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29. Januar 2016   035/16   Personalie

Sozialwissenschaftler und Pädagoge Wolfgang Nitsch verstorben

Oldenburg. Prof. Dr. Wolfgang Nitsch, Sozialwissenschaftler und Pädagoge, ist am 27. Januar 2016 im Alter von 77 Jahren verstorben. Nitsch lehrte und forschte von 1974 bis über seine Emeritierung im Jahr 2006 hinaus am Institut für Pädagogik der Universität Oldenburg.

Nitsch studierte Geschichts- und Sozialwissenschaften an der Freien Universität Berlin und in London. Bevor er 1972 an der Universität Bremen promovierte, war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Im Jahr 1974 wurde er – nach einer Gastdozentur an der University of Wisconsin-Madison (USA) – als Hochschullehrer für Wissenschaftstheorie der Erziehungs- und Sozialwissenschaften an die Universität Oldenburg berufen. Als Vorsitzender der Gemeinsamen Kommission Lehrerbildung (GKL) förderte er die Verständigung zwischen Schule und Universität im Kontext der einphasigen Lehrerausbildung. Unter seiner Anleitung entstand beispielsweise ein reicher Schatz an ethnographischer Forschung über schulische und außerschulische Lebenswelten mit ökologischen, kulturellen und geschichtlichen Schwerpunkten.

Der Oldenburger Wissenschaftler trug in vielfältiger Weise zur Ost-West-Verständigung bei. So initiierte er 2002 eine Enquete-Kommission der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft zum Stand der Erziehungswissenschaften in Ostdeutschland. Darüber hinaus engagierte sich Nitsch stark in Fragen der Nord-Süd-Kooperation und gehörte 1996 zu den Gründern des „Zentrums für erziehungswissenschaftliche Studien im Nord-Süd-Verbund“ an der Universität. Besonderer Schwerpunkt war dabei die Auseinandersetzung mit globalen Ungleichverhältnissen. Hieraus resultierten auch eine Reihe viel beachteter Fachpublikationen.

Bis in die jüngste Vergangenheit hinein war er intensiv an der Kooperation zwischen der Universität Oldenburg und südafrikanischen Universitäten beteiligt. Die Nelson Mandela Metropolitan University (NMMU) in Port Elizabeth, Südafrika, verlieh ihm 2009 den Titel Honorarprofessor. Mit seinem großen Wissensschatz und seinen kritischen Beiträgen war Nitsch bei vielen Fachkolleginnen und -kollegen sowie Studierenden sehr geschätzt.
Nitsch war Mitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und gehörte von 1993 bis 2009 dem Bundesvorstand des Bundes demokratischer Wissenschaftler (BdWi) an.

ⓘ www.uni-oldenburg.de
 
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Prjxsesse & Komk2bmunikathfzione8 (presse/w@ukd2yol.dk7mfevacq) (Stand: 10.09.2018)