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23. März 2017    095/17    Forschung

Geflüchtete Frauen im Fokus

Verbundprojekt analysiert geschlechtsspezifische Unterschiede bei Aufnahme und Integration

Oldenburg. Werden geflüchtete Frauen in Deutschland anders aufgenommen und integriert als Männer? Mit geschlechtsspezifischen Fragen rund um die Themen Flucht und Integration beschäftigt sich ein kürzlich gestarteter Forschungsverbund der Universitäten Oldenburg, Osnabrück und Göttingen in den kommenden drei Jahren. Das Augenmerk des Oldenburger Teilprojekts unter der Leitung von Prof. Dr. Silke Wenk und der Mitarbeit von Dr. Ulrike Lingen-Ali vom Zentrum für interdisziplinäre Frauen und Geschlechterforschung (ZFG) liegt dabei auf Gewalterfahrungen geflüchteter Frauen.

Medienberichte über sexuelle Gewalt in Unterkünften für Geflüchtete haben in den vergangenen Monaten auf die Schutzbedürftigkeit insbesondere weiblicher Geflüchteter aufmerksam gemacht. Aber nicht nur bei der Aufnahme, auch bei der Integration stehen Frauen häufig vor besonderen Herausforderungen. Worin diese Unterschiede in der Wahrnehmung und Behandlung von geflüchteten Männern und Frauen genau bestehen und wie ihnen begegnet werden sollte, wollen die niedersächsischen WissenschaftlerInnen in vier Teilprojekten an der federführenden Universität Osnabrück sowie an den Universitäten Oldenburg und Göttingen erforschen.

Das Oldenburger Projekt heißt „Geflüchtete Frauen, Familiendynamiken und Gewalt: Traumabewältigung, Intervention und Prävention im Aufnahmekontext.“ Die Wissenschaftlerinnen gehen dabei von einem umfassenden Gewaltbegriff aus, der auch politische, strukturelle, institutionelle und erkenntnisbezogene Gewalt umfasst. So beziehen sie in ihre Analyse beispielsweise die Familiensituation und die Migrations- beziehungsweise Fluchtgeschichte der Frauen ein, insbesondere in Hinblick auf das Verhältnis zwischen den Geschlechtern. Folgende Fragen leiten die Studie: Wie thematisieren und bearbeiten geflüchtete Frauen und ihre Angehörigen Gewalterfahrungen? Welche Gegenstrategien entwickeln sie und auf welche Ressourcen können sie zurückgreifen? Zusätzlich wollen die Forscherinnen herausfinden, auf welchem Geschlechterwissen Präventions- und Interventionsansätze basieren und inwieweit diese zu den wissenschaftlich ermittelten Bedarfen passen. Letztlich möchten sie Organisationen, Einrichtungen und Politikern Anregungen für eine geschlechtergerechtere Aufnahme und Integration von Geflüchteten geben.

Den Forschungsverbund „Gender, Flucht, Aufnahmepolitiken. Prozesse vergeschlechtlichter In- und Exklusionen in Niedersachsen“ finanziert das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) mit rund 500.000 Euro in der Förderlinie „Geschlecht Macht Wissen“. Neben dem Zentrum für interdisziplinäre Frauen und Geschlechterforschung (ZFG) der Universität Oldenburg sind das Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien der Universität Osnabrück, das Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie und das Centrum für Geschlechterforschung an der Universität Göttingen beteiligt.

Weblinks

Kontakt

Dr. Ulrike Lingen-Ali Tel.: 0441/798-4120, E-Mail: ulrike.lingen-ali@uni-oldenburg.de

Presse &hm4 Koamwz1mmunikadnbtia7on (prc+cvesst/e@uol.b9hnndehauy) (Stand: 10.09.2018)