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31. Oktober 2012   440/12   Forschung

Saterfriesisch: DFG fördert Projekt zur sprachlichen Variation
Schwerpunkt Niederdeutsch und Saterfriesisch am Institut für Germanistik etabliert

Oldenburg. Sie ist eine der am stärksten bedrohten Minderheitensprachen Europas: Saterfriesisch, die einzige noch heute gesprochene Ausprägung des Ostfriesischen. Mit der Erforschung der sprachlichen Situation des Saterlandes, 40 Kilometer östlich von Oldenburg gelegen, setzen sich jetzt WissenschaftlerInnen der Universität Oldenburg in einem Forschungsprojekt auseinander. Es heißt „Lautliche und prosodische Variation im Saterland: Saterfriesisch, Niederdeutsch, Hochdeutsch“, wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit über 268.000 Euro gefördert und ist am „Schwerpunkt Niederdeutsch und Saterfriesisch“ der Universität Oldenburg unter der Leitung von Prof. Dr. Jörg Peters angesiedelt.
Peters und die SprachwissenschaftlerInnen Dr. Wilbert Heeringa und Heike Schoormann untersuchen in den kommenden drei Jahren die regionalen Unterschiede in der Aussprache des Saterfriesischen und analysieren den Einfluss von Niederdeutsch und Hochdeutsch auf die Minderheitensprache.
„Niederdeutsch und Hochdeutsch bilden die primären Kontaktsprachen des Saterfriesischen. Sie werden von allen Sprechern des Saterfriesischen als Zweit- und Drittsprachen gesprochen“, erklärt Peters. Hauptaugenmerk der ForscherInnen liegt auf den Vokalsystemen der drei Sprachen: In den Dörfern Scharrel, Ramsloh und Strücklingen führen die WissenschaftlerInnen Tonaufnahmen durch und werten die Daten akustisch aus.
„Durch die Untersuchung erhalten wir Aufschluss darüber, ob sich die Aussprache des Saterfriesischen bei jüngeren Sprechern im Wandel befindet, wie weit das Saterfriesische in den drei Ortsdialekten variiert, und welche Rolle hierbei das Niederdeutsche und das Hochdeutsche als Kontaktsprachen spielen“, so Peters. Die Ergebnisse des Projekts seien nicht nur für die beteiligten Fachwissenschaften von Bedeutung, sondern auch für die Planung und Evaluierung von Spracherhaltsmaßnahmen.
Seit 2007 leitet Peters den „Schwerpunkt Niederdeutsch und Saterfriesisch“ der Universität Oldenburg. Dieser bietet neben Sprachkursen ein Schwerpunktstudium Niederdeutsch an. Dieses befähigt zukünftige LehrerInnen, Niederdeutsch an Schulen zu unterrichten. Nach positiver Evaluation ist der Schwerpunkt nun fest am Institut für Germanistik verankert. Im nächsten Jahr bietet das Institut für Germanistik mit finanzieller Unterstützung des Landes Niedersachsen weitere Qualifikationsmaßnahmen für LehrerInnen im Bereich Niederdeutsch an. Das Schwerpunktstudium Niederdeutsch ist in Niedersachsen bislang einmalig.

Auf dem Foto: Der Leiter des „Schwerpunkts Niederdeutsch und Saterfriesisch“: Prof. Dr. Jörg Peters.

ⓘ www.niederdeutsch.uni-oldenburg.de/
 
ⓚ Kontakt:
Prof. Dr. Jörg Peters, Institut für Germanistik, Tel.: 0441/798-4589, E-Mail: joerg.peters(Klammeraffe)uni-oldenburg.de
 
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Bild:
   

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