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20. November 2019   397/19    Forschung

Wie wirkt sich der Klimawandel auf den Antarktischen Krill aus?

Forschungsprojekt zum Nahrungsnetz im Südpolarmeer geht in die zweite Runde

Oldenburg. Der Antarktische Krill, eine Schlüsselart im Nahrungsnetz des Südpolarmeers, steht im Mittelpunkt eines Projekts, das die Meeresbiologin Prof. Dr. Bettina Meyer vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres der Universität (ICBM) Oldenburg leitet. Seit 2017 untersucht ein Team von Forschern des ICBM und der TU Dresden, wie sich klimabedingte Umweltänderungen in der Antarktis auf den Bestand der Kleinkrebse und auf ihre Fortpflanzung auswirken. Das Bundesforschungsministerium (BMBF) fördert das Vorhaben PEKRIS II (The Performance of Krill vs. Salps to withstand in a warming Southern Ocean II) nun für weitere drei Jahre mit insgesamt knapp einer Million Euro.

Der nur wenige Zentimeter große Kleinkrebs Euphausia superba ist Teil eines komplexen Ökosystems. Der Krill ernährt sich von mikroskopisch kleinen Algen und dient seinerseits vielen großen Räubern – Walen, Robben oder Pinguinen – als Nahrung. Im atlantischen Teil des Südpolarmeeres, wo die Bestände des Krebses am häufigsten sind, werden die Krillschwärme stark befischt. Diese Region ist gleichzeitig stark vom Klimawandel betroffen. Dort schwindet das Meereis und als Folge verändert sich auch das Vorkommen und Zusammensetzung der Algen, von denen der Krill sich ernährt. „Wir können schon jetzt beobachten, wie sich das Zusammenspiel der Organismen in diesem empfindlichen Ökosystems ändert“, sagt Meyer. Wie sich diese Änderungen jedoch langfristig auf die Krillbestände und damit auf das gesamte Nahrungsnetz auswirken, können Wissenschaftler nur schwer vorhersagen.

Um diesem Problem zu begegnen, haben die Forscher in den vergangenen drei Jahren in Feld- und Laborstudien untersucht, wie sich die Wassertemperatur auf den Stoffwechsel von Krill und Salpen auswirkt. Zudem nutzten sie mathematischen Modelle, um die biologischen Prozesse zu simulieren und besser zu verstehen. Dabei zeigte sich unter anderem, dass sich die Wassertemperatur, abhängig vom jeweiligen Lebensstadium und der Jahreszeit, offenbar entscheidend auf den Energiehaushalt der Tiere auswirkt.

„Allerdings wissen wir nicht, wie die höhere Wassertemperatur die Fortpflanzung des Krills beeinflusst“, sagt Meyer. Zudem haben die Wissenschaftler noch nicht im Detail geklärt, wie sich die veränderte Primärproduktion, also das Vorkommen der Algen, sowie die Fischerei auf die Bestände von Krill und Salpen auswirken. „Wir wollen verstehen, wie alle Stadien des Krills – von den Larven über junge Lebensstadien bis zur Elterngeneration – auf diese Einflüsse reagieren und so ein ganzheitliches Bild von den Veränderungen im Ökosystem erhalten“, sagt Meyer. Das Ziel der Wissenschaftler ist, künftig realistischere Vorhersagen darüber zu machen, wie sich der fortschreitende Klimawandel auf das Ökosystem im Südpolarmeer auswirkt. Gleichzeitig wollen sie dazu beitragen, die Einflüsse der Krill-Fischerei besser einschätzen zu können.

Weblinks

Kontakt

Prof. Dr. Bettina Meyer, Tel.: 0471/4831-1378, E-Mail: b.meyer@uol.de

Preswukhse & Kommvefunikthat5f42ion (prenjsse@uol.desa) (Stand: 07.11.2019)