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07. März 2013   084/13   Veranstaltungsankündigung

Rassenhygiene und Psychiatrie im Ersten Weltkrieg
Vortrag mit Gebärdendolmetscherin zu den Behandlungsmethoden im bremischen St.-Jürgens Asyl

Oldenburg. „Vorläufer des Krankenmordes. Rassenhygiene und Psychiatrie im Ersten Weltkrieg“, so lautet der Titel des Vortrags, den Dr. Maria Hermes, Kulturwissenschaftlerin der Universität Bremen, am Donnerstag, 14. März, 19.00 Uhr, im Oldenburger Kulturzentrum PFL (Peterstraße 3) hält. Am Beispiel des bremischen St.-Jürgen-Asyls beschäftigt sie sich mit der Psychiatrie im Ersten Weltkrieg und den Vorformen der tödlichen Psychiatrie im Nationalsozialismus. Veranstalter sind die Forschungsstelle Geschichte der Gesundheits- und Sozialpolitik der Universität Oldenburg, der Behindertenbeirat der Stadt Oldenburg und der Gedenkkreis Wehnen e.V.

Die Militärmedizin hat bereits im Ersten Weltkrieg Behandlungsmethoden bei seelischen Belastungen von Soldaten entwickelt, die auf die bedingungslose Wiederherstellung der Kampfkraft abzielen. Grundlage bildeten sozialdarwinistische Deutungsmuster, die sich bereits Jahrzehnte zuvor in der praktischen Psychiatrie etabliert hatten. Hermes untersuchte in ihrer Promotion, ob diese psychiatrischen Methoden – die „Maschinengewehre hinter der Front“, wie Sigmund Freund es formulierte – auch in der zivilen Psychiatrie im Bremer St.-Jürgens-Asyl eingeführt wurden. Dazu analysierte sie psychiatrische Krankenakten aus den Jahren 1914 bis 1918 und erschuf so ein Zeitdokument, das zum 100jährigen Gedanken an den Ersten Weltkrieg medizinhistorische und kulturelle Aspekte beisteuert.

Eine Gebärdendolmetscherin übersetzt den Vortrag mit anschließender Diskussion simultan. Zur akustischen Verstärkung für HörgeräteträgerInnen kommt ein Ringschleifenverstärker zum Einsatz. Der Eintritt ist frei.

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ⓚ Kontakt:
Dr. Ingo Harms, Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik, Tel.: 0441/52333, E-Mail: ingo.harms(Klammeraffe)uni-oldenburg.de
 
(Stand: 20.04.2022)