem Schluss kommt eine ebenfalls vom BMBF in Auftrag gegebene Parallelstudie zur Teilnahme an Hochschulweiterbildung, die durch die Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) und das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) im gleichen Zeitraum durchgeführt wurde. Dort wird festgestellt, dass die Hochschulen für AkademikerInnen keineswegs die erste Weiterbildungsadresse darstellen.
Die Ergebnisse beider Studien verdeutlichen, dass die Bedeutung der wissenschaftlichen Weiterbildung nur im institutionellen und landesspezifischen Kontext gesehen werden kann. Die Rahmenbedingungen in den Ländern und die Unterschiede der jeweiligen Bildungssysteme wirken sich auf die Einrichtungen und Angebote der wissenschaftlichen Weiterbildung aus. Als Fazit kann festgehalten werden, dass es in keinem der untersuchten Länder die perfekte Weiterbildungswelt gibt, dass Deutschland aber viel von den anderen Ländern lernen kann. Das gilt vor allem für Fragen des Zugangs, der Anrechnung, Finanzierung und bedarfsgerechten Gestaltung der Angebote.
Ein zentrales Anliegen der Studienverantwortlichen ist es daher, dass die Ergebnisse der Vergleichsstudien den Entscheidungsträgern auf Bundes-, Landes- und Hochschulebene bekannt gemacht werden. Unter der Leitung von Prof. Hanft und Dr. Knust sollen insofern die Studienergebnisse in der zweiten Jahreshälfte bei einer internationalen Fachkonferenz vorgestellt und diskutiert werden. Gefördert wird diese Fachkonferenz durch das BMBF und den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.

ⓘ www.bmbf.de/de/349.php
 
ⓚ Kontakt:
Dr. Michaela Knust, Tel.: 0441/798-4736, E-Mail: michaela.knust(Klammeraffe)uni-oldenburg.de
 
(Stand: 20.04.2022)