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27. Februar 2018   053/18    Personalie

„Lobbyist im besten Sinne“: Bibliotheksdirektor Hans-Joachim Wätjen in den Ruhestand verabschiedet

Oldenburg. Hans-Joachim Wätjen, Leitender Bibliotheksdirektor der Universität Oldenburg, geht nach mehr als 37-jähriger Tätigkeit in den Ruhestand. In einer Feierstunde im Hörsaalzentrum verabschiedeten sich heute Universitätsmitarbeiter und langjährige Wegbegleiter aus Stadt und Region von einem Bibliotheksdirektor, der das Bibliotheks- und Informationssystem der Universität „in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich nach innen und außen geprägt hat“, so Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper in seiner Rede vor rund 300 geladenen Gästen, zu denen auch der ehemalige Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. h. c. Michael Daxner als Festredner gehörte. Piper betonte, Wätjen sei in den letzten Jahrzehnten das „Gesicht der Bibliothek“ gewesen. Er habe ihn als eine prägende Persönlichkeit und einen weitsichtigen Gestalter erlebt. „Hans-Joachim Wätjen ist ein Lobbyist im besten Sinne für alle Belange der Bibliothek“, sagte Piper. Als Dank für seine außerordentlichen Verdienste hatte Wätjen im Januar die „Ehrenplakette des Präsidenten“ erhalten.  

Wätjen absolvierte nach seinem Studium der Politik- und Wirtschaftswissenschaften seine bibliothekarische Ausbildung in Bremen und Frankfurt. 1980 wechselte er an die noch junge Universität Oldenburg und gestaltete den Aufbau der Bibliothek maßgeblich mit. 1983 wurde er zunächst ständiger Vertreter des damaligen Bibliotheksdirektors Hermann Havekost. Als dieser im Jahr 2000 in den Ruhestand ging, wurde Wätjen sein Nachfolger.  

Wätjen zeichnete während seiner jahrzehntelangen Tätigkeit an der Universität für mehrere Großprojekte verantwortlich: Gleich zu Beginn seiner Laufbahn war er seitens der Bibliothek für den Bau des neuen Zentralgebäudes am Uhlhornsweg verantwortlich. Der Komplex wurde 1982 eröffnet und ist bis heute eines der prägendsten Gebäude der Universität.

Als Experte für neue Technologien und für die Modernisierung des Bibliothekswesens engagierte sich Wätjen schon früh für die Bibliotheksautomatisierung, die Digitalisierung der Bestände und deren Präsenz im Internet. Er wurde in Gremien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), des Wissenschaftsrats und der Bertelsmann-Stiftung berufen. Für die von ihm mitgegründete Deutsche Initiative für Netzwerkinformation war er viele Jahre im Vorstand und Hauptausschuss tätig. Mitte der 1990er Jahre leitete er zwei von der DFG geförderte Projekte zur automatisierten Sammlung und Erschließung wissenschaftlich relevanter Webseiten – ein Novum in der damaligen Zeit.

Die Bedeutung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien einzuschätzen und die Universitätsbibliothek stets zukunftsfähig zu machen – dieser Anspruch prägte Wätjens gesamte Laufbahn. Er arbeitete an neuen E-Learning-Strategien mit, entwickelte die Infrastruktur der Bibliothek stetig weiter und zeichnete für den BIS-Verlag verantwortlich, einen der ersten universitätseigenen Verlage bundesweit. Von Beginn an lag dem Verlag der Gedanke des Open Access zugrunde: Seine 2.000 Publikationen sind frei im Internet zugänglich.

Wätjen war maßgeblich an der Mitteleinwerbung für den Ankauf der Jaspers-Bibliothek beteiligt, die daraufhin 2009 von Basel in Karl Jaspers‘ Geburtsstadt Oldenburg umzog. Zudem holte er in seiner beruflichen Laufbahn mehrere große Konferenzen nach Oldenburg: Darunter – gemeinsam mit Havekost – den 76. Deutschen Bibliothekartag, der 1986 mit 1.600 Teilnehmern stattfand, und eine Konferenz des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes mit über 400 Teilnehmern im Jahr 2013.  

Neben diesen Aktivitäten hat Hans-Joachim Wätjen die Universitätsbibliothek als Ort der Begegnung in Stadt und Region etabliert – insbesondere durch öffentliche Ausstellungen, Vorträge und Lesungen. Er organisierte mehrere Bibliotheksbälle und richtet gemeinsam mit der Universitätsgesellschaft Oldenburg e.V. (UGO) jährlich eine Wissenschaftssoirée aus, die auf unterhaltsame und kurzweilige Art Wissenschaft in die Öffentlichkeit trägt.

Zur Universitätsbibliothek:

Täglich besuchen mehr als 2.000 Nutzer die Universitätsbibliothek zum Lernen, Recherchieren und wissenschaftlichen Arbeiten. Die UB verfügt über rund 1,4 Millionen Medieneinheiten, 200.000 E-Books und rund 24.000 E-Journals. Pro Jahr werden über 700.000 Ausleihen verzeichnet. Das Bibliotheks- und Informationssystem, zu dem neben der Bibliothek auch der Verlag, das Druckzentrum, die Medienproduktion und das Uni-Archiv gehören, hat rund 120 Mitarbeiter.

Weblinks

  • bis.uni-oldenburg.de

Bilder

  

Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper (links) und der ehemalige Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. h. c. Michael Daxner (rechts) verabschiedeten Hans-Joachim Wätjen, den Leitenden Bibliotheksdirektor der Universität. Foto: Markus Hibbeler/Universität Oldenburg.

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(Stand: 05.02.2021)