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24. Juni 2008   286/08   Veranstaltungsankündigung

Tagessehen von Nachtflugspezialisten

Oldenburg. „Tages- und Farbensehen bei Fledermäusen“ ist der Titel eines Vortrags, den Dr. Brigitte Müller vom Frankfurter Max-Planck-Institut für Hirnforschung am Donnerstag, 26. Juni 2008, 17.15 Uhr, im Rahmen des Neurobiologischen Kolloquiums an der Universität Oldenburg (Campus Wechloy, Raum W4 1-162) hält. Veranstalter sind die Arbeitsgemeinschaften Molekulare Neurobiologie, Neurobiologie sowie Zoophysiologie und Verhalten.
In der Netzhaut der meisten Säugetiere finden sich zwei Lichtsinneszelltypen: die so genannten Zapfen für das Tageslicht- und Farbensehen sowie die empfindlicheren Stäbchen für das Nachtsehen. Für die Fledermäuse als Nachtflugspezialisten galt bisher, dass sie ausschließlich Stäbchen besitzen. Wissenschaftler vom Frankfurter Max-Planck-Institut und vom Field Museum for Natural History in Chicago (USA) haben herausgefunden, dass die Netzhaut der ebenfalls nachtaktiven Flughunde, nahe Verwandte der Fledermäuse, nicht nur die fürs Nachtsehen nötigen Stäbchen enthält, sondern auch Zapfen. Damit sind die Flughunde auch für ein Sehen bei Tageslicht ausgestattet. Die Referentin vermutet, dass ihnen das bei der frühzeitigen Erkennung von Raubvögeln und bei sozialen Interaktionen in der Kolonie hilft, denn die Tiere haben ihre Ruhequartiere tagsüber oft in offenen Baumkronen, wo sie große Kolonien bilden.

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(Stand: 20.04.2022)