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22. November 2010   454/10   Wissenschaftliche Tagung

Der Beginn eines Dialogs: Gewerkschaften in Deutschland und China
Symposium und öffentlicher Vortrag

Oldenburg. Seit über 30 Jahren engagieren sich deutsche Unternehmen in China, das Land ist inzwischen der größte Konsumgüterproduzent für den deutschen Markt. Deutsch-chinesische Gewerkschaftskontakte entsprechen dieser Bedeutung jedoch nicht. Die wenigen Kontakte sind von einem echten Dialog noch weit entfernt; das Informationsdefizit auf beiden Seiten ist beträchtlich. Die wissenschaftliche Tagung „Gewerkschaften & China: Koalitionsfreiheit, Arbeitsrecht, Mitbestimmung – Ein Dialog“ will am Sonnabend, 27. November 2010, 9.00 Uhr, an der Universität Oldenburg (Campus Haarentor, Gebäude A5 Raum 0-055-056) einen Beitrag zur Verbesserung des Informationsaustauschs leisten. Veranstalter ist das Institut für Arbeit ICOLAIR Hamburg in Zusammenarbeit mit der Kooperationsstelle Hochschule-Gewerkschaft der Universität, dem Hamburger Institut für Sozialforschung und dem Jean Monnet Centre for Europeanisation and Transnational Regulations Oldenburg. Bereits am Freitag, 26. November, 14.30 Uhr (Gebäude A02 Raum 2-203), spricht der Kantoner Anwalt Wei Xiaolin in einem öffentlichen Vortrag über seine Erfahrungen mit dem chinesischen Rechts- und Justizsystem. Der Eintritt zu dem in Englisch gehaltenen Vortrag ist frei.
Die chinesischen Gewerkschaften haben, erklärt Dr. Rolf Geffken, Tagungsleiter und Lehrbeauftragter für chinesisches Recht an der Universität Oldenburg, nur vereinzelt zur Rolle einer kollektiven Interessenvertretung in der Privatwirtschaft gefunden. In China gebe es weiterhin Betriebsgewerkschaften, deren Leitung vielfach Teil des Managements sei und innerhalb der Arbeiterschaft kaum akzeptiert würde. Allerdings entwickelten sich zurzeit Formen spontaner Konfliktaustragung, deren Ergebnisse in Form von Kollektivverträgen übernommen würden und die deshalb für die weitere Entwicklung bedeutsam werden könnten.
Die Konferenz soll die widersprüchliche Situation in China vor dem Hintergrund der ökonomischen und politischen Entwicklung des Landes verdeutlichen. Dabei sollen die Möglichkeiten einer Intensivierung eines Dialogs zwischen deutschen und chinesischen Gewerkschaftern aufgezeigt werden. Geplant sind Arbeitsgruppen zu den Themen „Wirtschaft und Gesellschaft im heutigen China“, „Kollektivverträge, Streiks und betriebliche Konflikte in China“, „Das Neue Chinesische Arbeitsrecht und die Gewerkschaften“ sowie „Der Gewerkschaftsdialog Deutschland-China“. Referenten sind unter anderem Prof. Dr. Michael Trautwein, Hochschullehrer für Internationale Wirtschaftsbeziehung an der Universität Oldenburg, Prof. Chang Kai, Hochschullehrer für Industrial Relations an der Renmin Universität Beijing, Prof. Tongqing Feng, Hochschule des Dachverbandes der chinesischen Gewerkschaften, und Ulrich Dalibor von der Abteilung Handel des Bundesvorstands der Gewerkschaft ver.di.

ⓘ www.icolair.de/
www.kooperationsstelle.uni-oldenburg.de
 
ⓚ Kontakt:
Dr. Rolf Geffken, Department für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, Tel.: 040/7906125, E-Mail: institut(Klammeraffe)ICOLAIR.de;
Harald Büsing, Kooperationsstelle Hochschule-Gewerkschaften, Tel. 0441/798-2909, E-Mail: harald.buesing(Klammeraffe)uni-oldenburg.de
 
(Stand: 20.04.2022)