Kontakt

Presse & Kommunikation

Pressemitteilungen

 

» Druckversion

 

» Juli 2015
» Gesamtübersicht

Jürgen Taeger

 

10. Juli 2015   295/15   Forschung

Klein und immer online: Was „Smart Cams“ für unser Leben im öffentlichen Raum bedeuten
Neues interdisziplinäres Forschungsprojekt an der Universität

Oldenburg. Kontinuierlich mit dem Internet verbundene kleine „Smart Cams“ („intelligente Kameras“), die in Brillen oder Schmuck, an Fahrradhelmen oder Auto-Frontscheiben verborgen arbeiten, könnten schon bald das öffentliche Leben komplett digitalisieren: Sich daraus ergebende technische Chancen, gesellschaftliches Konfliktpotenzial und juristischer Regelungsbedarf stehen im Mittelpunkt eines neuen Forschungsprojekts an der Universität Oldenburg. Von August 2015 an werden darin Wissenschaftler des federführenden Instituts für Rechtswissenschaften mit Partnern aus dem Institut für Sozialwissenschaften und dem An-Institut OFFIS zwei Jahre lang zusammenarbeiten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt „ChaRiSma“ im Rahmen seiner Ausschreibung „Innovations- und Technikanalyse“ mit mehr als 400.000 Euro.
Interessante Anwendungschancen für „Smart Cams“ sieht der Projektleiter, Rechtsinformatiker Prof. Dr. Jürgen Taeger, in verschiedenen beruflichen Tätigkeiten und Ausbildungssituationen. Die bedeutendsten Risiken bestünden in schwerwiegenden Eingriffen in Persönlichkeitsrechte von Menschen durch unbemerkte Bild- und Tonaufnahmen. „Der öffentliche Raum – sei es Markt- oder Parkplatz, Uni-Campus oder öffentlicher Nahverkehr, Sportveranstaltung oder Volksfest – droht sich in einen visuell und auditiv überwachten Raum zu verwandeln“, so Taeger. Dabei sei die weitere Verwendung und Verknüpfung der erfassten Daten für Betroffene unkalkulierbar.
Zentrales Ziel des Projekts „ChaRiSma“ ist es, rechtliche Regelungserfordernisse zu bestimmen und aufzuzeigen, welche Regelungen die öffentliche Nutzung von „Smart Cams“ sozialverträglich gestalten könnten. Dabei werden die Forscherinnen und Forscher sowohl die verfassungsrechtlichen Anforderungen als auch die technischen Gestaltungsmöglichkeiten einbeziehen. Im Projektverbund arbeiten Verfassungsrechtler, Informationsrechtler, Sozialwissenschaftler sowie Informatiker von der OFFIS-Gruppe Interaktive Systeme interdisziplinär zusammen.

ⓘ www.uni-oldenburg.de/rechtswissenschaften
 
ⓚ Kontakt:
Prof. Dr. Jürgen Taeger, Tel.: 0441/798-4134, E-Mail: j.taeger(Klammeraffe)uni-oldenburg.de
 
(Stand: 20.04.2022)