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16. Juli 2013   297/13   Forschung

Der Faktor Mensch: Verkehrssicherheit zu Land und zu Wasser
Neues Forschungszentrum für sicherheitskritische soziotechnische Systeme gestartet

Oldenburg. Das Interdisziplinäre Forschungszentrum für den Entwurf sicherheitskritischer soziotechnischer Systeme („Interdisciplinary Research Center for Critical Systems Engineering for Socio-Technical Systems") der Universität Oldenburg hat jetzt mit einer Konferenz in Bad Zwischenahn seine Arbeit offiziell aufgenommen. Das Land Niedersachsen stellt eine Anschubfinanzierung in Höhe von 5 Millionen Euro zur Verfügung. Kooperationspartner sind das Oldenburger Informatikinstitut OFFIS, das DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik in Braunschweig und das Kompetenznetzwerk SafeTRANS.
„Oldenburg hat eine führende Rolle bei der Erforschung sicherheitskritischer Systeme in Europa“, erklärt Prof. Dr. Werner Damm, Informatiker und Sprecher des Forschungszentrums. „Erst durch die Einbeziehung des ‚Faktors Mensch‘ in die Forschung gelingt es, Verkehrssysteme wirklich sicher zu gestalten.“ Das ausgeprägte Interesse der Industrie belege die wirtschaftliche Bedeutung dieser Forschung, so Damm.
Im Mittelpunkt des Forschungsinteresses steht die Rolle des Menschen bei der Beherrschung komplexer Verkehrssysteme auf dem Land und dem Wasser. Um Gefährdungen für Mensch und Umwelt zu reduzieren, erforschen Informatiker gemeinsam mit WissenschaftlerInnen aus den Bereichen Neurokognition, kognitive Psychologie und Meerestechnik das Zusammenspiel von Mensch und Technik. Ein Schwerpunkt dabei ist der Aufbau von Infrastrukturen, um neue Anwendungen in realen Umgebungen zu erproben. Im Automotivebereich geschieht dies in enger Zusammenarbeit mit der Anwendungsplattform Intelligente Mobilität (AIM) des DLR in Braunschweig, im maritimen Bereich durch den Aufbau einer Forschungs- und Erprobungsplattform in der Wesermündung für maritime Verkehrs- und Umweltüberwachung sowie Verkehrssteuerung.
„The Car That Cares” nennt sich eins der Projekte des Forschungszentrums, das untersucht, wie Kraftfahrzeuge proaktiv mit Schwächen der FahrerInnen umgehen können. Das Projekt „Cooperative eNavigation“ erforscht mögliche Risiken neuer Verfahren zur sicheren Schiffsführung, und das Projekt „The Safety Impact of Security“ beschäftigt sich mit Sicherheitsfragen hochvernetzter soziotechnischer Systeme. Ergänzt werden die Projekte um Forschungen zur sicheren Gestaltung von Offshore Operationen und zu adaptiven integrierten Schiffsbrücken, die sich der jeweiligen nautischen Aufgabe anpassen.
Die Errichtung der Forschungs- und Erprobungsplattform in der Wesermündung wird unterstützt vom Fachbereich Seefahrt der Jade Hochschule in Elsfleth. Im dortigen Maritimen Forschungszentrum soll eine experimentelle Verkehrsleitzentrale aufgebaut werden, zudem ist ein gemeinsames Promotionsprogramm für „Sichere automatisierte maritime Systeme“ geplant. Prof. Dr. Axel Hahn, der im Forschungszentrum den Bereich maritime Systeme leitet, sieht hier „einen wichtigen Beitrag zur Innovation im Bereich elektronischer Unterstützung des Seeverkehrs, für den die Forschungseinrichtung bestens aufgestellt ist.“

Auf dem Foto: Die WissenschaftlerInnen des Forschungszentrums Critical System Engineering

ⓘ www.uni-oldenburg.de/forschungsschwerpunkte/sicherheitskritische-systeme/
 
ⓚ Kontakt:
Prof. Dr. Werner Damm, Department für Informatik, Universität Oldenburg, Tel.: 0441/9722-500, E-Mail: werner.damm(Klammeraffe)uni-oldenburg.de;
Prof. Dr. Axel Hahn, Department für Informatik, Tel.: 0441/798-4480, E-Mail: axel.hahn(Klammeraffe)uni-oldenburg.de
 
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