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Irene Antoni-Komar

Niko Paech

Reinhard Pfriem

25. Juni 2018   197/18    Forschung / Wissenschaftliche Tagung 

Wie neuartige Unternehmensformen zur Wende der Ernährungswirtschaft beitragen können

Abschlussveranstaltung des Forschungsprojekts „nascent“ am 6. Juli

Oldenburg. Wie müsste sich das Ernährungssystem verändern, um nachhaltig und zukunftsfähig zu werden? Dieser Frage widmet sich am 6. Juli 2018 die Abschlussveranstaltung des Forschungsprojekts „nascent“. Das Projektteam stellt die Ergebnisse im Anthroposophischen Zentrum in Kassel im Gespräch mit Praxisakteuren und Expertinnen und Experten vor.

Das heutige globalisierte Ernährungssystem muss sich nach Meinung vieler Fachleute umfassend verändern, um die Menschheit dauerhaft und nachhaltig mit Lebensmitteln zu versorgen. Neue Unternehmen und Initiativen wie Urban-Gardening-Projekte, Solidarische Landwirtschaft, Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften und regionale Ernährungsnetzwerke könnten einen wichtigen Beitrag zu diesem Wandel leisten. Das zeigen die Ergebnisse des Projekts „nascent – Neue Chancen für eine nachhaltige Ernährungswirtschaft durch transformative Wirtschaftsformen“. Unter der Leitung von Prof. Dr. Reinhard Pfriem und der Koordination von Dr. Irene Antoni-Komar von der Universität Oldenburg untersuchte das interdisziplinäre Forschungsteam in den vergangenen drei Jahren, welches Potenzial solche Initiativen haben, das derzeitige System zu transformieren. An dem Projekt sind außerdem die Universität Stuttgart (Prof. Dr. Cordula Kropp), die anstiftung mit Sitz in München und 27 Partner aus der Praxis beteiligt. Elf weitere Partnerorganisationen helfen, die Projektergebnisse an Interessierte weiterzugeben und somit in die Praxis umzusetzen.

Die Anzahl und Vielfalt unterschiedlicher Ausgestaltungsformen alternativer, transformativer Wirtschaftsformen ist in den letzten Jahren um ein Vielfaches gestiegen. Selbstbewusst positionieren sie sich jenseits überholter Gegensätze von Produktion und Verbrauch, Stadt und Land, wirtschaftlichem und ökologischem Erfolg. Es zeigte sich, dass transformative Unternehmen als gelebte Gegenentwürfe wichtige Vorbilder für eine nachhaltige, zukunftsfähige Ernährungswirtschaft darstellen.

Bei der Abschlussveranstaltung gewähren ausgewählte Praxispartner des transdisziplinären Projekts Einblicke in die Besonderheiten ihrer Wirtschaftsweisen. Vorgestellt werden dabei neue Arrangements der Versorgung und verschiedene Organisationsformen, von der Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft, dem gemeinschaftsgetragenen Gemüsebau über die Solidarische Landwirtschaft bis hin zum Ernährungsrat. Das Forschungsteam erläutert die herausgearbeiteten Kriterien transformativen Wirtschaftens, deren Potenziale und Hemmnisse aufgezeigt und zur Diskussion gestellt werden. Zu diesen zählt nicht nur die von den Unternehmen ermöglichte Bewusstseins- und Kompetenzbildung zu Ernährung und Ökologie. Auch die sozialen und kulturellen Dimensionen des gemeinschaftlichen, solidarischen Wirtschaftens, des Beteiligt-Seins und der dafür nötigen transformativen Lernprozesse in den Organisationen sind zentral. Eine entscheidende Herausforderung für die betroffenen Unternehmen liegt darin, zugleich eine betriebswirtschaftliche und soziale Balance zu erreichen. Die zu diesem Zweck im nascent-Projekt erarbeiteten Stabilisierungsstrategien werden dem Publikum vorgestellt. Die Veranstaltung schließt mit einer Podiumsdiskussion namhafter Expertinnen und Experten: Hilal Sezgin („Artgerecht ist nur die Freiheit“), Benny Haerlin (Zukunftsstiftung Landwirtschaft) und Christiane Grefe („Global Gardening“) debattieren unter der Moderation von Umweltökonom Prof. Dr. Niko Paech über die Zukunft der Ernährungswende. Nähere Informationen zur Veranstaltung inklusive Anmeldemöglichkeit finden sich hier.

Das Projekt „nascent – Neue Chancen für eine nachhaltige Ernährungswirtschaft durch transformative Wirtschaftsformen“ ist eines von 30 Forschungsprojekten, die einen Beitrag zu „Nachhaltigem Wirtschaften“ leisten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert damit die Entwicklung von Perspektiven für eine ökologisch verträgliche, sozial inklusive und wettbewerbsfähige Wirtschaft. Dafür stellt das BMBF in der Sozial-ökologischen Forschung rund 31 Millionen Euro bereit. Sie ist Teil der Leitinitiative Green Economy im Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA). Weitere Informationen finden Sie hier.

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Kontakt

Dr. Irene Antoni-Komar, Tel.: 0441/798-4457, E-Mail:

(Stand: 20.04.2022)