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7. Februar 2018   036/18    Forschung

Informatik-Talente fördern

Didaktikerinnen aus Oldenburg sind an der Initiative „Leistung macht Schule“ beteiligt

Oldenburg. Den Informatikunterricht attraktiver machen – das ist ein Ziel des Projektes „Leistung macht Schule“ (LemaS), an dem zwei Oldenburger Didaktikerinnen beteiligt sind. „Informatikunterricht fristet an vielen Schulen bisher noch ein Schattendasein“, sagt Prof. Dr. Ira Diethelm vom Department für Informatik der Universität Oldenburg. Die Förderinitiative „Leistung macht Schule“ (LemaS) des Bundes und der Länder hat das Ziel, leistungsstarke Schüler zu fördern und an Schulen eine leistungsfreundliche Kultur zu etablieren. Ein gleichnamiger deutschlandweiter Forschungsverbund begleitet die Initiative wissenschaftlich. Diethelm und ihre Kollegin Dr. Claudia Hildebrandt leiten eins von 24 Teilprojekten des Ende Januar gestarteten Vorhabens. Sie erhalten dafür circa 320.000 Euro für die nächsten fünf Jahre.

 „In vielen Klassenzimmern aller Schulformen sitzen unerkannte Talente“, sagte Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, bei der Auftaktveranstaltung am 30. Januar in Berlin. Beim Schulfach Informatik ist die Lage besonders schwierig, berichtet Ira Diethelm. „An vielen Schulen gibt es Informatik gar nicht“, sagt die Forscherin. Der erste Schritt der Förderung bestehe daher darin, die Schulen dabei zu unterstützen, dass Informatik Regelunterricht wird. Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen haben etwa im Projekt IT2School in den vergangenen Jahren Materialien entwickelt, um den Unterricht attraktiver zu gestalten und die Qualität zu verbessern. Die Forscher nutzen dabei das Wissen der Schüler über Computerspiele, soziale Medien oder Smartphones, um ihr Interesse für andere Themen aus der Informatik wecken. „In einem zeitgemäßen Informatikunterricht lernen die Schüler etwa, wie Daten übertragen werden, wie man Apps programmiert oder wie 3D-Druck funktioniert“, erläutert Claudia Hildebrandt.

An dem Teilprojekt, das Diethelm und Hildebrandt leiten, sollen rund zwanzig Schulen teilnehmen. „In der ersten Phase werden wir Konzepte entwickeln, mit denen die Lehrkräfte leistungsstarke und begabte Schülerinnen und Schüler identifizieren und individuell fördern können“, sagt Ira Diethelm. Dabei hat sie vor allem Schüler im Blick, deren Leistungspotential bislang nicht so deutlich hervorgetreten ist. So sollen die Pädagogen erkennen, welcher Jugendliche vielleicht ein besonderes Interesse für die Funktionsweise des Internets oder eine Begabung für das Programmieren hat. Die beiden Forscherinnen wollen außerdem mehr talentierte Mädchen für den Informatikunterricht begeistern.

Die Initiative „Leistung macht Schule“ wird von Bund und Ländern mit insgesamt 125 Millionen Euro gefördert, 16 Millionen entfallen davon auf das begleitende Forschungsprojekt. Neben Didaktikern unterschiedlicher Fachrichtungen sind daran auch Bildungsforscher, Erziehungswissenschaftler und Psychologen beteiligt. Zu den 28 Schulen aus Niedersachsen, die an dem Gesamtprojekt teilnehmen, gehören beispielsweise die Grundschule Ofen in Bad Zwischenahn, die Grundschule am Ottermeer in Wiesmoor, die Cäcilienschule in Oldenburg und das Max-Planck-Gymnasium in Delmenhorst.

Weblinks

Bilder

  

Zeitgemäßer Informatik-Unterricht soll spannend sein und Spaß machen. Foto: Uni Oldenburg.

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Kontakt

Prof. Dr. Ira Diethelm, Tel.: 0441/798-2990, E-Mail:

(Stand: 09.06.2021)