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17. Juni 2016   207/16   Forschung

„Schleichende Gefahr“ im Untergrund: Was tun angesichts der Versalzung des Grundwassers?
Neues interdisziplinäres Forschungsprojekt an der Universität

Oldenburg. Es ist ein im Untergrund verborgenes, aber nicht weniger drängendes Problem: Mit dem klimatisch bedingten Anstieg des Meeresspiegels steigt in Küstennähe auch der Salzgehalt unseres Grundwassers – aus dem sich wiederum der Großteil unseres Trinkwassers speist. Diese „schleichende Gefahr“ stellen die Hydrogeologin Prof. Dr. Gudrun Massmann und der ökologische Ökonom Prof. Dr. Bernd Siebenhüner von der Universität Oldenburg in den Mittelpunkt eines neuen Forschungsprojekts. Da das Problem aufgrund geringer Fließgeschwindigkeiten im Untergrund relativ langsam voranschreite, werde es bislang von Gesellschaft und Entscheidungsträgern nur wenig beachtet, so die Wissenschaftler. Ihr Ziel: die Ausmaße des Problems zu untersuchen und Strategien für den gesellschaftlichen Umgang mit der zunehmenden Grundwasserversalzung – etwa an der Nordseeküste – sowie Gegenmaßnahmen zu entwickeln.
Das Vorhaben ist eingebunden in das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) neu initiierte Schwerpunktprogramm „SeaLevel“ (Regional Sea Level Change and Society; zu Deutsch: Regionaler Meeresspiegelanstieg und die Gesellschaft). Als interdisziplinäres Projekt wird es naturwissenschaftliche Modellierung mit sozialwissenschaftlichen Analysen und der Beteiligung lokaler Akteure in der Nordwest-Region verbinden. Die DFG fördert das Oldenburger Projekt in den kommenden drei Jahren mit 475.000 Euro.
Die Wissenschaftler wollen Modelle entwickeln, um die gegenwärtigen und zukünftigen Strömungsverhältnisse und Grundwasser-Salzgehalte abzubilden beziehungsweise vorherzusagen. Die Analyse der sozioökonomischen Folgen werden sie damit verzahnen, um anschließend geeignete Gegenmaßnahmen aufzuzeigen. Einen besonderen Fokus wollen Massmann und Siebenhüner auf Wahrnehmungsmuster, das Wissen und die Lernprozesse von relevanten gesellschaftlichen Akteuren sowie die von der Versalzung ausgelösten Kosten legen.
Prof. Dr. Gudrun Massmann leitet am Institut für Biologie und Umweltwissenschaften die Arbeitsgruppe „Hydrogeologie und Landschaftswasserhaushalt“. Prof. Dr. Bernd Siebenhüner ist Hochschullehrer für Ökologische Ökonomie am Institut für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik sowie Vorstandssprecher des universitären „Oldenburg Center For Sustainability Economics and Management“ (CENTOS).

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ⓚ Kontakt:
Prof. Dr. Gudrun Massmann, Tel.: 0441/798-4837, E-Mail: gudrun.massmann(Klammeraffe)uni-oldenburg.de; Prof. Dr. Bernd Siebenhüner, Tel.: 0441/798-4366, E-Mail: bernd.siebenhuener(Klammeraffe)uni-oldenburg.de
 
(Stand: 09.06.2021)