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02. Februar 2016   042/16   Forschung

Neues Großgerät: XPS Spektrometer untersucht die Chemie kleinster Partikel und dünner Schichten

Oldenburg. Es musste mit einem Spezialtransport angeliefert werden und füllt ein ganzes Labor im Institut für Chemie: Das neue XPS-Spektrometer der Universität Oldenburg. Das Großgerät zur chemischen Analyse von Oberflächen bietet Wissenschaftlern neue Möglichkeiten – vor allem in der Materialforschung. Mit einer Führung durch das Labor und einem Festvortrag wurde es heute offiziell in Betrieb genommen.
Etwa 50 Gäste nutzten die Gelegenheit, sich einen Eindruck von der Leistungsfähigkeit des Geräts zu verschaffen. Im Anschluss referierte Prof. Dr. Hans Peter Steinrück von der Universität Erlangen über die Möglichkeiten der Röntgen-Photoelektronen-Spektroskopie (XPS). Das Besondere: Sie analysiert genauestens die Oberfläche von Festkörpern – ein Vorteil, der gerade in der Elektrochemie zum Tragen kommt, da diese sich mit extrem dünnen Schichten befasst. Dass das Gerät sich nur auf die Oberfläche beschränkt, ist wichtig, weil sonst die Signale aus dem Inneren des Materials die eigentlich wichtigen Informationen über die Oberfläche überdecken würden. Die Dicke der untersuchten Schicht beträgt dabei nur etwa fünf Nanometer, das ist ein Zehntausendstel des Durchmessers eines Haares.
Unter der Leitung des Chemikers Prof. Dr. Gunther Wittstock nutzen bereits jetzt mehr als 30 Chemiker und Physiker aus fünf Arbeitsgruppen mit ganz unterschiedlichen Fragestellungen das XPS-Spektrometer. So geht es beispielsweise darum, Schichtstrukturen in Batterien und Solarzellen zu optimieren, um diese leistungsfähiger zu machen. Das Gerät hilft, die kleinen, aber für die Funktion oft entscheidenden chemischen Veränderungen an den Oberflächen zu erkennen. Es spielt zudem eine zentrale Rolle für die DFG-Forschergruppe "Nanoporöses Gold", in der Wissenschaftler aus Bremen, Oldenburg, Hamburg und Berlin gemeinsam an neuen Katalysatoren forschen. Weitere Projekte beschäftigen sich mit dem Aufbau von Sensormaterialien, die Nanopartikel für weitergehende Untersuchungen anreichern. Auch dafür ist die Chemie zwischen den Partikeln und der äußersten Schicht des Sensors entscheidend.

Das Spektrometer im Wert von 1,24 Millionen Euro wurde zu gleichen Teilen aus Bundes- und Landesmitteln finanziert. Es hat eine prognostizierte Lebensdauer von 25 Jahren und soll künftig im Rahmen von Kooperationsprojekten auch gemeinsam mit Wissenschaftlern anderer Forschungseinrichtungen genutzt werden.

Auf dem Foto:
Die Chemie kleinster Partikel und dünner Schichten untersuchen Carsten Dosche, Aleksandra Markovic, Mareike Hänsch und Saustin Dongmo (v.l.) vom Institut für Chemie mithilfe des XPS Spektrometers.

ⓘ www.uni-oldenburg.de/chemie
 
ⓚ Kontakt:
Prof. Dr. Gunther Wittstock, Tel.: 0441/798-3971, E-Mail: gunther.wittstock(Klammeraffe)uni-oldenburg.de
 
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