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Esther Ruigendijk

Thomas Klenke

27. Oktober 2016    367/16    Forschung

Oldenburger Wissenschaftler leiten EU-Projekt zur Meeresraumplanung

Dreijährige Förderung im Rahmen des Bildungsprogramms ERASMUS+ bewilligt

Oldenburg. Europäische Bildungsstandards – entwickelt unter Oldenburger Ägide: Die Europäische Union (EU) hat der Universität Oldenburg die Leitung einer EU-weiten Partnerschaft von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Fachbehörden in der Meeresraumplanung übertragen. Ziel des zunächst für drei Jahre bewilligten Projekts mit dem Titel „ERASMUS+ Strategic Partnership for Marine Spatial Planning (SP-MSP)“ ist es, verbindliche Standards für Studien- und Qualifizierungsangebote zu entwickeln. Es ist die erste „Strategische Partnerschaft“ im EU-Bildungsprogramm ERASMUS+, die die Universität Oldenburg koordiniert. Sie ist im fakultätsübergreifenden Zentrum für Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung (COAST) unter der Leitung von Dr. Thomas Klenke angesiedelt.

„Die strategische Partnerschaft im EU-Förderprogramm ERASMUS+ ist ein hervorragender Baustein für die Internationalisierung unserer Universität. Ich freue mich auf die damit verbundenen Innovationskooperationen und den Austausch guter Praxis. Beides wird unser Profil auch über Landesgrenzen hinweg weiter schärfen“, sagt Prof. Dr. Esther Ruigendijk, Vizepräsidentin für Wissenschaftlichen Nachwuchs und Internationales.

Im Zentrum der Strategischen Partnerschaft SP-MSP liegt die Meeresraumplanung – eine Disziplin, die sich vor dem Hintergrund einer zunehmenden Gefährdung der marinen Lebensräume in den vergangenen Jahren zu einem zentralen, handlungsorientierten Ansatz für die nachhaltige Entwicklung der Meere und Ozeane entwickelt hat. Dahinter steckt die Idee – ähnlich der Raumplanung an Land – die einzelnen Ansprüche ans Meer durch eine übergeordnete Planung des Meeresraumes miteinander in Einklang zu bringen. Auf diese Weise soll der Mensch künftig planvoller in den marinen Lebensraum eingreifen, also beispielsweise beim Ausbau von Häfen,  Wasserstraßen und Pipelines von vorneherein die Ansprüche von Natur und Umwelt berücksichtigen. Um das sicherzustellen, bedarf es einer systematischen Planung durch die EU.

Dementsprechend soll die Strategische Partnerschaft nun die europaweite Qualifizierung von Fachleuten für Forschung und gesellschaftliche Praxis verbessern. Unter der Leitung der Universität Oldenburg sind Forschende und Lehrende der Universitäten Liverpool (Großbritannien), Nantes (Frankreich) und Breda (Niederlande), das Institut für Ostseekunde in Rostock-Warnemünde und weitere Projektpartner – darunter mehrere überstaatliche Organisationen – rund um Nord- und Ostsee sowie dem Nordostatlantik beteiligt. Assoziierter Partner ist zudem das MSP Research Network, das über 100 Lehrende und Praktiker in Europa und anderen Teilen der Welt vereint.

Konkret setzen die Beteiligten einheitliche Standards für Lehrpläne und Prüfungsleistungen in der Meeresraumplanung fest. Darüber hinaus entwickeln sie Lehrveranstaltungen, organisieren länderübergreifende Exkursionen und anwendungsnahe Praktika. Unter anderem soll ein eigenes Studienmodul zur Meeresraumplanung mit dem Schwerpunkt transnationale Zusammenarbeit und Planung der marinen Umwelt entstehen. Projektleiter Dr. Thomas Klenke: „Die Universität Oldenburg bietet durch ihre ausgewiesenen Schwerpunkte Meeresforschung und Nachhaltigkeitswissenschaften ein ideales Umfeld für die Strategische Partnerschaft. Wir setzen damit Impulse für eine hochschulübergreifende Lehre, die gleichermaßen in der aktuellen Forschung wie unmittelbar in der gesellschaftlichen Umsetzung verankert ist.“

Heimatstudiengang in Oldenburg wird der fakultätsübergeifende Masterstudiengang Water and Coastal Management sein. Die entsprechenden Lehrveranstaltungen und weiteren Angebote der Strategischen Partnerschaft stehen aber auch anderen Studierenden und Lehrenden offen.

Erasmus+ ist ein Programm für Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union. Es eröffnet Studierenden und Lehrenden vielfältige Möglichkeiten in verschiedenen Förderinstrumenten. Eins davon sind die Strategischen Partnerschaften, die auf eine harmonisierte Lehre auf europäischem Niveau abzielen.

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Dr. Thomas Klenke, Tel.: 0441/798-4799, E-Mail:

(Stand: 20.04.2022)