Navigation

Kontakt

Presse & Kommunikation

 

» Druckversion

 

» November 2011
» Gesamtübersicht

 

21. November 2011   455/11   Forschung

„Faulen Hunden“ Beine machen
Schwermetallfreie Aktivierung von molekularem Wasserstoff durch Siliciumverbindungen

Oldenburg. „Faule Hunde“ nennen die Chemiker der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Thomas Müller an der Universität Oldenburg extrem reaktionsträge Moleküle wie zum Beispiel molekularen Wasserstoff, aber auch klimarelevante Stoffe wie Kohlenstoffdioxid oder Fluorkohlenwasserstoffe. André Schäfer, Matti Reißmann und Dr. Annemarie Schäfer konnten in einer Reihe von Experimenten nachweisen, dass bestimmte Siliciumverbindungen die Stoffe sind, um diesen Molekülen „Beine zu machen“ und sie zur Reaktion zu bringen. Eine Entdeckung, die ein Gremium internationaler Gutachter als „besonders wichtig“ wertete und die das international angesehene Fachblatt „Angewandte Chemie“ in seiner aktuellen Ausgabe vorstellt.# Der Beitrag ist im Internet abrufbar.

Der Oldenburger Arbeitsgruppe geht es um die Herstellung und Anwendung außergewöhnlich reaktiver siliciumhaltiger Verbindungen. In einer Reihe von Experimenten konnten die Oldenburger Chemiker nachweisen, dass sich molekularer Wasserstoff in Gegenwart dieser Siliciumverbindungen ohne jede weitere Energiezufuhr – das bedeutet unter Normaldruck und bei Raumtemperatur – aktivieren lässt. Eine Fähigkeit, zu der nach dem aktuellem Wissenstand bislang fast ausschließlich schwermetallhaltige – und somit toxische – Verbindungen in der Lage schienen. „Die Aktivierung von molekularem Wasserstoff ist ein zentraler Schritt in die richtige Richtung“, erläutert Müller. Denke man beispielsweise an die viel diskutierte Umstellung auf eine umweltschonende Wasserstoffwirtschaft, dann könnten die jetzt vorgestellten Erkenntnisse hinsichtlich der sicheren Lagerung und Wiederbereitstellung von Wasserstoff von großem Nutzen sein. Aber auch viele chemisch industrielle Prozesse bei denen Wasserstoff, zumeist in Verbindung mit Schwermetallen, zum Einsatz komme, könnten auf lange Sicht einschneidende Veränderungen erfahren.

Die Oldenburger WissenschaftlerInnen haben schon neue Objekte für ihre siliciumhaltigen Moleküle ins Auge gefasst. Nachdem sie erst kürzlich zeigten, dass sie mit den Molekülen Fluorkohlenwasserstoffe abbauen können, steht nun das klimarelevante Kohlenstoffdioxid und seine Umwandlung in Grundchemikalien oder Treibstoffen ganz oben auf ihrer Agenda.

# „Ein neuer Syntheseweg für Triarylsilyliumionen und deren Anwendung in der Aktivierung von molekularem Wasserstoff“, Dipl.-Chem. André Schäfer, M.Sc. Matti Reißmann, Dr. Annemarie Schäfer, Dipl.-Chem. Wolfgang Saak, Detlev Haase and Prof. Dr. Thomas Müller, in: Angewandte Chemie, in: Angewandte Chemie

ⓘ onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ange.201106582/pdf
 
ⓚ Kontakt:
Prof. Dr. Thomas Müller, Institut für Reine und Angewandte Chemie, Organische Chemie, Tel.: 0441/798-3874; E-Mail: thomas.mueller(Klammeraffe)uni-oldenburg.de
 
Presse o9vc& Kommzbsunikat/itiuqonb8 (presjoe61se@ghtw3uol.umv9degf) (Stand: 17.02.2020)