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15. November 2012   464/12  

„Offene Hochschule“ - dem Fachkräftemangel wirkungsvoll begegnen
Modellvorhaben präsentiert Ergebnisse

Oldenburg. Was können Hochschulen tun, um Berufstätigen den Weg in ein Studium zu ebnen und sie erfolgreich durch ein Studium zu führen? Wie können berufliche Qualifikationen und Kompetenzen angerechnet werden? Diesen und zahlreichen weiteren Fragen hat sich das Modellvorhaben „Offene Hochschule“ an der Universität Oldenburg in den vergangenen drei Jahren gewidmet. Jetzt präsentierte das Projekt unter Leitung von Weiterbildungsexpertin Prof. Dr. Anke Hanft seine Ergebnisse auf einer Abschlusstagung. Gefördert wurde das Modellvorhaben vom Niedersächsischen Wissenschaftsministerium. Neben der Universität Oldenburg sind die Technische Universität Braunschweig, die Universität Lüneburg, die Universität Hannover sowie die Hochschule Hannover an dem Programm beteiligt.

„Wie kein anderes Bundesland setzt sich Niedersachsen für eine ‚Offenen Hochschule’ ein. Berufsqualifizierte sollen sich an unseren Hochschulen weiterbilden können. Damit wollen wir dazu beitragen, dass berufliche Erfahrungen eine stärkere Wertschätzung erfahren und unser Bildungssystem durchlässiger wird“, erklärt Niedersachsens Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka anlässlich der Abschlusstagung. Die „Offene Hochschule“ biete die Chance, dem Fachkräftemangel zu begegnen und die Niedersächsische Wissenschaftslandschaft auszubauen.

Bereits seit Gründung der Universität Oldenburg spiele die berufsbegleitende Aus- und Weiterbildung eine bedeutende Rolle, betont Universitätspräsidentin Prof. Dr. Babette Simon. „Heute verfügen wir bundesweit über die größte Weiterbildungseinrichtung an Hochschulen und nehmen eine führende und anerkannte Stellung auf dem Gebiet des Lebenslangen Lernens ein“, so Simon.

„Demographischer Wandel und technologische Entwicklungen erfordern, das Lernen auf das gesamte Leben auszudehnen. Im internationalen Vergleich fällt auf, dass deutsche Hochschulen diesen Aspekt bislang vernachlässigen“, betont Hanft. Während Studierende anderer Hochschulsysteme häufig ihr Masterstudium berufsbegleitend organisierten, seien deutsche Hochschulen nahezu ausschließlich auf Vollzeitstudierende ausgerichtet. Das widerspreche der Lebenswirklichkeit der heutigen Studierenden.

In den vergangenen drei Jahren entwickelten Hanft und ihr Team Möglichkeiten, die Beratung und Unterstützung beruflich Qualifizierter beim Übergang an die Hochschule zu stärken. Sie setzten dabei auf ein speziell konzipiertes Netzwerk an Workshops: MentorInnen und BeraterInnen betreuen StudienanfängerInnen, die längere Zeit keinen oder nur wenig Kontakt zu schulischen Lernsituationen hatten und bieten – gerade in der Eingangsphase des Studiums – Unterstützung. Zudem wurde semesterbegleitend ein Arbeitskreis angeboten, der sich speziell an die Anforderungen der StudienanfängerInnen richtete. Im Mittelpunkt standen dabei Tipps zur Gestaltung des Studienalltags. Die Beratungsangebote wurden in enger Kooperation mit der beruflichen Bildung sowie der Wirtschaft – beispielsweise Volkshochschulen, Handwerkskammern, Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien, Bildungswerken, der Gewerkschaft ver.di sowie der Ländlichen Erwachsenenbildung – konzipiert und durchgeführt.

Zusätzlich entwickelten die WeiterbildungsexpertInnen im Rahmen der „Offenen Hochschule“ Konzepte, die die Anrechnung von beruflichen Qualifikationen und Kompetenzen auf das Studium erleichtern. So können an der Universität Oldenburg beispielsweise inzwischen in allen Bachelorstudiengängen Leistungen, die außerhalb des Studiums erbracht wurden, angerechnet werden.
Außerdem wurde unter anderem Wirtschaftsfachwirten und Betriebswirten der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien der Einstieg in den berufsbegleitenden Bachelorstudiengang „Business Administration“ erleichtert. Neben der individuellen Prüfung wurden dort die pauschalen Anrechnungsmöglichkeiten erweitert. Die damit gesammelten Erfahrungen sollen auf weitere Studiengänge übertragen werden.

Die Ergebnisse sind in einer Publikation zum Abschluss des Modellvorhabens „Offene Hochschule“ zusammengefasst: Hanft, A. & Brinkmann, K. (2012): „Offene Hochschulen – Die Neuausrichtung der Hochschulen auf Lebenslanges Lernen.“ Münster: Waxmann. 288 Seiten. ISBN 978-3-8309-2770-9.

Auf dem Foto: Prof. Dr. Anke Hanft, Projektleiterin „Offene Hochschule“.

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ⓚ Kontakt:
Katrin Brinkmann, Arbeitsbereich Weiterbildung und Bildungsmanagement, Tel.: 0441/798-4736, E-Mail: katrin.brinkmann(Klammeraffe)uni-oldenburg.de
 
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