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Katharina Koch

 

15. Januar 2010   023/10  

Meilenstein in der Integrationspolitik: Oldenburger Migrationsforscher sieht sich bestätigt

Oldenburg. Mit einem Dschungel verglich Katharina Koch, Expertin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Verfahren zur Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüssen für hochqualifizierte MigrantInnen. Koch hielt jetzt an der Universität Oldenburg den Vortrag „Zur Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse – Problemstellungen und gegenwärtige Diskussionen“. Er war Teil des Seminars für hochqualifizierte EinwanderInnen, das am Interdisziplinären Zentrum für Bildung und Migrationsforschung (IBKM) von Prof. Dr. Rolf Meinhardt angeboten wird. Koch ging dabei auf die im Dezember 2009 vom Bundestag verabschiedeten „Eckpunkte zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen und Berufsabschlüssen“ ein und hob hervor, dass die Universität Oldenburg mit ihren Studiengängen speziell für hochqualifizierte Einwanderer in Deutschland eine Vorreiterrolle übernommen hat.
Jedes Bundesland hat die Anerkennungsverfahren für Bildungsabschlüsse bei MigrantInnen anders geregelt. Koch geht davon aus, dass es über 400 Anlaufstellen und Institutionen gibt, die für die Anerkennung zuständig sind. Das Resultat ist ein undurchsichtiges Netz an Paragraphen und Vorschriften, die viele MigrantInnen schon im Vorfeld abschrecken. MigrantInnen, die an über 20 unterschiedliche Behörden und Beratungsstellen verwiesen werden, sind keine Seltenheit. Sie berichtete von einer zugewanderten Ärztin, die 23 Jahre bis zu ihrer Zulassung brauchte. Dabei fehlen in Deutschland hochausgebildetete und hochqualifizierte Fachkräfte. Dieser Mangel bringt der deutschen Wirtschaft jährlich Verluste in Höhe von 26,5 Milliarden Euro ein. Und das, obwohl einer Studie Meinhardts zufolge in Deutschland über 500.000 zugewanderte hochqualifizierte AkademikerInnen leben, die nicht in ihrem Beruf arbeiten können, da ihr Abschluss hierzulande nicht anerkannt wird. Doch seit der Bundestag die Eckpunkte verabschiedete, gibt es einen Lichtblick. Die Eckpunkte, die Koch als „Meilensteine in der Anerkennungspolitik Deutschlands“ bezeichnete, sehen unter anderem vor, dass allen MigrantInnen eine Anerkennungsberatung zustehen soll und dass eine Vereinheitlichung der Kriterien zur Anerkennung, eine Ausweitung der Kompetenztestverfahren sowie der Ausbau der Teilanerkennungen erfolgen müssen.
Die Expertin stellte auch fest, dass die Anerkennung der im Ausland erworbenen Qualifikationen erst der Anfang sein könne. Ebenso wichtiger sei es, die MigrantInnen für die Anforderungen des deutschen Arbeitsmarkts vorzubereiten, sie „fit für Deutschland“ zu machen. Damit bestätigte sie den Ansatz, den der Oldenburger Migrationsforscher Prof. Dr. Rolf Meinhardt mit dem Bachelor-Studiengang „Interkulturelle Bildung und Beratung“, der sich an hochqualifizierte MigrantInnen richtet, verfolgt. In dem Studiengang werden MigrantInnen mit im Ausland erworbenen akademischen Abschlüssen gezielt für den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt in Deutschland vorbereitet. Und das mit überwältigendem Erfolg: Über 88 Prozent der ersten AbsolventInnen haben nach dem Abschluss ihres Studiums eine entsprechende Anstellung gefunden.

Auf dem Foto: Katharina Koch (BAMF), Prof. Dr. Rolf Meinhardt

ⓘ www.ibkm.uni-oldenburg.de/
 
ⓚ Kontakt:
Prof. Dr. Rolf Meinhardt, Tel.: 0441/798-2081, E-Mail: rolf.meinhardt(Klammeraffe)uni-oldenburg.de
 
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