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06. November 2013   420/13   Veranstaltungsankündigung

Vorreformation und erste Reformation – Öffentlicher Vortrag über Jan Hus

Oldenburg. Der tschechische Theologe, Prediger und Reformator Jan Hus (1362 – 1415) steht im Mittelpunkt des öffentlichen Vortrags „,Vorreformation’ und ,erste Reformation’. Vom süßen Gift historischer Kontinuitätskonstrukte“, den Prof. Dr. Wolf Friedrich Schäufele, Hochschullehrer für Kirchengeschichte an der Universität Marburg, am Freitag, 8. November, 19.30 Uhr in der Oldenburger Lamberti-Kirche (Markt 17) hält. Der Vortrag ist Teil der Wissenschaftlichen Tagung „Jan Hus – 600 Jahre Erste Reformation“, die das Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE) und das Institut für Evangelische Theologie und Religionspädagogik der Universität Oldenburg am 7. und 8. November veranstaltet.
2017 wird des 500. Jahrestages des Thesenanschlags von Martin Luther gedacht, der gemeinhin als Beginn der Reformation gilt. In seinen Schatten steht der 600. Todestag von Jan Hus, der 1415 auf dem Konstanzer Konzil trotz zugesicherten freien Geleits als Ketzer verbrannt wurde. Hus` Reform umfasste unter anderem die Übersetzung der Bibel ins Tschechische und die Aufwertung der Laien für kirchliche Dienste. Er kritisierte scharf den Reichtum und die Machtstrukturen der katholischen Kirche. Der Bibel sollte die alleinige Autorität in der Kirche zukommen.
Doch wer war Jan Hus wirklich? Das Deutungsspektrum reicht vom „Häretiker“ über den „Vorkämpfer für soziale Gerechtigkeit“ bis zum „Übervater der tschechischen Nation“. In der protestantisch geprägten Kirchengeschichtsschreibung galt Hus traditionell als „Vorreformator“, wodurch die hussitische Reformbewegung ihre eigene Kontur und Bedeutung einbüßte. Schäufele zeichnet in einem Vortrag die unterschiedlichen Sichtweisen auf Jan Hus nach und thematisiert die Frage: Gehört die markante Reformbewegung von Jan Hus zu den Voraussetzungen der Reformation, oder wurde sie nur durch ein auf Legenden basierendes Geschichtsbild der Reformatoren dazu erhoben? Schäufele ist Professor an der Universität Marburg und ist Experte für Kirchen- und Theologiegeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit unter besonderer Berücksichtigung der Reformation. Seine Forschungen richten sich schwerpunktmäßig auf Fragen des Zeit- und Geschichtsbewusstseins.

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Prof. Dr. Andrea Strübind, Ev. Theologie und Religionspädagogik, Tel.: 0441/798-2165, E-Mail: andrea.struebind(Klammeraffe)uni-oldenburg.de
 
(Stand: 09.06.2021)