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29. Juni 2012   280/12   Forschung

Chorsingen: Wenn kein „guter Ton“ gelingt
Studie zu den negativen Aspekten des Chorsingens erschienen

Oldenburg. Die positiven Seiten des Singens im Chor waren wiederholt Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Doch wie sieht es mit den negativen Aspekten aus? Die Kehrseite der Medaille hat nun Prof. Dr. Gunter Kreutz, Hochschullehrer für Systematische Musikwissenschaften der Universität Oldenburg, gemeinsam mit WissenschaftlerInnen der Universität Eichstätt untersucht und in einem Aufsatz „A shade of grey: Negative associations with amateur choral singing” in der Zeitschrift „Arts & Health“ veröffentlicht. Er ist nun online abrufbar. Ihr Ergebnis: Soziale und musikalische Probleme zwischen Chorleitung und SängerInnen dominieren die negativen Erfahrungen.
Die Wissenschaflter befragten insgesamt 3145 Laienchoristen und werteten die Ergebnisse inhaltsanalytisch aus. Fast ein Viertel der Befragten berichtete über unerfreuliche Erlebnisse. Die Studie zeigt, dass zwischen musikalisch-ästhetischen Ansprüchen und der Leistungsfähigkeit von Chören eine nur schwer zu überwindende Lücke klafft. Dies hat zu einer Fülle von Rücktritten sowohl der LeiterInnen als auch der SängerInnen geführt. „Konflikte, die aus unvereinbaren Zielen resultieren - also soziale Inklusion versus ästhetischer Anspruch – können zu vielfältigen Kommunikations- und Verhaltensproblemen bei Chören führen“, konstatiert Kreutz. Gleichwohl müssten solche Erfahrungen nicht zwangsläufig das Ende einer positiven Sicht auf das Chorsingen bedeuten. Krisen zu überstehen und an ihnen zu wachsen, das sei nicht nur eine Basis zwischenmenschlicher Partnerschaften in Ehen und Familien, sondern auch für familienähnliche Verbünde, wie sie Tausende von Laienchören hierzulande darstellen, so Kreutz. Dass viele Chöre 100 Jahre und länger bestünden, wäre unvorstellbar, wenn nicht ein „guter Ton" vorherrschen würde.


Gunter Kreutz & Peter Brünger: A shade of grey: Negative
associations with amateur choral singing. Arts & Health.

ⓘ www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/17533015.2012.693111
 
ⓚ Kontakt:
Prof. Dr. Gunter Kreutz, Institut für Musik, Tel.: 0441/798-4773, E-Mail: gunter.kreuz(Klammeraffe)uni-oldenburg.de
 
(Stand: 09.06.2021)