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08. April 2014   128/14   Forschung

Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa

Oldenburg. Der gesellschaftliche und wissenschaftliche Austausch zwischen Deutschland und seinen Nachbarstaaten im Osten hat in den letzten Jahren ein Ausmaß erreicht, das vor wenigen Jahrzehnten kaum vorstellbar war. Die Öffnung des früheren Ostblocks hat zu einem verstärkten Interesse an den historischen Verbindungen zwischen den osteuropäischen Staaten und Deutschland geführt. WissenschaftlerInnen der Universität Oldenburg haben auf diesen Informationsbedarf reagiert und entwickeln derzeit ein Online-Lexikon. Das Projekt ist am Institut für Germanistik angesiedelt und steht unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Sabine Doering in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE).
„Ein umfassendes und aktuelles enzyklopädisches Werk über die Kultur und Geschichte historischer Regionen wie Schlesien, Pommern, West- und Ostpreußen, die böhmischen Länder sowie die deutschen Siedlungsgebiete im Baltikum, in Südosteuropa, in Russland und in anderen GUS-Nachfolgestaaten existiert bislang nicht – weder in gedruckter noch in elektronischer Form“, erklärt Doering. Die in den 1950er Jahren erschienenen Handbücher seien oft der ideologisch belasteten deutschen „Ostforschung“ verpflichtet. In den letzten Jahrzehnten habe sich die Forschung konzeptionell und methodologisch neu orientiert, was sich an den Begriffen „cultural turn“ bzw. „histoire croisée“ ablesen lasse.
Das entstehende Online-Lexikon richtet sich an eine fachlich interessierte Öffentlichkeit, speziell an Studierende und WissenschaftlerInnen. Es stellt verlässliche Daten zur Verfügung, hinterfragt traditionelle Konzepte der Geschichtsschreibung kritisch und nimmt Bezug auf aktuelle wissenschaftliche Forschungen und Fachdiskurse. Es ist interdisziplinär angelegt und berücksichtigt die unterschiedlichen historischen und kulturwissenschaftlichen Disziplinen und Aspekte. Den zeitlichen Rahmen bilden das 12. und 13. Jahrhundert mit dem mittelalterlichen Landesausbau im östlichen Europa und das Ende des Zweiten Weltkriegs mit der Flucht und Vertreibung der deutschen Bevölkerung. Methodisch sei das Lexikon einem multiperspektivischen Ansatz verpflichtet, erläutert Steinberg-Groenhof: „Wir behalten stets die Vielschichtigkeit der Vergangenheit und des kulturellen Erbes der Regionen im östlichen Europa im Blick, das durch das Zusammenwirken verschiedener Sprachen, Kulturen und Konfessionen entstanden ist, sowie die Wechselwirkungen, Überlagerungen und Austausch mit der Kultur und Geschichte anderer ethnischer Gruppen.“
Das Lexikon ist in vier Sektionen gegliedert und umfasst Beiträge zu Orten und Städten, Regionen, Ländern sowie Begriffen und Konzepten. Bislang sind Artikel zu 620 Stichworten erschienen. Sie wurden von über hundert Wissenschaftlerinnen aus dem In- und Ausland verfasst.
Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien fördert das Online-Lexikon. Die aktuelle Projektphase läuft bis Ende des Jahres 2014. Projektpartner sind das Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung in Marburg, das Deutsche Kulturforum östliches Europa in Potsdam und die Bundeszentrale für politische Bildung, Berlin.

ⓘ ome-lexikon.uni-oldenburg.de/
 
ⓚ Kontakt:
Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE),Tel.: 0441/961-9526, E-Mail:ome-lexikon(Klammeraffe)uni-oldenburg.de;
Prof. Dr. Sabine Doering:, Institut für Germanistik, Tel. 0441/798-3049, E-Mail: sabine.doering(Klammeraffe)uni-oldenburg.de
 
(Stand: 20.04.2022)