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19. Juni 2014   243/14  

Doppelter Erfolg für Oldenburger Existenzgründer – Bundeswirtschaftsministerium fördert Gründungsteams mit einer Million Euro / Zusammenspiel von Universität und OFFIS

Oldenburg. Gleich zwei Oldenburger Gründungsvorhaben hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) für eine Förderung empfohlen – mit einem Betrag von rund einer Million Euro. „EXIST-Forschungstransfer“ heißt das BMWi-Programm, bei dem die beiden Gründungsteams „Dynamic VPP“ und „MiCROW“ erfolgreich waren. Beide haben ihre Wurzeln im Oldenburger Informatik-Institut OFFIS, einem An-Institut der Universität Oldenburg. Das BMWi-Programm unterstützt forschungsbasierte Gründungsvorhaben, die mit aufwändigen und risikoreichen Entwicklungsarbeiten verbunden sind. Die Universität Oldenburg gilt bereits seit 2011 als eine der besten Gründerhochschulen Deutschlands und trägt den vom BMWi verliehenen Titel „EXIST-Gründerhochschule“.
„Oldenburg bietet für Gründerinnen und Gründer ein hervorragendes Umfeld. Forschungsinstitute wie das OFFIS inspirieren durch ihre Projektvielfalt für Geschäftsideen. Das universitäre Gründungs- und Innovationszentrum (GIZ) ebnet mit professioneller Beratung und Coaching- wie Qualifizierungsangeboten den Weg“, sagt Prof. Dr. H.-Jürgen Appelrath, Vizepräsident für Forschung der Universität sowie OFFIS-Vorstandsmitglied.
Die beiden Oldenburger Gründungsteams mussten ihre Vorhaben unter anderem vor einer Expertenjury präsentieren. Miriam Wiediger (GIZ), Hanno Kortleben und Benny Biering (beide Stiftungslehrstuhl für Entrepreneurship) haben die Antragsstellung begleitet. Das universitäre An-Institut Express Fonds Nordwest GmbH (EFNW) bereitete die Teams auf den Investoren-Pitch vor. „Der EXIST-Forschungstransfer ist das Premiumprogramm der deutschen Gründungsförderung und damit hochkompetitiv. Toll, dass gleich zwei Teams aus Oldenburg die Jury in Berlin überzeugen konnten“, so Prof. Dr. Alexander Nicolai, Inhaber der Stiftungsprofessur für Entrepreneurship.

Marktintegration kleiner dezentraler Energieanlagen
Kleine dezentrale Energieanlagen – wie Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher – in die Energiemärkte einzubinden, ist Ziel des Gründungsteams „Dynamic VPP“ (VPP: engl. für „Virtual Power Plant“, dt. „Virtuelles Kraftwerk“). Dies soll mit Hilfe einer skalierbaren Software geschehen, die im Rahmen der Förderung entwickelt wird. „Aufgrund der geringen Leistung dieser Energieanlagen kann es notwendig sein, mehrere hundert Einzelanlagen zu einem virtuellen Kraftwerk zusammenzufassen, um die notwendige Gesamtleistung mit ausreichender Zuverlässigkeit bereitstellen und vermarkten zu können“, erklärt Astrid Nieße, Projektleiterin von „Dynamic VPP“. Diese Anlagen dürfen ihren aus erneuerbaren Energien stammenden Strom heute noch vorrangig in die elektrischen Netze einspeisen. Eine echte Marktintegration sei perspektivisch aber unumgänglich und bereits in der Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung politisch vorbereitet, so Nieße.

Kostengünstige, robotische Montage kleinster Bauteile
Bei der Geschäftsidee des Gründungsteams „MiCROW“ geht es um eine Mikroproduktionsanlage, die verschiedene Montage-Aufgaben an sehr kleinen Bauteilen – deutlich kleiner als ein Millimeter – durchführt. Die entwickelte Anlage ist sehr viel kleiner als alle am Markt befindlichen Systeme, zeichnet sich durch eine einfache Bedienung aus und kann sowohl manuell als auch automatisch arbeiten. Für die kommenden Aufgaben der Montage kleinster Bauteile sei der Mensch hinsichtlich seiner Fähigkeiten schlichtweg überfordert, betont Projektleiter Claas Diederichs. „MiCROW erlaubt es vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen, die kommenden Hürden der Mikromontage einfach zu überwinden.“ Insbesondere bei der Herstellung von wissenschaftlichen Instrumenten und in der Messtechnik bringe der Einsatz der neu entwickelten Mikroproduktionsanlage deutliche Vorteile.

Weiterführende Informationen:
Dynamic VPP
„Dynamic VPP“ baut auf Vorarbeiten des Landesforschungsverbunds „Smart Nord – Intelligente Netze Norddeutschland“ auf, der seit 2012 vom Niedersächsischen Wissenschaftsministerium gefördert wird und seinen Schwerpunkt in der Entwicklung von skalierbaren Optimierungsverfahren für virtuelle Kraftwerke hat. Die jetzige Förderung bietet die Möglichkeit, die anwendungsnahen Forschungsergebnisse wirksam in eine wirtschaftliche Nutzung zu überführen.
MiCROW
Durch die zunehmende Miniaturisierung müssen Hersteller von hochpräzisen Produkten – wie Sensoren, Messinstrumenten oder auch Uhren – ihre Fertigungsprozesse anpassen. Das bedeutet insbesondere für kleine Stückzahlen oft eine manuelle Montage mit hoher Ausschussrate. „MiCROW“ hat daher ein flexibles robotisches System entwickelt, das höchstpräzise Arbeitsschritte durchführen kann. Die Bedienung kann über verschiedene Computereingabegeräte oder haptische Eingabegeräte erfolgen und ist extrem intuitiv. Der Platzbedarf dieses Systems ist verglichen mit aktuellen Systemen sehr gering (Grundfläche ca. 50 cm x 50 cm).
EXIST-Forschungstransfer
Studierende, AbsolventInnen und WissenschaftlerInnen aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen bekommen mit dem EXIST-Forschungstransfer die Möglichkeit, ihre forschungsbasierte Gründungsidee in einen Businessplan umzusetzen. Der EXIST-Forschungstransfer ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und wird durch den Europäischen Sozialfonds kofinanziert.

Fotos
Foto 1: Gründungsteam „Dynamic VPP“ (v.l.n.r.): Carsten Wissing, Astrid Nieße (Projektleiterin), Dr. Martin Tröschel, Stefan Scherfke
Foto 2: Gründungsteam „MiCROW“ (v.l.n.r.): Rebecca Mikczinski, Tobias Tiemerding, Manuel Mikczinski, Claas Diederichs (Projektleiter)

ⓘ www.exist.de
www.offis.de
www.uni-oldenburg.de/gruenderuni
 
ⓚ Kontakt:
Prof. Dr. H.-Jürgen Appelrath, Vizepräsident für Forschung und OFFIS-Vorstandsmitglied, Tel.: 0441/798-5456/-5464, E-Mail: vp.f(Klammeraffe)uni-oldenburg.de, Dynamic VPP: Astrid Nieße, OFFIS, Tel.: 0441/9722-187, E-Mail: astrid.niesse(Klammeraffe)offis.de; MiCROW: Claas Diederichs, OFFIS, Tel.: 0441/798-4296, E-Mail: claas.diederichs(Klammeraffe)offis.de
 
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