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Johann Bölts

Wilfried Belschner

 

06. November 2007   406/07   Forschung

Kreative Regeneration in der Schule
Studie zu Entspannungstechniken im Unterricht

Oldenburg. Die traditionelle chinesische Methode des Qigong ist erste Wahl, wenn es um Entspannungstechniken im Unterricht geht. Zu diesem Ergebnis kommt eine empirische Untersuchung, die WissenschaftlerInnen des Instituts für Psychologie der Universität Oldenburg im Rahmen des Forschungsprojekts „Regeneration – Motivation – Kreation“ in Kooperation mit dem Neuen Gymnasium Oldenburg (NGO) durchgeführt haben.
Der Kompetenz zur Erholung wird in der Gesundheitsforschung eine zunehmend größere Bedeutung zugesprochen. Im Schuljahr 2006/2007 haben die WissenschaftlerInnen deshalb die Wirkungen dreier regenerativ wirkender Techniken bei SchülerInnen der siebten Jahrgangsstufe untersucht. Zwei Monate lang wurde in drei Klassen einmal täglich für fünf Minuten eine Entspannungstechnik im Unterricht erprobt. In einer Klasse wurde aus einem Buch vorgelesen, in der zweiten wurden Yoga-Atem- und Körperübungen durchgeführt und in der dritten wurden Qigong-Übungen praktiziert. Um die Wirkungen auf die SchülerInnen zu erfassen, setzten die WissenschaftlerInnen fünf psychologische Tests ein. Hinzu kam eine beleitende Befragung der Lehrkräfte und Eltern.
Die Ergebnisse belegen eine deutliche Tendenz zu Gunsten der Qigong-Klasse. Die Fähigkeit, Emotionen wie Angst, Traurigkeit und Ärger wahrzunehmen und diese in gesunder Weise zu kanalisieren, ist, so die Projektleiter Prof. Dr. Wilfried Belschner, Dr. Johann Bölts und Eike Stut, durch die aktive Entspannungstechnik in besonders vorteilhafter Weise angeregt worden. Die ermittelten Tendenzen sprächen für eine gesteigerte Selbstwahrnehmung in den Schulklassen, bei denen Yoga und Qigong eingesetzt wurde. Im Hinblick auf die Konzentrationsleistung ließen sich allerdings keine Unterschiede zwischen den drei Klassen nachweisen.
Die Ergebnisse weisen darauf hin, so die WissenschaftlerInnen, dass der Einsatz regenerativer Techniken für fünf Minuten täglich während zweier Monate nicht ausreichend ist, damit sich die in anderen Studien belegten Vorteile auch bei der Konzentrationsleistung im schulischen Unterricht entfalten können und zu statistisch signifikanten Ergebnissen führen. Dass aber Erholungsphasen im Unterricht das Lernklima fördern, steht für die SchülerInnen und LehrerInnen nach der Mitwirkung im Projekt fest. Daher hat das NGO beschlossen, in Zukunft erholsame Übungen fest in das tägliche Unterrichtsgeschehen zu integrieren.

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ⓚ Kontakt:
Dr. Johann Bölts, Institut für Psychologie, Tel.: 0441/798-2685 oder -4703, E-Mail: johann.boelts(Klammeraffe)uni-oldenburg.de
 
(Stand: 20.04.2022)