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25. September 2018   303/18    Forschung

Dem Juckreiz auf der Spur

Oldenburger Mediziner an bundesweitem Konsortium beteiligt

Oldenburg. Wenn die Haut ständig juckt, steckt häufig eine entzündliche Hauterkrankung dahinter, zum Beispiel eine Schuppenflechte oder Neurodermitis. Doch was genau den eigentlichen Juckreiz verursacht, haben Experten bisher noch nicht vollständig verstanden. Ein Forscherteam um die Oldenburger Dermatologin Prof. Dr. Ulrike Raap widmet sich nun der Frage, welche Botenstoffe auf welche Weise den Juckreiz in der Haut übermitteln. Ziel ist, langfristig bessere und gezieltere Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Das Projekt, das Raap leitet, ist Teil der Translationalen Pruritus Forschungsgruppe (Translational Pruritus Research, PruSearch FOR 2690), die seit Sommer 2018 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. In der Forschungsgruppe, geleitet von den Universitäten Heidelberg und Münster, arbeiten deutschlandweit Experten aus verschiedenen Fachgebieten wie Dermatologie, Neurophysiologie oder Gastroenterologie zusammen.

Chronischer Juckreiz, in der Fachsprache Pruritus genannt, ist mehr als lästig: Oft beeinträchtigt er die Lebensqualität der Betroffenen stark. Das Jucken ist eines der häufigsten Symptome vieler, vor allem entzündlicher, Hauterkrankungen – wie Schuppenflechte, Neurodermitis oder Lichen Planus. Doch auch wenn der Juckreiz diese Erkrankungen verbindet: Die Erscheinungsformen der Krankheiten und die Ursachen für den Krankheitsverlauf sind völlig verschieden. Mit Hilfe von sogenannten Biobanken, das heißt Sammlungen mit Hautgewebe von betroffenen Patienten, molekulargenetischen Untersuchungen und Laborversuchen wollen die Wissenschaftler um Raap jetzt herausfinden, auf welchen Wegen die Haut Juckreizsignale bei verschiedenen Erkrankungen an das Gehirn sendet.

Dabei untersuchen die Forscher unter anderem, wie aktiv die Gene in den Zellen des Immunsystems sind, die bei entzündlichen Hauterkrankungen eine Rolle spielen. Dies soll helfen besser zu verstehen, wie sehr die einzelnen Zelltypen das Entstehen des Juckreizes beeinflussen. Zudem analysieren die Mediziner bestimmte Zytokine, sogenannte Interleukine. Diese Proteine werden bei Entzündungen von den Immunzellen freigesetzt und können unter anderem Nervenfasern aktivieren. „Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass bestimmte Interleukine einen entscheidende Rolle dabei spielen, wenn Juckreiz entsteht“, erläutert Raap. Vorangegangene Forschungsarbeiten haben beispielsweise gezeigt, dass Antikörper, die auf die entsprechenden Interleukine abzielen, tatsächlich den Juckreiz bei Betroffenen mit Schuppenflechte oder Neurodermitis lindern können. „Letztlich wollen wir mit unserer Forschung neue Möglichkeiten finden, den Juckreiz gezielt und effektiv behandeln zu können“, sagt Raap.

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Die Dermatologin Ulrike Raap erforscht die Ursachen von chronischem Juckreiz bei entzündlichen Hauterkrankungen. Foto: Universität Oldenburg

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Kontakt

Prof. Dr. Ulrike Raap, Tel.: 0441/798-3523, E-Mail: ulrike.raap@uol.de

Presse &+bc Kommunidnyywkatiwmonhte (pressry1e@qumuol.depcw) (Stand: 10.09.2018)