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14. Februar 2012   054/12   Wissenschaftliche Tagung / Veranstaltungsankündigung

„Volksgemeinschaft“: Konstrukt oder Realität?
Tagung zur regionalen NS-Forschung

Oldenburg. „‚Volksgemeinschaft' vor Ort?“ Mit dieser Fragestellung beschäftigt sich eine Tagung, die vom 23. bis 25. Februar im EWE-Forum Alte Fleiwa stattfindet. Veranstalter ist das niedersächsische Forschungskolleg „Nationalsozialistische ‚Volksgemeinschaft’? Konstruktion, gesellschaftliche Wirkungsmacht und Erinnerung vor Ort“, an dem die Universitäten Oldenburg, Göttingen, Hannover und Osnabrück beteiligt sind. Tagungsleiter sind Prof. Dr. Dietmar von Reeken und Jun.-Prof. Dr. Malte Thießen, die zusammen mit ihrem Team vom Institut für Geschichte der Universität Oldenburg die Veranstaltung organisiert haben. Unter dem Titel „Die nationalsozialistische ‚Volksgemeinschaft’. Zwischenbilanz, Probleme und offene Fragen für regionale NS-Forschungen“ hält Dr. Frank Bajohr, Privatdozent am Historischen Seminar der Universität Hamburg, am ersten Tagungstag, am 23. Februar, 20.00 Uhr, im EWE-Forum den öffentlichen Abendvortrag.
„Volksgemeinschaft“ ist die zentrale Propagandaformel der nationalsozialistischen Ideologie, die gleichermaßen soziale Gerechtigkeit und nationale Erneuerung verspricht. Mit der Parole gelang es den Nazis, erhebliche Schubkräfte in der deutschen Gesellschaft freizusetzen und große Teile der Bevölkerung zu mobilisieren. Wie inszenierten die Nazis diese „Volksgemeinschaft“ und wie wurde sie von den „Volksgenossen“ wahrgenommen und erfahren? Welche sozialen, kulturellen, ökonomischen und regionalen Rahmenbedingungen spielten eine Rolle? Welche Folgen hatte die Vorstellung einer Volksgemeinschaft für die Gesellschaft zurzeit der Naziherrschaft? In welchem Verhältnis standen Propaganda und soziale Praxis, nationale und lokale Handlungsebenen? – Es sind Fragen wie diese, denen die Tagung in Fallstudien exemplarisch nachspüren will. In sechs Panels thematisieren WissenschaftlerInnen aus Deutschland, Österreich, Israel und Großbritannien die soziale Praxis in Städten und Regionen Niedersachsens. Dabei geht es um die NS-Justiz am Beispiel Bremens, um Konstrukte der „Volksgemeinschaft“ im Umfeld der Konzentrationslager Bergen, Esterwegen und Moringen, um die Machtrepräsentation in Gauhauptstädten wie Hannover, Oldenburg und Lüneburg, um ländliche Lebenswelten im Nationalsozialismus, um Rüstungsmobilisierung in Wilhelmshaven und Salzgitter sowie um Sport und konfessionelle Milieus unter dem Hakenkreuz.
Ziel der Tagung ist es, „den Blick auf die sozialen Kontexte und Prozesse zu schärfen, in denen sich die NS-Gesellschaft konstituierte“, betont die Tagungsleitung. Die WissenschaftlerInnen wollen das Konzept der „Volksgemeinschaft“ darüber hinaus nach Traditionen sowie Kontinuitäten über das Ende des NS-Regimes hinaus untersuchen.

ⓘ www.foko-ns.de
 
ⓚ Kontakt:
Prof. Dr. Dietmar von Reeken, Tel.: 0441/798-4646, E-Mail: dietmar.von.reeken(Klammeraffe)uni-oldenburg.de
 
Prej+flfss8pke & Kuplomlpdumuknnikationz7ent (presse@uol.de) (Stand: 06.03.2019)