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Dagmar Freist

22. Dezember 2016    428/16    Forschung

Erneute Förderung für Großprojekt „Freiheitsraum Reformation“

Jubiläumsjahr 2017: Zahlreiche Veranstaltungen im Nordwesten geplant

Oldenburg. „Freiheitsraum Reformation“, ein Kooperationsprojekt der Universität Oldenburg mit Partnern aus Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft, erfährt 2017 – dem 500. Jubiläumsjahr der Reformation – eine erneute Förderung. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Monika Grütters, hat am Mittwoch weitere Mittel für das nordwestdeutsche Projekt bewilligt. Die beantragte Fördersumme liegt bei etwa 100.000 Euro.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserem Ansatz einer kritischen Reflexion der Reformation und der damit verbundenen Herausforderungen im Umgang mit religiöser Vielfalt erneut überzeugen konnten. Der Nordwesten kann sich auf ein anregendes Jubiläumsjahr freuen“, sagt Projektleiterin Prof. Dr. Dagmar Freist vom Institut für Geschichte der Universität. 

Das Projekt „Freiheitsraum Reformation“ wird jedes Jahr neu von unterschiedlichen Akteuren aus Oldenburg und dem Nordwesten gestaltet. Es verfolgt das Ziel, Menschen und Institutionen aus Wissenschaft, Kultur und Bildung zusammenzubringen, um das Gesamtereignis Reformation „neu zu denken“ – in Ausstellungen, Theaterstücken, Konzerten, Schülerprojekttagen, einer internationalen Tagung an der Universität und vielen weiteren Formaten. Das Jahr 2017 steht unter dem Motto „Religiöse Pluralisierung: Region und Welt“. Neben Partnern aus Ostfriesland und Oldenburg werden sich auch Gemeinden und Einrichtungen aus Friesland und dem Oldenburger Münsterland beteiligen. Sie nehmen die Migrationsbewegungen ab dem 16. Jahrhundert in den Blick: Wirtschaftsmigranten und religiöse Minderheiten wie Juden und Mennoniten suchten Wohlstand oder Zuflucht in der Nordwestregion. Andere verließen die Region, schlossen sich neuen Glaubensbewegungen an, die sie auf die andere Seite der Erde führten. Ideen, Lebensweisen und Glaubensvorstellungen der Reformation wanderten über den Globus, wurden angepasst, vermischt, verändert – eine große Herausforderung für das alltägliche Zusammenleben. „Wir gehen unter anderem der Frage nach, wie die Menschen damals die Begegnung mit der Welt, dem Fremden und Neuen erlebt haben und wie sich die heutige Gesellschaft in der ganz ähnlichen Situation einer religiösen und ethnischen Pluralisierung verhält“, erklärt Freist.

Ausgangspunkt des 2012 gestarteten Projekts bildet die von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ausgerufene Lutherdekade. An „Freiheitsraum Reformation“ sind neben der Universität Oldenburg unter anderem folgende Partner beteiligt: die Oldenburgische Landschaft, das Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE), die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg, die Evangelisch-Reformierte Kirche (Leer), die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers (Sprengel Ostfriesland).

Folgende Termine stehen bereits fest:

- 11. bis 13. Mai 2017: „Reformation, Migration und Religiöse Pluralisierung: Politik und Praktiken der Koexistenz“ – internationale Tagung an der Universität Oldenburg

- 18. bis 22. September 2017: „Reformation erfahren-gestalten-entwickeln“ – Schülerprojekttage im Kreis Jever

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Historische „Visitationsakten“ wie diese geben Historikern Aufschluss über die Veränderungen, die die Reformation in den Gemeinden mit sich brachte. Schon im Mittelalter erkundeten von der Obrigkeit entsandte Kommissionen die Verhältnisse vor Ort und hielten ihre Einschätzungen schriftlich fest. Für die evangelischen Landesherren wurde die Visitation ein wichtiges Mittel zur Etablierung der Reformation. Wie effektiv dies war, wird in der Forschung kontrovers diskutiert.

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Prof. Dr. Dagmar Freist, Tel.: 0441/798-4640, E-Mail:

(Stand: 20.04.2022)