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13. Mai 2015   195/15  

Unterstützte Kommunikation – Fachtagung mit mehr als 220 Teilnehmern

Oldenburg. Übergänge – beispielsweise vom Kindergarten in die Schule oder von der Schule ins Berufsleben, aber auch Job- oder Wohnungswechsel – beinhalten große Herausforderungen. Insbesondere für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Beeinträchtigung, denen die Lautsprache nicht oder nicht ausreichend zur Verfügung steht. Welche Kommunikationsformen und -möglichkeiten können genutzt werden, damit sie diese Übergänge besser meistern? Diese Frage steht im Zentrum der Fachtagung „Unterstützte Kommunikation und Übergänge – Alle reden mit!“, die am Donnerstag, 21. Mai, ab 9.00 Uhr, im Oldenburger Kulturzentrum PFL stattfindet. Die Organisatorin und Wissenschaftliche Leiterin der Tagung, Prof. Dr. Andrea Erdélyi, Hochschullehrerin für Pädagogik und Didaktik bei Beeinträchtigungen der geistigen Entwicklung an der Universität Oldenburg, erwartet mehr als 220 Sonder- und SozialpädagogInnen, ErzieherInnen, ÄrztInnen und TherapeutInnen. Den Eröffnungsvortrag „Gelingende Kommunikation als Voraussetzung für Partizipation in Schule und Arbeit“ hält um 10.00 Uhr die Pädagogin und Vorreiterin auf dem Gebiet Unterstützte Kommunikation, Privatdozentin Dr. Susanne Wachsmuth von der Universität Gießen.
Obwohl Unterstützte Kommunikation seit 1990 in Deutschland bekannt ist, wird sie immer noch selten genutzt. Für Menschen mit sprachlicher Beeinträchtigung bietet sie die Möglichkeit, Lautsprache zu ergänzen oder zu ersetzen – beispielsweise durch Gebärden, durch Bildsymbole oder durch Sprachcomputer. Im Zentrum der Tagung steht das Forschungsprojekt „Teilhabe an Arbeit und Beruf bedarf der Kommunikation“, das Erdélyi gemeinsam mit der Oldenburger Geistigbehindertenpädagogin Apl. Prof. Dr. Ingeborg Thümmel leitet und das das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) fördert. Im Rahmen des Projekts erhob die Wissenschaftliche Mitarbeiterin Manuela Mönck Selbstbestimmungs- und Partizipationsmöglichkeiten nicht sprechender SchülerInnen der Abschlussstufe. Anschließend entwickelte sie mit dem Forscherteam Materialien und Fortbildungsprogramme für Fachleute, die mit Menschen mit komplexen Kommunikationsbeeinträchtigungen zusammenarbeiten und diese unterstützen. Das Symposium stellt in sieben Workshops die Ergebnisse des Projekts vor. „Wir erhoffen uns durch das Symposium, den engagierten Akteurinnen und Akteuren bei der Gestaltung von Übergängen von Menschen, denen die Lautsprache abhandengekommen ist, Hilfen an die Hand zu geben, die die Situation der Betroffenen grundlegend verändern“, so Erdélyi.
Eine Podiumsdiskussion mit VertreterInnen des Projekts, des BMAS sowie mit regionalen und überregionalen Trägern der Behindertenhilfe rundet das Tagungsprogramm ab. Zudem können sich Interessierte im Foyer des PFL bei Hilfsmittelfirmen und bei der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. über Möglichkeiten zur Unterstützten Kommunikation informieren.

Hinweis für die KollegInnen der Presse:
Zwischen 13.15 und 13.45 Uhr wird im PFL ein „Pressetalk“ angeboten. Erdélyi und Thümmel stellen Ihnen das Projekt „Teilhabe an Arbeit und Beruf bedarf der Kommunikation“ vor und informieren über aktuelle Entwicklungen der Unterstützten Kommunikation. Zudem besteht die Möglichkeit, mit TeilnehmerInnen der Tagung ins Gespräch zu kommen. Eine gesonderte Einladung geht Ihnen noch zu.

ⓘ www.uni-oldenburg.de/sonderpaedagogik/ambulatorium/
 
ⓚ Kontakt:
Prof. Dr. Andrea Erdélyi, Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik, Tel.: 0441/798-4753, E-Mail: andrea.erdelyi(Klammeraffe)uni-oldenburg.de
 
(Stand: 20.04.2022)