Kontakt

Presse & Kommunikation

Pressemitteilungen

 

» Druckversion

 

» Mai 2012
» Gesamtübersicht

Lydia Potts

 

15. Mai 2012   204/12   Forschung

Im Fokus: Alleinerziehende Migranten
Land Niedersachsen fördert neues Forschungsvorhaben

Oldenburg. Dass die Zahl der Alleinerziehenden in Deutschland zunimmt, ist bekannt. Nicht bekannt ist, dass es auch in Migrationsfamilien immer mehr Alleinerziehende gibt. Dem Phänomen gehen WissenschaftlerInnen eines Kooperationsprojekts der Universitäten Oldenburg und Hildesheim nun auf den Grund. Es heißt „Alleinerziehende Migrantinnen und Migranten in Niedersachsen – Lebenslagen und Fähigkeiten im Spannungsfeld von Armut und Selbstbestimmung“, ist auf drei Jahre angelegt und wird vom Land Niedersachsen mit rund 200.000 Euro fördert.

Jede achte Familie mit Migrationshintergrund besteht heute aus einem alleinerziehenden Elternteil: Dieser statistische Befund sei Ausgangspunkt des Forschungsvorhabens, sagt die Oldenburger Politikwissenschaftlerin Dr. Lydia Potts von der Arbeitsstelle Migration – Gender – Politics, die das Projekt zusammen mit Dr. Dorothea Krüger vom Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim koordiniert. „Der stille Wandel verweist darauf, dass die Dynamiken in Familien mit Migrationshintergrund vielschichtiger sind, als es die derzeit öffentlich diskutierten Themen vermuten lassen.“

Die WissenschafterInnen wollen dokumentieren und analysieren, wie sich die Lebenslagen von Alleinerziehenden mit Migrationshintergrund in Niedersachsen entwickeln. „Dabei geht es einerseits um die Handlungsstrategien der Betroffenen“, so Potts. Andererseits sei zu beobachten, dass es in dieser Gruppe vermehrt Armutsrisiken gebe. „Dafür müssen sozial- und integrationspolitische Interventionen gefunden werden“, fordert Potts. Auch internationale Forschungsbefunde spielen im Projekt eine Rolle. Für das Jahr 2015 ist eine Tagung geplant, auf der europäische und außereuropäische ExpertInnen die Ergebnisse des Projekts diskutieren.

ⓘ www.uni-oldenburg.de
 
ⓚ Kontakt:
Dr. Lydia Potts, Arbeitsgruppe Migration Gender Politics, Tel.: 0441/798-2530, E-Mail: lydia.potts(Klammeraffe)uni-oldenburg.de
 
(Stand: 20.04.2022)